Lockdown

Kreis in NRW schließt Schulen – Corona-„Notbremse“ in ganz Deutschland droht

Die Schulen in NRW sind trotz steigender Corona-Neuinfektionen offen. Die Inzidenz nähert sich dem Wert von 100 an. Der erste Kreis kehrte nun in den Distanzunterricht zurück.

NRW – Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) müssen im Kampf gegen das Coronavirus* aktuell viel Kritik einstecken. Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschlands bevölkerungsstärksten Bundesland nähert sich einem Wert von 100 an. In einigen NRW-Städten ist die kritische Marke 100, ab der eigentlich die von Bund und Ländern beschlossene „Notbremse“ greifen soll, längst überschritten worden.

Dennoch halten die Politiker bislang an den Öffnungen der Schulen fest. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen droht Deutschland eine Verlängerung des Lockdown bis Ostern* und immer mehr Städte und Kreise fordern, die Schulen jetzt zu schließen. In den jüngsten Debatten hatte Yvonne Gebauer (FDP) den Präsenzunterricht verteidigt. Doch der Kreis Düren bekam nun vom Land NRW die Erlaubnis an den weiterführenden Schulen zum Distanzunterricht zurückzukehren.

+++ Ergänzung: In NRW wird nun auch die Coronavirus-Notbremse gezogen, wie Landes-Chef Armin Laschet nach dem Corona-Gipfel am 22. März ankündigte. +++

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (Stand 2019)

Coronavirus in NRW: Kreis Düren schließt einige Schulen – Dortmund darf nicht

Doch der besagte Kreis, der im Westen von Nordrhein-Westfalen liegt und zum Regierungsbezirk Köln zählt, ist mit seiner Haltung nicht allein. Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) kündigte überraschend an, die Schulen in der Ruhrgebiets-Stadt wieder schließen zu wollen. Der OB hatte die Diskussion um eine mögliche Rückkehr zum Distanzunterricht in NRW angestoßen, berichtete ruhr24.de. Von der Landesregierung hagelte es dafür Kritik.

In Dortmund liegt die 7-Tage-Inzidenz am Freitag knapp unter 100 (92,8). Der Kreis Düren hingegen hat mit viel höheren Infektionszahlen zu tun. Trotz strengen Corona-Regeln* liegt der Wert hier seit über drei Wochen bei rund 130. Im Stadtgebiet sind es derzeit sogar 200. Die Verantwortlichen hatten hier mit als Erstes die Schulschließungen beantragt. Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) verkündete am Donnerstag (18. März), dass das Land NRW dem Antrag nun stattgegeben habe.

Dritte Corona-Welle droht: Schulen im Kreis Düren (NRW) verzichten auf Wechselunterricht

Die Regelung im Kreis Düren gilt zunächst nur für die weiterführenden Schulen. Mit Ausnahme der Abschlussklassen findet in den Jahrgängen ab Klasse 5 ab Montag (22. März) vorerst kein Wechselunterricht mehr statt, berichtete wa.de. Nach nur zehn Tagen kehrt der Landkreis wieder zum Distanzunterricht zurück. Die Maßnahme gilt zunächst bis zu den Osterferien. (Zu möglichen Urlaubsreisen an Ostern mitten in der Corona-Pandemie äußerte sich Armin Laschet bereits.) Nur Grund- und Förderschulen sowie Abschlussklassen bleibt das Homeschooling aktuell noch erspart.

Das NRW-Gesundheitsministerium äußerte sich ebenfalls zu den Schulschließungen in Düren: „Seit der vergangenen Woche hat der Kreis Düren seine ersten Überlegungen für Maßnahmen im Schulbereich ausdifferenziert und nun eine umfassend begründete Gesamtkonzeption vorgelegt“. Der Landrat hatte bereits alle Regelungen der Corona-Schutzvorordnung umgesetzt und eine Reihe von Lockerungen zurücknehmen müssen.

Armin Laschet (CDU) steht wegen der Schulöffnungen unter Beschuss.

NRW: Steigende Corona-Zahlen – Öffnungen der Schulen entfacht heftige Debatte

Der Plan von Schulministerin Yvonne Gebauer sah eigentlich ganz anders aus. Bis Ostern war Wechselunterricht für alle Schüler in NRW vorgesehen und des Weiteren wollte die FDP-Politikerin den Präsenzunterricht ausweiten. Doch das Infektionsgeschehen in ganz Deutschland wirft sämtliche getroffenen Entscheidungen über den Haufen. Über die Öffnungen der Schulen in NRW wird aktuell heftig debattiert. Einige fordern inzwischen den Rücktritt von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), weil dieser sich bislang weigert, die Schulen zu schließen.

Auch sein Parteikollege Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* steht wegen des Debakels bei den Corona-Impfungen unter Beschuss. Das Vakzin von Astrazeneca* hatte wegen teils möglicher starker Nebenwirkungen für Aufsehen gesorgt. Nach einem Impfstopp gab die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) den Astrazeneca-Wirkstoff wieder frei, sodass die Impfungen am Freitag (19. März) fortgesetzt werden können. In der ARD-Sendung „maischberger. die woche“ erhielt Jens Spahn Rückendeckung vom CDU-Parteichef* für die Aussetzung beim Impfen mit Astrazeneca. (*msl24.de, ruhr24.de und wa.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

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