Symptome wie Fieber und Schüttelfrost

Nebenwirkungen von AstraZeneca: Krankmeldungen nach Corona-Impfung in NRW

Der Corona-Impfstoff AstraZeneca ist umstritten. Einsatzkräfte in mehreren NRW-Städten wurden geimpft - danach meldeten sich viele Impflinge krank. Sind Impf-Nebenwirkungen Schuld?

Dortmund - 304 Mitarbeiter des Rettungsdienstes in Dortmund sind mit dem Corona-Impfstoff AstraZeneca geimpft worden. Jetzt berichten die Ruhrnachrichten, dass sich ein Viertel der Einsatzkräfte am Tag danach krankmeldete - aufgrund von Nebenwirkungen? Auch Mitarbeiter in anderen NRW-Städten sind betroffen. (News zum Coronavirus)

KonzernAstraZeneca
Gründung1999
SitzCambridge (GB), Södertälje (Schweden)
LeitungPascal Soriot, Marc Dunoyer, Leif Johansson

Nebenwirkungen von AstraZeneca? Einsatzkräfte in NRW-Städten melden sich nach Impfung krank

Laut Angaben der Dortmunder Stadtverwaltung auf Anfrage der Ruhr Nachrichten setzt sich die Gruppe der Geimpften so zusammen: 161 Angehörige der Berufsfeuerwehr, 26 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und 117 Angehörige von Hilfsorganisationen oder Unternehmen wurden geimpft.

Nach der Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca seien 25 Prozent von ihnen ausgefallen. Das entspreche aber laut Angaben der Stadtverwaltung dem Durchschnitt. Nach Erhebungen mit anderen Kommunen könne man von einer Ausfallquote von 20 bis 30 Prozent rechnen.In einem internen Schreiben der Feuerwehr Dortmund, das den Ruhrnachrichten vorliegt, komme es nach der Impfung bei manchen Personen zu Symptomen wie Schüttelfrost und Fieber.

Nach Corona-Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca häufen sich Meldungen zu Nebenwirkungen. Ein Überblick über Symptome - und die Ablehnung des Impfstoffs.

Laut WDR sind auch die Rettungsdienstmitarbeiter anderer Kommunen in NRW betroffen. Auch in Bochum und im Kreis Minden-Lübbecke hätten sich demnach Mitarbeiter nach der Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca reihenweise abgemeldet. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordere bereits eine Aufklärung. Die Städte sollten alle Zahlen zu Impfnebenwirkungen offen legen.

Inzwischen hat auch das NRW-Gesundheitsministerium auf die Vorfälle reagiert. Demnach empfiehlt das Ministerium aufgrund möglicher Personalausfälle, die Mitarbeiter der Rettungsdienste in kleinen Gruppen nach und nach gegen Corona impfen zu lassen.

Corona-Impfung mit AstraZeneca: Diese Nebenwirkungen können auftreten

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) können bei einer Impfung mit AstraZeneca folgende Nebenwirkungen auftreten:

Bei 54,2% nach Corona-ImpfungenSchmerzen an der Einstichstelle
Bei 63,7% nach Corona-ImpfungenSpannungsgefühl
Bei 53,1% nach Corona-ImpfungenAbgeschlagenheit
Bei 52,6% nach Corona-ImpfungenKopfschmerzen
Bei 44,2% nach Corona-ImpfungKrankheitsgefühl
Bei 33,6% nach Corona-Impfungerhöhte Temperatur
Bei 7,9& nach Corona-ImpfungFieber

Die Reaktionen auf die Impfungen sollen laut RKI-Informationen nach der zweiten Dosis mit AstraZeneca geringer sein als nach der ersten Dosis. Das sagte auch eine Sprecherin des Unternehmens dem WDR: „Derzeit sind die gemeldeten Reaktionen so, wie wir sie aufgrund der Erkenntnisse aus unserem klinischen Studienprogramm erwarten würden.“

Cornelia Schöder vom Krisenstab im Kreis Minden-Lübbecke sieht deshalb in den Impfreaktionen eher ein positives Zeichen: „Weil damit gezeigt wird, dass der Impfstoff scheinbar wirksam ist“, wird sie im WDR zitiert. Vektorimpfstoffe wie der von AstraZeneca rufen eine starke Immunantwort hervor. Damit wichtige Bereiche wie Rettungsdienste durch Impf-Krankschreibungen nicht in Bedrängnis geraten, soll in Bochum jetzt nicht mehr in großen Gruppen, sondern eher verteilt geimpft werden.

Probleme mit AstraZeneca: Wenig effektiv gegen Corona-Mutation aus Südafrika

Immer wieder gibt es Nachrichten zu Todesfällen nach der Corona-Impfung, wie etwa hna.de* berichtet. Der Todesfall steht jedoch in keinem Zusammenhang mit der Impfung.

AstraZeneca soll laut Informationen von dpa nicht besonders effektiv gegen die südafrikanische Mutation des Coronavirus sein, zumindest wenn die Krankheit einen milden Verlauf nimmt. Gegen alle anderen bekannten Virus-Varianten und auch beim schweren Verlauf der Mutation aus Südafrika sei der Impfstoff jedoch hocheffektiv.

AstraZeneca darf nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) nur an Personen unter 65 Jahren verimpft werden. Der Impfstoff ist nicht nur wegen der Verteilung innerhalb von EU und Großbritannien umstritten, sondern es gibt auch keine verlässlichen Daten zur Wirkung von AstraZeneca bei Personen über 65 Jahren*, wie auch Ruhr24.de* berichtet. Dennoch empfiehlt ihn die WHO für alle Altersgruppen, da es keine Hinweise darauf gebe, dass er bei Älteren weniger effektiv sei.

Impfung für unter 65 Jährige: Stiko ändert Impfplan

Aufgrund der Stiko-Empfehlung hat sich der Impfplan in Deutschland geändert, sodass folgende Gruppen ein Impfangebot erhalten dürfen:

  • Menschen mit bestimmten Erkrankungen (etwa chronischen Nierenerkrankungen oder COPD)
  • Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste
  • Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste
  • Personal in Impfzentren
  • Ärzte sowie deren medizinisches Fachpersonal in onkologischen Praxen und Dialysepraxen
  • (Zahn-)Ärzte und medizinisches Fachpersonal (wenn regelmäig in Pflegeeinrichtungen oder im Kontakt mit Corona-Patienten)
  • Beschäftigte und Ehrenamtliche in Hospizen bzw. ambulanten Hospizdiensten
  • Beschäftigte in Tagespflegeeinrichtungen und Wohngemeinschaften (ausgenommen Eingliederungshilfe)
  • Heilmittelerbringer, die regelmäßig in vollstationären Pflegeeinrichtungen tätig sind
  • Zwei enge Kontaktpersonen einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflgebedürftigen Person
  • Zwei Kontaktpersonen von Schwangeren

Es gibt keine Impfpflicht in Deutschland. Die Personen erhalten lediglich das Angebot, sich gegen Corona impfen lassen zu können. - *Ruhr24.de und HNA.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Daniel Schröder

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