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Polizei trifft Mieter bei Zwangsräumung zwei Mal - 48-Jähriger stirbt

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Von: Katharina Bellgardt

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Die Polizei hat in Nordrhein-Westfalen einen Mann getötet. Er wurde erschossen, als seine Wohnung zwangsgeräumt werden sollte. Schon zuvor bedrohte er Polizisten.

Update vom 4. August, 14.46 Uhr: Der Tote ist obduziert worden. Laut Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer trafen ihn zwei Schüsse, zwei Beamte sollen jeweils einen Schuss abgegeben haben. Der 48-Jährige starb noch in der Wohnung.

Ein Schuss habe den Mieter in die Schulter getroffen, der anderen in den linken Oberschenkel. Der Mann war bereits vor dem tödlichen Einsatz polizeibekannt und hatte Drohungen gegen die Gerichtsvollzieherin ausgesprochen. Bei der Zwangsräumung kam es dann zur Eskalation.

Tödliche Schüsse auf Mieter bei Zwangsräumung - Mann wird von Polizei erschossen

Update vom 3. August, 14.21 Uhr: Es sind weitere Details zum tödlichen Schuss in Köln bekannt geworden. Laut dpa wurde der getötete 48-Jährige bereits vorher von der Polizei als gefährlich eingeschätzt. Wie viele Polizisten am Mittwoch bei der Zwangsräumung im Einsatz waren, ist noch unbekannt.

Der zuständige Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer teilte dpa mit, dass derzeit geprüft werde, wie viele Polizisten auf den Mann schossen. Eine Obduktion des Leichnams ist angeordnet worden. Laut Staatsanwaltschaft wurden die Polizisten direkt bedroht, nicht die Gerichtsvollzieherin. Der getötete Mann soll bereits im Juni 2022 vor dem Amtsgericht Köln angeklagt worden sein. Der Oberstaatsanwalt sagt: „Der Anklage lag der Vorwurf zugrunde, Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet zu haben, nachdem der Beschuldigte seinen Suizid angekündigt und sich gegen die ihm zu Hilfe eilenden Polizeibeamten mit Tritten zur Wehr gesetzt hatte.“

Tödlicher Polizei-Einsatz: Polizisten erschießen Mann bei Zwangsräumung

Köln - Ein Mann ist in Köln von der Polizei erschossen worden. Er soll bei der Zwangsräumung seiner Wohnung die Polizisten und die Gerichtsvollzieherin bedroht haben. Dabei fiel der tödliche Schuss.

Der 48 Jahre alte Mann habe laut Polizeimitteilung die Polizisten mit einem Messer angegriffen. Die Polizisten hätten versucht ihn mit Pfefferspray und der Androhung des Schusswaffengebrauchs zu stoppen. Dies sei jedoch erfolglos geblieben, man habe daraufhin erschossen.

Ein Mieter wurde in Köln von der Polizei erschossen. ER ist das zweite Todesopfer nach Polizei-Schüssen in NRW 2022.
Ein Mieter wurde in Köln von der Polizei erschossen. ER ist das zweite Todesopfer nach Polizei-Schüssen in NRW 2022. © Oliver Berg/dpa

Die Wohnung des Mannes sollte zwangsgeräumt werden. Der 48-Jährige habe bereits im Vorfeld Bedrohungen ausgesprochen, sodass die Gerichtsvollzieherin des Amtgerichts die Polizei um Hilfe gebeten habe.

Mann stirbt nach Polizei-Einsatz: Mieter drohte bei Zwangsräumung

Aktuell ermittelt die Polizei Bonn, wie es zu dem tödlichen Schuss kam. Diese wurde aus Neutralitätsgründen hinzugezogen.

Tödliche Schüsse durch die Polizei sind in Deutschland relativ selten. Laut Statistik von CILIP - einer deutschen Fachzeitschrift, die vom Institut für Bürgerrechte und öffentliche Sicherheit herausgegeben wird, gab es 2021 deutschlandweit acht Todesschüsse durch die Polizei.

2022 gab es bisher drei tödliche Schuss-Einsätze, einer davon in Nordrhein-Westfalen. Getötet wurde ein psychisch kranker Mann in Neukirchen-Vluyn, er soll die Polizisten mit einem Fleischermesser bedroht haben, so CILIP. Die anderen beiden Todesfälle waren in Frankfurt am Main - hier starb ein 23-Jähriger - und in Gunzhausen, Bayern. Der Mann soll in dem fränkischen Ort randaliert haben, die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass er das Haus, in dem er lebte, selbst in Brand steckte, wie Merkur.de berichtet.

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