Brandstiftungen aus Unna, Kamen, Soest und Erwitte im Haftbefehl

Stroh und Felder in Flammen: Serie vor Aufklärung - "Feuerteufel" in Haft

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[Update 17.33 Uhr] Die seit Mitte Juli andauernde Serie von Bränden von Strohballenlagern und Feldern in Westfalen könnte aufgeklärt sein: Ein 21-jähriger Mann aus Dortmund ist unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Das Amtsgericht Unna erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dortmund Haftbefehl wegen Brandstiftung.

„Er hat einige der ihm vorgeworfenen Taten eingeräumt, ohne dass ein konkretes Motiv greifbar geworden wäre“ sagte Staatsanwältin Sandra Lücke im Gespräch mit unserer Zeitung.

Brandstiftungen von Strohballenlagern und Feldern in Unna, Kamen, Soest und Erwitte werden im Haftbefehl aufgelistet. „Zu weiteren Bränden haben wir gewisse Verdachtsmomente – beispielsweise zu solchen in Hamm, Werl und Dortmund, die ebenfalls in den fraglichen Zeitraum fallen. Hier dauern die Ermittlungen noch an“, so Lücke.

Im Rahmen der aktuellen Ermittlungen werden auch schon länger zurückliegende Brände noch einmal untersucht. Die Liste der vorwerfbaren Taten könnte also noch länger werden. Der entstandene Sachschaden liegt im sechsstelligen Bereich.

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800 Strohballen am 2. August in Werl-Westönnen, 150 in der Nacht auf Montag in Dortmund-Wickede - und jetzt am frühen Donnerstagmorgen rund 300 Strohballen in Unna-Afferde: Geht in der Region ein Brandstifter um, der Strohlager anzündet? Wieder liegt der Sachschaden im fünfstelligen Bereich, wieder scheint nur Brandstiftung die Ursache sein zu können.

Um kurz nach drei Uhr war die Nacht für die Feuerwehr in Unna zu Ende: Großeinsatz in Afferde! Rund 300 Strohballen - gestapelt in drei Reihen - wurden am Afferder Weg Opfer der Flammen.

Gut acht Stunden nach Ausbruch des Brandes entwickelt das Feuer immer noch eine gehörige Wärme, die es verhindert, dass die Feuerwehr ins Feuer gehen kann, um es komplett auseinander zu ziehen. Die Sperrung des Afferder Weges wird vermutlich bis in die Abendstunden anhalten.

Laut Landwirt Hans Hermann Overhoff dürfte der Sachschaden inklusive der Abdeckplanen bei ca. 12.000 bis 15.000 Euro liegen.

Besonders bitter: Aufgrund der eingangs genannten ähnlichen Vorfälle in Werl und Dortmund in den letzen Tagen hatte Overhoff schon befürchtet, dass auch seine Ballen irgendwann dran sein könnten...

Da eine Selbstentzündung als Brandursache ausscheidet, liegt der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung nahe.

Ebenfalls am Donnerstagrückte die Kamener Feuerwehr zu einem Strohballenbrand nach Heeren aus.  - von Michael Neumann

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Quelle: wa.de

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