Schlangenexperte berichtet

So landete der Königspython im Müll

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Mann findet Königspython im Mülleimer

Bönen - Mit dem Abfall ist eine etwa ein Meter lange Würgeschlange am Montagabend in die Mülltonne vor dem Haus gelangt. Dort wurde sie von einem Nachbarn entdeckt, der sich sofort Hilfe holte. 

Nichtsahnend die Mülltonne zu öffnen und dann in die Augen eines Königspythons zu blicken, sorgt wohl bei den meisten Menschen für einen furchtbaren Schreck. Auch der Bönener, der genau dieses am Montagabend erlebt hat, alarmierte sofort die Polizei.

Die Beamten brachten Michael Hußmann aus Unna mit. Der Schlangenexperte nahm das Tier mit nach Hause, wo es von Sohn Daniel Hußmann gesäubert wurde. „Sie hat schon nett gerochen und war voller Ketchup“, erzählt der 28-Jährige. Einen Schock habe die Würgeschlange aber nicht davon getragen. „Die stecken das gut weg“, ist der Experte überzeugt. Schlangen seien in der Regel nicht so hoch entwickelt, dass sie von solchen Erlebnissen ein Trauma davon tragen würden. „Wirklich intelligent sind einige Gift- und Riesenschlangenarten, der Königspython eher nicht.“ 

Besitzerin hat nicht an den Abfalleimer gedacht

Warum das Tier überhaupt in der Mülltonne gelandet ist, hat Daniel Hußmann von der Besitzerin des Tieres erfahren, die heilfroh war, ihr Reptil unversehrt bei ihm wieder abholen zu können. „Sie hatte ein neues Terrarium gekauft, dass für Schlangen geeignet sein sollte. Das hatte aber einen feinen Spalt, den sie nicht bemerkt hat. Die Schlange konnte sich durchquetschen.“ Dass die junge Frau das Tier nicht sofort gesucht hat, findet der Fachmann normal. „Wenn ungiftige Schlangen in der Wohnung abhanden kommen, ist es wenig sinnvoll, alles auf den Kopf zu stellen. Die tauchen wieder auf. Wichtig ist nur, dass alle Türen und Fenster geschlossen werden.“ 

Schlangenexperte Michael Hußmann kümmerte sich um den Ausreißer. 

Das hat die Bönenerin getan – nur an den Abfalleimer hat sie nicht gedacht. „Das ist ein Fehler, der jedem passieren kann“, so Daniel Hußmann. Er hat den Eindruck, dass sich die Besitzerin aber mit dem Thema beschäftigt hat und den Königspython verantwortungsvoll hält. „Zum Glück ist die Schlange ja auch gefunden worden. Sonst hätte sie draußen nicht lange überlebt“, ist sich der Unnaer sicher. 

Heimische Schlangenarten sind kaum noch bekannt

Daniel Hußmann wird von der Polizei und der Feuerwehr inzwischen regelmäßig angerufen, wenn im Kreis eine Schlange gefunden wird. Oft kommt das aber nicht vor. „Vielleicht ein oder zweimal im Jahr“, erzählt er. Häufig ist es auch ein Fehlalarm: Dann handelt es sich um eine einheimische Art. „Viele Leute wissen nämlich gar nicht mehr, wie die einheimischen Schlangen aussehen“, erklärt der Züchter. Tatsächlich sind Kreuzottern, Aspisvipern, Würfel-, Ringel-, Glatt- oder Schlingnattern nur noch selten in hiesigen Gefilden zu sehen. Und wenn, sind sie in Gefahr. „Manche hauen einfach mit dem Spaten drauf“, hat Hußmann erfahren. Dabei sind diese Arten völlig harmlos. Wer eine Schlange entdeckt, sollte aber vorsichtshalber immer einen Experten fragen.

Quelle: wa.de

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