So ist die aktuelle Lage

Niedrigwasser in den heimischen Stauseen: Die Pegel steigen wieder

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Der Sorpesee bei Sundern im Sauerland.

Sauerland - Die lange Trockenheit, die von Frühjahr bis Spätherbst fast durchgängig anhielt, hat die Talsperren in der Region arg in Mitleidenschaft gezogen. Die Pegelstände sind auf historische Tiefststände gesunken und wo vor einigen Monaten noch tiefblaues Wasser zu sehen war, dominiert mittlerweile schlammiges braun. So ist die aktuelle Lage.

Der Niederschlag der vergangenen Tage hat - immerhin etwas - für Besserung gesorgt: Die Pegelstände von Möhne-, Henne-, Sorpe- und Biggesee haben sich zuletzt stabilisiert oder sind sogar leicht gestiegen. Zuvor war das Wasser monatelang zurückgegangen, sodass die Talsperren in der Region so leer sind wie zuletzt vor 40 Jahren.

Hier gibt es die aktuellen Füllstände

Die aktuellen Stauinhalte sind aber immer noch besorgniserregend niedrig: Der Hennesee ist momentan (Stand 3. Dezember) nur zu 34,7 Prozent gefüllt, im Möhnesee sind es sogar nur 32 Prozent des Vollstaus. Etwas besser, aber dennoch nicht berauschend sieht es im Sorpe- und Biggesee aus: Hier sind die Gewässer derzeit zu 46,2 (Sorpe) bzw. 48,4 Prozent (Bigge) gefüllt.

Stausee als "Trockenwüste": Niedrigwasser am Hennesee

Die niedrigen Wasserstände haben die Stauseen im Sauerland zuletzt zu wahren "Hotspots" für Ausflügler gemacht. Regelmäßig waren zahlreiche Menschen rund um die Seen unterwegs, um sich das Naturschauspiel anzuschauen. Und auch wenn der Ruhrverband eindringlich davor gewarnt hat, sah man allerorts viele Schaulustige, die sich auf den trockengefallenen Uferbereichen aufhielten. Einem Radfahrer wurde das am Hennesee bei Meschede zum Verhängnis, er sank im Schlick ein und konnte sich nicht mehr eigenständig befreien.

Versunkene "Schätze": Niedrigwasser am Sorpesee

Der Ruhrverband hofft nun aber, dass die Pegelstände in den nächsten Wochen und Monaten wieder derart steigen, dass solche gefährlichen Ausflüge unmöglich werden. "Die Niederschläge am Wochenende waren ein Anfang, auch wenn sie keine große Entspannung gebracht haben", erklärt Pressesprecher Markus Rüdel. Dennoch sei momentan in jeder Talsperre der Zufluss höher als der Abfluss, sodass die Pegel steigen - wenn auch nur zentimeterweise, wie Rüdel berichtet.

Um die Füllstände von Möhne-, Henne-, Sorpe- und Biggesee wieder dauerhaft in Richtung "Normalität" zu bringen, müsse es länger regnen. "Genaue Zeiträume sind da nicht zu nennen, da kommt es immer auf Intensität und Ort des Niederschlags an", führt Rüdel aus. "Zwei bis drei Monate müsste es aber schon überdurchschnittlich viel regnen, damit die Talsperren sich erholen." Im Winter helfe Regen dabei übrigens deutlich besser als Schnee.

Imposante Eindrücke: Der (fast) leere Möhnesee aus der Luft

Sorgen, dass es auch bei einem trockenen Winter im Einzugsgebiet der Ruhr Probleme mit der Trinkwasserversorgung geben könnte, gibt es beim Ruhrverband derzeit nicht. "Wir gehen aber auch davon aus, dass die Niederschläge im Winter für Entspannung sorgen", sagt Rüdel.

Leserfotos vom Niedrigwasser am Möhnesee Teil 1

Leserfotos vom Niedrigwasser am Möhnesee Teil 2

Quelle: wa.de

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