Tiere erschlagen und zertreten

Einbrecher sabotieren Vogel-Forschungsprojekt - 15 Mauersegler tot

In Olpe (NRW) haben Einbrecher ein Forschungsprojekt der Uni Siegen sabotiert und 15 Mauersegler getötet. Die Vögel brüteten in der Ronnewinkler Talbrücke.
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In Olpe (NRW) haben Einbrecher ein Forschungsprojekt der Uni Siegen sabotiert und 15 Mauersegler getötet. Die Vögel brüteten in der Ronnewinkler Talbrücke. (Symbolfoto)

Als wäre die eigentliche Tat nicht schon schlimm genug: Durch einen Einbruch in Olpe (NRW) sind 15 Mauersegler verendet. Die Vögel gehörten zu einem Forschungsprojekt der Uni Siegen. Die Täter ließen auch Material der Forscher mitgehen.

  • In Olpe (NRW) sind unbekannte Täter in einen Pfeiler der Ronnewinkler Talbrücke eingebrochen.
  • Dort sabotierten sie ein Forschungsprojekt der Uni Siegen.
  • 15 unter Artenschutz stehende Mauersegler starben.

Olpe (NRW) - Seit 2012 läuft an der Ronnewinkler Talbrücke an der B55 in Olpe im Sauerland ein Forschungsprojekt der Uni Siegen: Forscher untersuchen dort das Verhalten von Mauerseglern. Die unter Artenschutz stehenden Vögel haben in einer Hohlkammer in einem Brückenpfeiler Brutstätten.

Doch nun sind 15 Mauersegler tot - durch einen Einbruch: Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, seien in der Nacht auf den 16. Juli unbekannte Täter in die Hohlkammer des Brückenpfeilers in Olpe eingebrochen, indem sie zuvor das Vorhängeschloss, mit dem das Schutzgitter verschlossen war, mit einem Bolzenschneider durchtrennt hatten.

Olpe (NRW): Mauersegler durch Einbruch aufgeschreckt

Die Einbrecher gelangten nach Angaben der Polizei so in einen ersten Teil der Hohlkammer in dem Pfeiler, in dem Gerätschaften und Forschungsmaterial des Projekts untergebracht sind. Die Mauersegler selbst brüten im zweiten Teil der Hohlkammer. Weil die Einbrecher die Beleuchtung einschalteten, waren die Vögel irritiert und flogen daraufhin orientierungslos in der Hohlkammer unterhalb der Ronnewinkler Talbrücke in Olpe umher, so die Vermutung der Polizei in Olpe.

In der Hohlkammer wurden später die Kadaver von 15 Mauerseglern gefunden, die die Einbrecher offenbar getötet haben. Ein Sprecher der Universität Siegen sagte, einige Vögel seien erschlagen worden. Nester seien umgestoßen worden und Jungtiere, die noch nicht fliegen konnten, hätten zertreten am Boden gelegen.

Die Einbrecher stahlen darüber hinaus aus dem ersten Teil der Hohlkammer laut Polizei einen Wekzeugkoffer, in dem sich ein Chip-Lesegerät, eine Beringungszange, eine Präzisionswaage, eine Stirnlampe und diverse Kleinteile im Gesamtwert von rund 400 Euro befanden. Die Täter hinterließen vor Ort in Olpe eine abgebrochene Dachlatte.

Olpe (NRW): Mauersegler sterben - Uni Siegen setzt Belohnung aus

Die Täter haben sich also nicht nur wegen des Einbruchsdiebstahls strafbar gemacht. Das Töten der unter Artenschutz stehenden Mauersegler stelle „eine Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz“ dar, die die Polizei berichtet. Die Universität Siegen lobt nun für den entschiedenen Hinweis, der zur Täterermittlung maßgeblich beiträgt, eine Belohnung von insgesamt 1000 Euro aus. Die Hinweise nimmt die Polizei in Olpe unter Tel. 02761/92690 entgegen.

Dass es keine gute Idee ist, Tieren zu nahe zu kommen, musste auch ein Wanderer erleben: Er lief mit seinem Hund über eine Viehweide, wo er von Kühen überrannt und schwer verletzt wurde.

Es gab in den vergangenen Wochen aber auch tierische Geschichten mit Happy End in NRW: In Dortmund rettete die Feuerwehr Eichhörnchenbabys, die unter Dachziegeln eingeklemmt waren. 40 Einsatzkräfte waren nötig, um in Oelde zwei Rinder zu retten, die in eine Güllegrube gefallen waren.

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