Bis einer heult und weiter

Supermom vs. Kinderhusten

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Supermom geht trotzdem arbeiten!

„Och Nö“, dachte ich letzte Nacht. Frida hat mal wieder durchgehustet. Und weder sie noch ich konnten schlafen. Nur die Männer scheint so was nicht zu stören, aber was stört die schon beim Schlafen? 

Die letzten Wochen war hier ständig einer krank. Erkältung oder noch schlimmer, Magen-Darm. Uahh! Meine Mama hat mal gesagt: „Wenn deine eigenen Kinder sich mal übergeben müssen, als Mutter kannst du das wegmachen.“ 

Klar kann ich das, wenn ich muss. Ich kann auch still sitzen bleiben wenn ich muss. Da mein Mann beides besser kann, er war schließlich mal Zivi, haben wir bereits im Ehevertrag geklärt, dass diese Kinderwürg-Aufgaben in seinen „Tanz-Bereich“ fallen. ��

Zumindest wenn er „live“ dabei ist. Das ist wie „Wer den Stinker (übrigens mein zweitliebster Mutti-Talk-Slang neben Kaka) zuerst gerochen hat, macht ihn weg“. Ich wasche dann die Kinder nachher ab. Echt! Ich schwöre! Also mit dem nötigen Sicherheitsabstand, den Duschkopf nur drauf haltend versteht sich. ��

Worauf ich hinauswollte: Als arbeitende Mama ist es schwer, immer abzuwägen, wann können die Kinder nicht in die Kita/Schule? 

Im Januar, als ständig Husten, Schnupfen, Halsgeschleime hier war, bin ich nachts schon beim ersten Husten aufgeschreckt. „Es geht wieder los. Wohin morgen mit dem kranken Kind?“ Und, ist ganz klar, ist einer krank, stecken sich eh alle an. Und man hat so eine never ending Ping-Pong Seuche. Alles niest, röchelt und rotzt sich an, und die Duplosteine desinfiziere ich ja nun auch nicht.

Also krank melden? Will ich aber nicht gerne. Ich will ja als Mutter dem Chef auch irgendwie beweisen, dass ich das alles super hinkriege. Nicht ständig, wie sicherlich die meisten Chefs befürchten, wenn sie ’ne Mutti einstellen, anrufen und sich mal wieder krank melden weil einer Husten hat. 

Bei Kindern, die der Bazillenschleuder Kita hilflos ausgesetzt sind, kommt es oft vor. Es ist irgendwie immer ein Riesen-Spagat, nebenbei, ich kann keinen Spagat, abzuwägen, zu organisieren wer aufpasst. Ich meine, wer will schon auf ein krankes Kind aufpassen? 

Und immer das schlechte Gewissen, die kranken Mäuse abzuschieben, wo ich doch selber auch am liebsten im eigenen Bett liege, wenn´s mir schlecht geht. ����

Aber ich will ja Supermom spielen, und es allen recht machen. Irgendwie bin ich ehrlich gesagt auch froh wenn ich nach drei Tagen Quarantäne mit kranken Kindern mal wieder fröhliche Menschen sehe, die nicht laut brüllhusten, und seien es auch „nur“ meine Arbeitskollegen. 

Ich kann´s dann nämlich auch irgendwann nicht mehr hören. Ich liebe meine Kinder, aber auch meinen Job (meistens).

Da flunkert zum Beispiel eine Freundin von mir auch schon mal eben ihre Bekannte an, dass das Kind ja „nur“ einen kleinen Kruppanfall die Nacht hatte, aber nix ansteckendes. Damit die dann den Babysitter macht, ohne Angst sich anzustecken! 

Klar habe ich meine Kids auch schon mal trotz Halsweh schnell zur Kita gebracht und gehofft, dass sie bis mittags durchhalten. Und unsere Kinder wissen auch genau, dass wir nicht wegen jedes Zipperleins zuhause bleiben können!

Würde ich nicht arbeiten gehen, wäre schon mal der eine oder andere spontane Kuschelmorgen drin, aber so halt leider nicht. Schaden wird’s ihnen wohl kaum, sind eher jetzt schon hart im Nehmen.

Und ich kann mich noch glücklich schätzen, meine Eltern springen irgendwie immer ein, außer sie liegen selber flach. Ein Hoch also auf alle Omas und Opas, Nachbarn, Haushälterinnen und und und, die uns übermütigen meist motivierten Arbeitsmuttis immer helfen. Danke dafür!

Quelle: wa.de

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