Stadtteil Mauritz betroffen

Größte Evakuierung der Geschichte: Zwei Blindgänger in Münster entschärft

Feuerwerker Andreas Brümmer sitzt hinter den zwei entschärften Weltkriegsbomben aus dem Stadtteil Mauritz in Münster.
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Feuerwerker Andreas Brümmer sitzt hinter den zwei entschärften Weltkriegsbomben aus dem Stadtteil Mauritz in Münster.

In Münster hat die Stadt am Sonntag fünf Verdachtsfälle auf Blindgänger abgeklärt und zwei gefundene Bomben entschärfen lassen. Wegen der Corona-Hygieneregeln war der Aufwand groß - der gesamte Stadtteil ist evakuiert worden.

  • In Münster (NRW) wurden am Sonntag (20. September) fünf Verdachtspunkte auf Blindgänger überprüft.
  • 16.000 Menschen mussten dafür ihr Zuhause verlassen - unter Coronabedingungen war das besonders anspruchsvoll.
  • Zwei Bomben sind gefunden und entschärft worden.

Update, 13.38 Uhr: Feuerwehr, Polizei, Rettungskräfte, Technisches Hilfswerk: Rund 1000 Einsatzkräfte seien unterwegs gewesen, damit die Evakuierung in Münster sicher und geordnet ablaufe. Einige Menschen hätten sich zunächst geweigert, den Anordnungen Folge zu leisten und den Bereich zu verlassen. Im Großen und Ganzen sei aber alles reibungslos gelaufen, teilte die Stadt mit. Die Polizei überwachte das Gebiet mit einem Hubschrauber. Auch eine Drohne war zur Kontrolle der Evakuierung im Einsatz. 

Bei mehr als 100 Luftangriffen während des Zweiten Weltkriegs wurden über Münster nach Angaben der Stadt ungefähr 32.000 Spreng- und mehr als 640.000 Brandbomben abgeworfen. Fachleute schätzen, dass 15 bis 20 Prozent nicht explodiert sind und als Blindgänger noch unentdeckt auch in Wohn- und Industriegebieten liegen.

Update, 13.23 Uhr: Für fast 16.000 Menschen in Münster steht jetzt die Heimkehr in ihre Wohnungen an. Nach Angaben der Stadt sind die Sperrstellen wieder freigegeben.

Update, 12.45 Uhr: Die Blindgänger sind entschärft! Die Feuerwehr hat die Sperrung des betroffenen Gebiets allerdings noch nicht aufgehoben.

Update, 11.48 Uhr: Die Entschärfung der Blindgänger hat vor etwa 20 Minuten begonnen.

Update, 11.28 Uhr: Das Gefahrengebiet in Münster ist geräumt und gesichert!

Größte Evakuierung der Geschichte: Zwei Blindgänger in Münster gefunden

Update, 11.25 Uhr: Laut Stadt-Ticker sind zwei Bomben im Mauritzer Erdreich gefunden worden. Eine davon sei doppelt bezünde. Dies bedeute, dass die Entschärfung etwas länger dauern könnte. Es handle sich um eine 125kg Bombe (Stiftsstraße) und eine 250kg Bombe (Anne-Frank-Schule). Die anderen drei Verdachtspunkte seien Schrott gewesen.

Update, 9.39 Uhr: 992 Einsatzkräfte wurden jetzt in der letzten Lagebesprechung in der Einsatzleitstelle gezählt, heißt es seitens der Stadt. Die Evakuierung läuft noch immer.

Update, 9.08 Uhr: Laut dem Live-Ticker der Stadt Münster sind über 500 Kräfte im aktiven Einsatz. Alles laufe reibungslos.

Update, 8.52 Uhr:Es ist eine der größten Evakuierungsmaßnahmen in der bundesdeutschen Geschichte“, sagt Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster, in einem Video-Statement.

Update, 8.30 Uhr: Um 8 Uhr ging es los: In Münster haben rund 180 Feuerwehr-Teams die Bewohner der betroffenen Straßen evakuiert. Sie gingen von Tür zu Tür und informierten über Lautsprecherdurchsagen. Notunterkünfte sind eingerichtet. Wenige Minuten nach Beginn der Räumung gab es bereits den ersten Evakuierungsverweigerer, meldeten die Einsatzkräfte.

Container, die bei einer Detanation die Druckwelle abmildern sollen, stehen um die Fundstelle einer vermeintlichen Fliegerbombe in Münster.

Evakuierung in Münster: Fünf Fliegerbomben in der Erde?

Münster - Münster bereitet sich auf die nach Angaben der Stadt größte Evakuierungsaktion ihrer Geschichte vor. Am Sonntag müssen ab 8 Uhr rund 16.000 Menschen ihre Wohnungen im Stadtteil Mauritz verlassen. Grund sind Verdachtsfälle an drei Stellen auf fünf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Bahnverkehr ist stark betroffen.

Der betroffene Bereich liegt in der östlichen Innenstadt und wird von einer Bahnlinie und dem Dortmund-Ems-Kanal begrenzt. Betroffen sind neben den Anwohnern auch ein Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, entschärfen Experten des Kampfmittelräumdienstes ab Mittag die nicht detonierten Fliegerbomben.

Wegen der Corona-Krise und der hohen Hygieneauflagen bei der Räumung hatte sich die Stadt vor Wochen entschieden, die Verdachtsfälle gleichzeitig zu untersuchen. Ein weiterer Fall in dem Gebiet hatte sich in der Zwischenzeit erledigt. Etwa 360 Feuerwehrleute werden nach Angaben der Stadt die Evakuierung begleiten, die Polizei will mit einem Hubschrauber das Gebiet überwachen, die Stadt setzt eine Drohne zur Kontrolle ein.

Zuletzt gab es im Februar zwei Verdachtsfälle im Umfeld des Doms in der Münsteraner Innenstadt. Experten des Kampfmittelräumdienstes hatten aber schnell Entwarnung gegeben. Es blieb beim Verdacht. Hier war die Altstadt im Umkreis von 250 Metern geräumt worden. Viele Behörden hatten ihren Mitarbeitern vorsorglich freigegeben. Ein Markt am Freitag war ausgefallen. Betroffen waren neben dem Bischofssitz zahlreiche Uni-Gebäude, die Bezirksregierung, das historische und neue Rathaus, Kaufleute und das LWL-Museum für Kunst und Kultur gewesen.

Am 8. September war bei Bauarbeiten im Norden von Münster ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Menschen wurden nicht verletzt. Die amerikanische 75-Kilogramm-Bombe war in rund einem Meter Tiefe bei Verdichtungsarbeiten hochgegangen. Die Fliegerbombe war zuvor unentdeckt als Teil der Erdmasse angeliefert worden.

Die Karte der Stadt Münster zeigt, welcher Bereich in Münster am Sonntag (20. September) wegen fünf Bombenverdachtspunkten evakuiert werden muss.

Aufgrund der möglichen Entschärfungen in Münster kommt es zu massiven Beeinträchtigungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Züge müssen umgeleitet werden, der Halt Münster Hauptbahnhof entfällt. Der Ersatzhalt ist in Hamm eingerichtet. Betroffen sind folgende Verbindungen im Fernverkehr:

  • IC-Züge Hamburg – Bremen – Gelsenkirchen – Köln – Mannheim – Stuttgart/Basel SBB: Der Halt in Münster entfällt, Ersatzhalt ist in Hamm. Es entstehen geringe Umleitungsverspätungen.
  • ICE/IC-Züge Hamburg – Bremen – Dortmund – Köln – Frankfurt (Main) – Nürnberg – Passau: Der Halt in Münster entfällt. Ein Ersatzhalt ist in Hamm eingerichtet.
  • IC-Züge Norddeich Mole – Emden – Münster – Köln – Koblenz: Die Halte in Münster und Recklinghausen entfallen. Ein Ersatzhalt ist in Hamm eingerichtet. Es entstehen Umleitungsverspätungen von ca. 30 Minuten.
  • ICE 1681 (Norddeich Mole - München): Der Halt in Münster entfällt. Es entsteht eine Umleitungsverspätung von ca. 30 Minuten.

Wichtig: Der Nah- und Regionalverkehr ist von den Entschärfungsarbeiten nicht betroffen. Deshalb können Reisende im Fernverkehr von/nach Münster die Nahverkehrszüge zwischen Hamm und Münster nutzen. - mit dpa-Material

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