Idee aus dem Sauerland

NRW-Verkehrsminister Wüst lobt Falschfahrer-Warnsystem 

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NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (links) und der Bundestagskandidat Dr. Matthias Heider (Mitte) informierten sich bei Projektleiter Dennis Dorn (Zweiter von links), Geschäftsführer Kai Okulla (Zweiter von rechts) und Vertriebsleiter Alexander Zuchowski (rechts) über das multifunktionelle Detektionssystem.

Herscheid - Das System ist ausgereift, der Kostenrahmen überschaubar, der Bedarf groß. Dennoch wird die Umsetzung des Falschfahrer-Warnsystems für die Firma Wilhelm Schröder zu einer Geduldsprobe.

Lange administrative Wege und die vielen unterschiedliche Instanzen machen dem Geschäftsführer Kai Okulla zu schaffen. Nach einem erfolgreichen Testlauf an der Autobahn A9 in Bayern habe es über zwei Jahre gedauert, bis an der Raststätte Sauerland-West endlich auch ein Testfeld in Nordrhein-Westfalen eingerichtet werden konnte. Genau dieses wurde Mittwochnachmittag von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und dem CDU-Bundestagskandidaten Dr. Matthias Heider besichtigt.

Die beiden Politiker erhielten einen praxisnahen Einblick in die Technik: Projektleiter Dennis Dorn fuhr mit einem schwarzen VW Bus in verkehrter Richtung durch ein Funknetz, das – für alle Verkehrsteilnehmer unsichtbar – von sechs mit entsprechender Technik ausgestatteten Warnbaken „gespannt“ wurde. Sofort leuchteten rote LED-Lampen an den nächsten Baken auf, um den vermeintlichen Geisterfahrer zu warnen. Wenige Sekunden später schlug eine Handy-App Alarm und meldete den Falschfahrer. Auf diesem Weg können Fahrer im direkten Umfeld per Handy oder Navigationsgerät informiert werden. 

Kaum fährt der schwarze Kastenwagen in verkehrter Richtung durch das Funknetz, leuchten an den Warnbaken rote LED-Lampen.

Auch die zweite Funktion des Detektionssystems wurde eindrucksvoll präsentiert: die Parkplatzbilanzierung. Die an Ein- und Ausfahrten von Raststätten aufgestellten Funkpfosten können Verkehrszahlen ermitteln. Anhand dieser Daten kann die Parkplatzbelegung festgestellt werden. In Zeiten überfüllter Parkplätze vor allem für Speditionen eine wichtige Hilfestellung. 

Diese „Idee aus dem Sauerland“, wie Dr. Heider sie nannte, ist vergleichsweise günstig. Auf rund 10 000 Euro schätzt Kai Okulla die Kosten für ein System, das zudem einen geringen Pflege- und Wartungsbedarf habe. Doch die Politik scheint sich schwer zu tun bei der Umsetzung: Nach einem Gespräch mit der Bundesanstalt für Straßenwesen wurde der zunächst angedachte Großversuch entlang der kompletten Autobahn 45 minimiert auf eine Bestückung von zunächst 15 Raststätten entlang der Sauerlandlinie. „Durch diese Salamitaktik verlieren wir wertvolle Zeit“, ließ Kai Okulla seinen Unmut durchblicken.

 Zumindest fand er in Hendrik Wüst einen weiteren Befürworter. Beim Bemühen, die Straßen in NRW intelligenter zu machen, sei die Technik „aus der Heimat sehr willkommen“. Einen Großversuch in der Region will der Verkehrsminister mit den ihm zustehenden Mitteln unbedingt unterstützen. Dr. Matthias Heider, der das Projekt seit geraumer Zeit kennt und schätzt, ging am Mittwoch davon aus, dass die Testphase an der A 45 im nächsten Jahr beginnen könnte.

Quelle: wa.de

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