Beamte kamen auch unangekündigt - zuletzt drei Wochen vor Tat von Oberaden

Mutmaßlicher Vergewaltiger Valerij B. bekam regelmäßig Besuch von der Polizei

+
Die Beamten durchkämmten auf der Suche nach dem Tatverdächtigen auch ein Waldgebiet bei Oberaden. Festgenommen wurde er in Senden.

Der mutmaßliche Bergkamener Vergewaltiger Valerij B., der vergangene Woche in Senden festgenommen worden war, bekam regelmäßig auch unangekündigten Besuch von der Kreispolizei Unna - zuletzt exakt drei Wochen vor der Tat in Oberaden. B. war bekanntlich Teilnehmer eines Programms für rückfallgefährdete Sexualstraftäter.

Bergkamen - Im Rahmen des Programms besuchten ihn regelmäßig Polizisten – und zwar auch unangekündigt. Seit 2016 war B. im Bereich der Kreispolizeibehörde wohnhaft. 

Der Verdächtige steht im Verdacht, zwei junge Frauen in Bergkamen vergewaltigt zu haben. Am Sonntagmorgen, 11. August, soll er sich an einer 21-jährigen Frau aus Kamen vergangen haben. 

Unter dem Vorwand, eine Abkürzung zu nehmen, überzeugte der Täter das Opfer den Weg in Oberaden zu verlassen. Die Tat soll sich auf auf einer Wiese in der Nähe der Werner Straße im Bereich Erlentiefenstraße abgespielt haben.

Lesen Sie mehr zum Fall:

In Oberaden gesehen: Polizei sucht mit Hubschrauber nach Sexualstraftäter

Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe

Tatverdächtiger saß schon einmal wegen Vergewaltigung

Nachdem die öffentliche Suche nach dem 24-Jährigen gestartet war, hatte sich eine weitere, erst 16 Jahre alte, mutmaßliche Geschädigte bei der Polizei in Unna gemeldet. 

"Sie schilderte ein weiteres Sexualdelikt, welches sich bereits am 9. August und damit bereits vor der bekannten Tat vom 11. August ereignet hat", so die Polizei.

Nach tagelanger Flucht war der Gesuchte am  Donnerstag, 15. August am Busbahnhof in Senden festgenommen worden. Der Bergkamener hatte offenbar einen Großteil der Strecke dorthin mit einem Fahrrad zurückgelegt. Der Hinweis eines Zeugen hatte zum Fahndungserfolg geführt.

Verdächtiger lebte mit Mitbewohnerin im Kreisgebiet

Bis Februar 2019 lebte B. in in einer Therapieeinrichtung, anschließend wohnte er, zusammen mit einer Mitbewohnerin, die von seiner Vergangenheit wusste, im Kreisgebiet.

Der mutmaßliche Bergkamener Sexualstraftäter Valerij B. war Kurs-Proband in einem Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Laut Polizeibehörde besuchten die Beamten ihn regelmäßig in der Einrichtung, hielten telefonischen Kontakt und suchten ihn zuletzt auch unangekündigt in seiner Wohnung auf. „Bei diesen Kontakten wurden Gespräche geführt, in denen sich der Proband durchgehend kooperativ zeigte“, heißt es von der Kreispolizei. 

Erst am 21. Juli besuchte Polizei den Verdächtigen

Der letzte unangekündigte Besuch fand am 21. Juli in seiner Wohnung statt. „Der Proband und auch die Mitbewohnerin gaben keinen Hinweis darauf, dass er rückfallgefährdet seien könnte“, heißt es. 

In der gesamten Zeit der Betreuung habe er nur in der Zeit seiner therapeutischen Unterbringung einmal gegen eine Führungsauflage verstoßen. Dieser Verstoß habe keinerlei sexuellen Hintergrund gehabt. 

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare