Das sagt der Besitzer

Offenbar aus Rache: Haus steht für 600 Euro auf Ebay zum Verkauf

+
Dieses Haus mit großem Grundstück sollte angeblich quasi „verschenkt“ werden.

Im Internetportal Ebay Kleinanzeigen sorgte am Donnerstag ein Angebot aus Warstein für Furore. Wir haben mit dem Besitzer gesprochen.

Warstein - Um 9.36 Uhr war folgender Text eingestellt worden:

"Verkaufe hier mein Haus, da meine Familie sich nicht mehr für mich interessiert und sich nicht mehr um mich kümmert. Bevor die mein Erbe bekommen, verschenke ich es lieber. Das Haus wird für 600 Euro fix Preis verkauft, da ich die 600 Euro für den Umzug ins Altenheim benötige. Bevorzugt an Asylsuchende, da ich von früher einiges wieder gut machen muss. Offene Besichtigung ab heute 12.30 bis 15 Uhr, danach täglich um die gleiche Zeit. Das Angebot ist so lange gültig, bis ich es raus nehme".

In der letzten Zeile war die Adresse angegeben worden. Mit Unterstützung unserer Redaktion war das Angebot um 13.45 Uhr von Ebay wieder gelöscht worden: "Da wird in der Regel schnell reagiert bei vermuteten Betrugsfällen", hieß es aus der Presseabteilung des Konzerns.

Die Beschreibung des Objekts, das um 12.45 Uhr wieder aus dem Portal herausgenommen wurde. Zur Vollansicht oben rechts klicken.

Wie oft so etwas vorkomme, könne nicht gesagt werden: "Da gibt es keine Zahlen".

"Ich kann mir denken, wer das gemacht hat.."

Bis dahin und auch darüber hinaus machte der Eigentümer aber einen nervenzehrenden Streifen mit. Er hat keinerlei Interesse, sein Haus zu verschenken. Er vermutet einen Racheakt: „Ich kann mir denken, wer das gemacht hat, aber ich kann es nicht beweisen. Ich erstatte keine Anzeige, ich will nur meine Ruhe haben“, war die Reaktion des alleinlebenden Seniors, für den es ab 10 Uhr unruhig wurde. 

Denn da stand die erste Frau vor der Tür, die das Angebot annehmen wollte. Von wegen, die Familie interessiert sich nicht für ihn: Im Beisein der Frau telefonierte er mit seiner Schwester, um sie über die Ungeheuerlichkeit zu informieren.

Zahlreiche Interessenten hoffen auf Haus-Schnäppchen

Als der Anzeiger von dem vermeintlich sensationellen Angebot mit traurigem Hintergrund erfuhr und zur angegebenen Adresse fuhr, stand dort bereits ein Wagen: Der Fahrer wollte wohl bis 12.30 Uhr warten. Ihm zuvor kamen aber drei andere Personen, die an der Haustür klingelten, darunter eine Frau mit ausländischem Akzent. Von der Küche aus rief ihnen der Hausbesitzer zu, sie sollten verschwinden, es gäbe nichts zu kaufen. 

Von sich aus sprach er die Bemerkung „bevorzugt an Asylsuchende“ an: „Ich habe mit den Menschen noch nie Probleme gehabt“. Der Mann, der seinen Alltag allein bestreitet und seinen Wagen neben dem Haus geparkt hat, ist weit davon entfernt, in ein Altenheim zu ziehen. Was aber die interessierte Kundschaft nicht wissen kann.

"Eine Sauerei gegenüber dem Mann"

Nur, dass es „offensichtlich nicht stimmen konnte“ stellte ein Vater mit seinem Sohn fest, die es dennoch versuchten, aber zügig wieder verschwanden. Ein weiterer „Bewerber“, der von einem Freund auf das Angebot aufmerksam gemacht worden war, nannte den Vorgang „eine Sauerei gegenüber dem Mann“. Er hatte mit ihm an der Haustür gesprochen – in den fünf Minuten betraten drei weitere Interessenten das Grundstück.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare