1. SauerlandKurier
  2. Nordrhein-Westfalen

Polizei parkt quer auf Behindertenparkplätzen bei Lidl —„Musste das sein?“

Erstellt:

Von: Sebastian Schulz

Kommentare

Polizeiauto parkt auf zwei Behindertenparkplätzen am Lidl-Markt in Olpe
Quer über zwei Behindertenparkplätze war das Polizeiauto vor dem Lidl-Markt in Olpe am Montag geparkt. © Privat

Das Foto zeigt ein maximal unglücklich geparktes Polizeiauto. Es blockiert zwei Behindertenparkplätze. Der Grund hat auch mit Sesamringen und Trinkhalmen zu tun.

Olpe (NRW) - Es war ein Passant, der das Bild am Montag (9. Januar) machte. Das Foto zeigt ein Polizeiauto, das gegen 13.15 Uhr quer vor dem Eingang des Lidl-Marktes in Olpe abgestellt ist. Der Wagen ist so geparkt, dass er gleich zwei Behindertenparkplätze blockiert — und das, obwohl daneben noch ein Familienparkplatz und ringsum viele weitere Parkplätze frei gewesen wären.

Polizei parkt quer auf Behindertenparkplätzen bei Lidl —„Musste das sein?“

„Musste das sein?“, fragte der Einsender des Bildes wissen. Auf Anfrage von sauerlandkurier.de nannte die Polizeipressestelle den Grund für die wilde Parkposition der Beamten. Die Polizisten seien wegen eines Ladendiebstahls zum Lidl alarmiert worden. Man hätte sicher auch woanders parken können, sagte Polizeisprecherin Esther Schöttke, aber „weil Fluchtgefahr bestand und schnelles Handeln erforderlich war, kann es in diesem Fall erlaubt sein, dort zu parken“.

Man müsse sich bewusst machen, dass gerade bei Ladendiebstählen die Stimmung sehr oft angespannt, die Gemüter erhitzt sind. Nach dem Notruf sei noch unklar gewesen, worum es geht und um wie viele Diebe es sich handelte. Es sei für die Kollegen darum gegangen, eine Gefahr abzuwehren, betont Schöttke.

Streifenwagen parkt auf Behindertenparkplätzen: Polizisten mussten schnell handeln

Das schnelle Eingreifen hatte sich gelohnt. Die Polizisten trafen den Täter und weitere Tatverdächtige noch vor Ort an und konnten die Personalien aufnehmen. Offenbar handelte es sich um eine Lappalie: Bei dem „Diebesgut“ soll es sich laut Polizeisprecherin Schöttke um Sesamringe und Trinkhalme gehandelt haben.

So konnte der Einsatz bereits um 13.27 Uhr und damit 22 Minuten nach dem Notruf beendet werden. Zeit genug war es dennoch, damit dieses Foto entstehen konnte. Esther Schöttke ist überzeugt: Wenn jemand den Behindertenparkplatz in der Einsatzzeit hätte nutzen wollen und die Polizisten gebeten hätte, das Auto wegzufahren, nachdem die Gefahr abgewendet war, hätten die Beamten den Wagen auch umgeparkt.

Im Kreis Olpe, direkt an der A45, entsteht ein hochmodernes Trainingszentrum für die Polizei. Es geht um den Ernstfall. Ab 2026 sollen dort Einsatzkräfte der Kreispolizeibehörden Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Olpe und Siegen-Wittgenstein zum Beispiel für Verkehrskontrollen oder Amok-Lagen geschult werden. 

Auch interessant

Kommentare