Bis einer heult

Vor-Weihnachts-Wahnsinn in der Weihnachtsbäckerei

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 Backen ist ja nicht so meins, ich würde sogar soweit gehen dass ich sagen kann: "Ich hasse backen". Aber für die lieben Kleinen macht man es ja und überall in der Weihnachtszeit sehe ich Bilder und höre Geschichten, wie mit den Kindern gebacken wird; also machen wir es auch.

Auch weil natürlich bei uns zuhause auch der Kindersänger der Herzen, der Rolf, hoch und runter läuft mit seiner Weihnachtsbäckerei. Also beißen wir in den sauren Apfel und geben an einem verregneten Samstag alles, um auch die Herzen unserer drei backwütigen Kinder höher schlagen zu lassen. Aber denkt jemand an die Herzen der Eltern? Die nahe einem Herzinfarkt zusehen müssen wie die lieben Kleinen die Küche auseinander nehmen, Mehlschlachten unterbinden wollen, Keksausstecher-Kratzer, die den Tisch (ver-)zieren. "Ooh je" -Rufe aus der Dekoabteilung von Frida, da ist ziemlich was daneben gegangen und Zuckerguss ist überall, nur nicht da wo er hin soll. Die Streusel die am Ende im Staubsauger landen, will ich nicht erwähnen.

Am Ende sieht das Ganze so aus: ein fertiges Keksblech, bei dem alle mitgemacht haben, bevor sie aus Langweile das Weite suchten. "Das dauert ja ewig!" Originalton des Drejährigen. Zurück bleiben zwei völlig eingesaute, im Mehl stehende Elternteile, die genervt und der Verzweiflung nahe, weil sie ja auch nix anderers zu tun haben, die letzten 4 Bleche (Ja, ich mach immer ein bisschen mehr Teig... ) allein fertig verzieren, um dann die Küche wieder einigermaßen in den Normalzustand zu versetzen. Hauptsache die Kekse schmecken und spätestens wenn der leckere Geruch aus dem Ofen strömt, kommen die drei sicher wieder in die Küche.

Und wann fangen wohl woanders die Fragen nach den Kinderwünschen an? Also meine Mutter euphorisch wie jedes Jahr bereits Anfang November: "Haste 'ne Idee für die drei?" Eine einfach nett gemeint Frage. Ich blickte sie nur ungläubig an - hat sie das wirklich schon gefragt? Sie ahnt nicht, was es in mir ausgelöst. Ich war da noch im Herbst-Schlaf. War ich doch gerade erst noch in kurzen Hosen durch den Wald gejoggt in herbstlicher Sonne. Und von jetzt auf gleich beginnen meinen Mutterzellen im Mutterhirn zu rattern. Denn nach ihrer Frage folgen ja noch etliche mehr von allen Familienmitgliedern. Wenn einer anfängt, folgen alle anderen auch schnell. Sie meint die Frage ja wirklich nur gut. Ist ja auch schön für sie, dass die so motiviert ist und sie ihre Vorsätze aus letzten Jahr, die da waren: "Nächstes Jahr besorge ich die Geschenke eher", einhalten möchte. Allerdings wissen sie und ich gleichermaßen: Im Endeffekt rennt sie wie viele andere auch auf den letzten Drücker in die Geschäfte, weil sie die Pakete zu spät bestellt und unser armer Dorfpostbote auch nur ein Auto und zwei Hände hat. Hat ja auch ein Vorteil, wenn sie die Geschenke im Geschäft vor Ort kauft, da freuen sich dann auch die Einzelhändler, die noch ein nettes Verpackungs- und Beratungsgespräch als Bonus oben drauflegen. Warum nicht gleich so?

Quelle: wa.de

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