Am Donnerstag

Nach 30 Jahren: Dieter Degowski aus JVA Werl entlassen

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Werl - Nach 30 Jahren Gefängnis wurde der Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski aus der Haft in der JVA Werl entlassen. 

Am Donnerstag wurde der 60-jährige Degowski aus der JVA in Werl entlassen, berichtete die Bild am Freitagnachmittag. Ein Sprecher des Landgerichts Arnsberg bestätigte die Meldung.

Bereits im Oktober war beschlossen worden, dass der zu lebenslanger Haft verurteilte Dieter Degowski auf Bewährung frei kommen soll. 

Diesen Beschluss hatte die Strafvollstreckungskammer Arnsberg am 10. Oktober offiziell gegenüber dem Anzeiger bestätigt.

Entlassung sei "verantwortbar"

Zuvor hatte sich bereits die Justizvollzugsanstalt Werl bei der Strafvollstreckungskammer für eine Freilassung ihres prominentesten Häftlings ausgesprochen. Die Entlassung sei „verantwortbar“, so Anstaltsleiterin Maria Look. Die nötigen Rahmenbedingungen lägen vor. Ein psychiatrisches Sachverständigen-Gutachten war zudem erstellt worden.

Degowski verbüßte in der JVA Werl seit 1992 eine lebenslange Freiheitsstrafe unter anderem wegen Mordes. 2013 galt als frühester Entlassungszeitpunkt. Seitdem hatte er vergeblich versucht, seine Freilassung zu erwirken und über seine Anwältin mehrere Anträge gestellt. 2008 hatte der damalige NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ein Gnadengesuch abgelehnt.

Behörden sagten eine neue Identität zu

Zuletzt war die Freilassung gescheitert, weil die Justizbehörden Degowski nicht ausreichend für den Weg in die Freiheit vorbereitet sahen. Dazu gehören eine Unterkunft und Bezugspersonen draußen. Zur Wiedereingliederung zählen aber auch vorbereitende Freigänge ohne Begleitung von Justizbeamten.

Außerdem sagten die Behörden eine neue Identität zu, weil ein Neustart unter dem Namen „Dieter Degowski“ nicht möglich sei. Schließlich ist der Name untrennbar mit einem der spektakulärsten Verbrechen der deutschen Nachkriegsgeschichte verbunden.

Das Gladbecker Geiseldrama

Das Gladbecker Geiseldrama ging als eines der spektakulärsten Schwerverbrechen in die deutsche Kriminalgeschichte ein. Im August 1988 hatten Degowski und sein ein Jahr jüngerer Komplize Hans-Jürgen Rösner die Republik in Atem gehalten. Drei Tage lang flüchteten sie nach einem missglückten Bankraub in Gladbeck mit Geiseln quer durch die Republik vor der Polizei. Drei Menschen starben.

Der zweite Geiselnehmer Hans-Jürgen Rösner möchte auch aus der Haft entlassen werden. "Herr Rösner hat sich entschieden, im November mit einer Therapie zu beginnen", sagte Reina Blikslager, Leiterin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen, dem "Kölner Stadt-Anzeiger"

Quelle: wa.de

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