Bis einer heult

Papa ist die bessere Mama!

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Alles hört auf Papa!

... ich glaube oft still und heimlich, dass mein Mann wohl die bessere Mama von uns beiden geworden wäre. Sag ich ihm natürlich nicht, sonst wird er zum Überflieger.

Shoppen mit Kindern? Kein Problem!

Aber er ist immer so entspannt und irgendwie überträgt sich das natürlich auf die Kinder. Deutlich wurde es in der letzten Woche mal wieder Er hatte Urlaub, weil Kita und Schule zu. Und was macht er spontan mit den Kindern? Shoppen fahren. Schön nach Klamotten gucken. „Ich wünsch´dir viel Erfolg“, schmunzelte ich, das Chaos vorahnend, als er mir morgens von seinen Plänen erzählte. Aber was machen die Kinder? Die machen mit. Er reicher an schicken Klamotten und auch die Kinder hatten ihren Spaß! Die haben einfach in den Umkleidekabinen Verstecken gespielt, mit den Verkäuferinnnen geflirtet und Bonbons ergattert. 

Vielleicht liegt es auch daran, dass Shoppen für mich: "10 Läden durchforsten, anprobieren, nix kaufen, nochmal woanders suchen, um nachher doch das Teil aus dem ersten Laden nehmen" bedeutet und für ihn: "Ein, maximal zwei Läden, anziehen, kaufen, gehen". Ist natürlich wesentlich schneller und daher kinderfreundlich so ein Männer-Shoppingerlebnis!

Aber zuhause dasselbe Bild: Die drei lassen ihn morgens in Ruhe Zeitung lesen. Nicht fünf Minuten wie bei mir (wenn überhaupt!) Nein! Eine halbe Stunde. Ich weiß nicht, wie er es macht, aber es klappt. Bei mir artet das immer im reinsten Durcheinander aus. Sobald ich mich hinsetze und was lesen will, werde ich ständig unterbrochen oder irgendwas Klebriges wird verschüttet, mit ´nem Ball zerdeppert. Oder es bricht mal wieder ein Riesenstreit wegen eines wichtigen Wettstreits ("Ich hab mehr Nutella drauf als Du") aus.

Er kann auch länger schlafen. Mir folgen direkt sechs kleine Füßchen mit ins Bad, egal wie leise ich aufgestanden bin. Um mir dann beim Duschen zuzusehen und mir lebenswichtige Fragen zu stellen. Um dann an mir klebend in die Küche zu gehen und mir beim Kaffeetrinken auch die Ruhe zu stehlen. Wenn ich dann losfahre, gehen sie allerdings nicht zum Papa ins Bett, um ihn zu wecken. Neee!! Die gehen in ihre Zimmer und spielen und lassen ihn schlafen.

In der Woche hatte mein Mann allerdings echt die A-Karte gezogen: Alle drei krank. Beim Kinderarzt eine Stunde warten. Ich wäre ausgerastet. Was macht er? Er ist ´ne Runde mit denen spazieren gegangen. Hä? Wenn ich spazieren gehe, hat nach 100 Metern der erste keine Lust mehr und mosert rum. Kurz bevor der kleinste sich wutentbrannt, weil Wettrennen mit dem großen Bruder verloren, auf den Boden schmeißt. Und letztendlich schleppe ich zwei mittelschwere Jungs auf dem Arm und ein zickendes Mädchen am Bein zurück. 

Diagnose beim Kinderarzt: alle drei Scharlach. Aber mein Mann sowas von souverän. "Eigentlich auch besser, es haben alle drei zusammen als jede Woche einer einzeln", meint er locker zu mir. Muss man alles positiv sehen. Uns wurde dann auch schmerzhaft bewusst, dass man als Eltern schnell gemieden wird. An Silvester wollte keiner zu uns kommen um sich nicht anzustecken. Auf den nett gemeinten Tipp vom Arzt: "Überdenken sie ihre Silvesterpläne" lachte mein Mann ihn an/aus: "Mit drei Kindern? Welche Pläne?".

Wenn alle auf einmal hungrig nach Hause kommen und das Essen noch nicht fertig ist, bleibt er auch total entspannt. Ich überlege ja meistens schon den halben Tag auf der Arbeit, wie ich dann schnell was schnelles kochen kann, ohne das eine Hungersnot ausbricht (5-Minuten-Terrine geht immer). Oder koche abends vor, damit die 6 kleinen Fäuste nicht zu lange laut auf den Esstisch rumtrommeln. Denn das macht mich nervös. Meinen Mann allerdings nicht. Der fängt erstmal entspannt an Kartoffeln zu schälen und alles fertig zu machen und die Kinder sind immer gnädig mit ihm. 

Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir Frauen/Mütter zuviel nachdenken und die Männer zur Kategorie: „Einfach-Machen“ gehören. Und natürlich liegt es daran, dass Männer auch selbst noch gerne spielen. Welcher Mann liebt es nicht, stundenlang die Autos über die Carrera-Bahn zu jagen oder den Helden für die Kleinen spielen, weil seine Legokenntnisse noch größer sind als die der kleinen? Wir Frauen denken ja während wir mit den Kleinen puzzeln und spielen an alles was wir in der Zeit nicht machen können: Kochen, das Bad putzen, drei Wäschehaufen zusammenlegen, oder irgendwas auf- oder immer wieder gerne umräumen. Oder wir grübeln, wie wir denn den Schokofleck aus dem neuen Shirt kriegen oder dass wir mal wieder unbedingt mit allen zum Zahnarzt müssen.

Männer spielen einfach. Nehme ich mir mal fürs neue Jahr vor. Mehr spielen und weniger nachdenken. Scheint ja zu funktionieren.

Quelle: wa.de

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