Es fährt zwei Wochen lang kein einziger Zug

Ohne Bahn: Zwangspause in Wuppertal für neues Stellwerk

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Wuppertal - Ausnahmezustand in Wuppertal: In den gesamten Osterferien fährt in der Industriestadt und im Umland kein einziger Zug. Die Pendler leiden.

Wuppertal ist ab dem Wochenende für die gesamten Osterferien vom Bahnverkehr abgeschnitten. Grund für den mehr als 16-tägigen Stopp sind Vorarbeiten für die Installation eines neuen Stellwerks. 

Die 32 Millionen Euro teure Investition soll überalterte Anlagen ersetzen und den Schienenverkehr störungsfreier machen. Die Arbeiten haben aber massive Folgen für Pendler. Nach Auskunft des Verkehrsverbundes VRR sind an normalen Werktagen außerhalb von Ferien rund 60.000 Fahrgäste in der Region unterwegs.

Bei dieser bislang in NRW beispiellosen Maßnahme liegt der Bahnverkehr in der 350.000-Einwohner-Stadt bis zum 24. April um 4 Uhr brach. Die auf der Strecke fahrenden vier Bahnunternehmen haben einen Buspendelverkehr eingerichtet. Stündlich gibt es bis zu 20 Abfahrten mit mehr als 50 Bussen ab Wuppertal Hbf. Die Routen gehen direkt nach Düsseldorf, Solingen sowie durch Wuppertal. Der Verkehrsverbund VRR rechnet mit deutlich längeren Fahrzeiten.

Die Mitteilung der Deutschen Bahn zur Baustelle Wuppertal

Nach Angaben der Bahn gibt es wegen der Arbeiten an Weichen und Signalen keine Alternative zu einer Vollsperrung. Auch die geografische Lage der Stadt im engen Tal wirke sich aus. Die Verlegung in die Ferienwoche sei eine bewusste Entscheidung, weil dann weniger Pendler unterwegs sind. Auch die Vorgehensweise sei erprobt. 2016 sei eine Strecke bei Bamberg in Bayern 34 Wochen dicht gewesen. In Frankfurt habe der zentrale S-Bahn-Tunnel bereits drei Male für Erneuerungsarbeiten gesperrt werden müssen.

Der Stopp des Bahnverkehrs in den Osterferien ist in Wuppertal der Vorgeschmack auf einen noch längeren Stopp. In den Sommerferien wird mehr als sechs Wochen lang kein Zug fahren. Anschließend soll das neue Stellwerk in Betrieb gehen.

Von den aktuellen Maßnahmen sind neben Pendlern auch andere Institutionen betroffen. Der Direktor des renommierten Von der Heydt-Museums in Wuppertal, Gerhard Finckh, befürchtet "dramatische" Auswirkungen. "Das wird uns Besucher kosten, und nicht nur uns, sondern die ganze Stadt", sagt er. Viele Museumsbesucher kämen mit der Bahn.

Direkt nach den Osterferien beginnt für die 22.000 Studenten an der Wuppertaler Universität das Sommersemester. Die Hochschule setzt nach Angaben eines Sprechers darauf, dass der Bus-Pendelverkehr einen Ausgleich schafft. Von dem Bahnstopp in den Sommerferien ist die Uni wegen Vorlesungszeit und Prüfungen aber noch deutlich stärker betroffen. - dpa

Quelle: wa.de

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