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Wegen Corona in Quarantäne: Regeln in NRW - Das müssen Infizierte und Kontaktpersonen beachten

Corona breitet sich in NRW weiter aus. Mit den vielen Neu-Infizierten müssen auch etliche Kontaktpersonen in die häusliche Quarantäne. Hier die Regeln im Überblick.

Hamm - Wer in diesen Tagen einen Anruf von einem der Gesundheitsämter in NRW bekommt, dem dürfte zunächst nicht mehr zum Lachen zumute sein. Denn in Zeiten steigender Corona-Zahlen bedeutet ein Anruf aus dem Gesundheitsamt in den meisten Fällen, dass man Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte - also: Quarantäne. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Covid-19\tBezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Corona-Quarantäne in NRW: Regeln für Kontaktpersonen und Infizierte

Doch was bedeutet das eigentlich, „in Quarantäne“ zu müssen? Was darf ich, was nicht - abgesehen von den allgemeinen Corona-Regeln in NRW? Die Landesregierung NRW handelt hierbei nach dem Infektionsschutzgesetz und den Vorgaben der Robert-Koch-Instituts (RKI).

Zunächst einmal muss eine Begrifflichkeit geklärt werden. Man unterscheidet nämlich streng genommen zwischen einer Quarantäne und einer Isolierung. In Quarantäne müssen Personen, die das Coronavirus in sich tragen oder verbreiten könnten. Wichtig ist hierbei das Wort „könnten“. Es handelt sich dabei meist um Kontaktpersonen von Erkrankten oder um Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Eine Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein oder auch freiwillig angetreten werden.

Von einer Isolierung spricht man, wenn sich eine Person nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert hat. Wichtig aber: In beiden Fällen gelten dieselben Schutzmaßnahmen. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Corona in NRW: Wann muss ich in Quarantäne - und wer benachrichtigt mich?

Eine Quarantäne wird behördlich angeordnet. „Eine behördliche Anordnung erfolgt, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat“, erläutert die Landesregierung NRW auf ihrer Internetseite. Die Anordnung einer Quarantäne ist in Deutschland im Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt. Meistens ordnet sie das örtliche Gesundheitsamt an.

Außerdem gilt auch die Anordnung zur Quarantäne, wenn jemand aus einem Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreist. Von der Regelung gibt es aber einige Ausnahmen, wie die Landesregierung hier mitteilt.

Corona in NRW: Wann gelte ich als Kontaktperson und muss in Quarantäne? Regeln im Überblick

Eine kurze Frage mit gefühlt endloser Antwort. Zunächst besteht laut RKI ein hohes Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus und darauf folgend Anlass zur Quarantäne, wenn eine Person innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem nachweislich Corona-Infizierten hatte. Ein enger Kontakt - so sagen es die Regeln - bedeutet dabei, dass die Person mit dem Infizierten mindestens 15 Minuten gesprochen hat und dabei weniger als 1,5 Meter Abstand hatte beziehungsweise angehustet oder angeniest worden ist, während der Infizierte ansteckend war.

Gleiches Risiko gilt bei Kontakt unabhängig vom Abstand, wenn sich „Viruspartikel in Aerosolen bei mangelnder Frischluftzufuhr in Innenräumen anreichern, weil sie über Stunden in der Luft schweben können“, heißt es beim RKI. Das könnte etwa in Großraumbüros der Fall sein.

Ich bin Kontaktperson von einer Kontaktperson - muss ich jetzt in Quarantäne? Regeln in NRW

Doch was passiert mit mir, wenn mein Lebenspartner in Quarantäne muss, weil er beispielsweise auf der Arbeit Kontakt zu einem positiv Getesteten hatte? Die Antwort wird einige verblüffen: nichts. Das RKI schreibt: „Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten Covid-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss ebenfalls nicht in Quarantäne.“ In diesem Fall ist man keine Kontaktperson, hat laut RKI kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung und kann auch niemanden anstecken.

Nach dieser Regelung richten sich auch die Behörden in NRW - die meisten zumindest. Denn wer wann unter Quarantäne gestellt wird, ist zu einem guten Stück eine individuelle Entscheidung der Mitarbeiter im Gesundheitsamt – je nachdem, wie die jeweilige Verbindung zu einem Infizierten beurteilt wird. Das führt dazu, dass eine Gesamtstrategie für Außenstehende zumindest schwer zu erkennen ist.

Für Kopfschütteln sorgt dabei oft die oben beschriebene Regel, dass Kontaktpersonen von Kontaktpersonen in den meisten Fällen nicht unter Quarantäne gestellt werden. Selbst die Stadt Hamm ist mit der aktuellen Vorgehensweise auch nicht vollkommen zufrieden. 

Corona in NRW: Ich muss in Quarantäne - was gibt es zu beachten?

Quarantäne bedeutet häusliche Absonderung: Das Haus/die Wohnung darf nicht verlassen werden. Das heißt auch, dass die betroffene Person nicht einkaufen, mit dem Hund spazieren gehen, den Müll rausbringen oder zum Briefkasten gehen darf. Das oberste Gebot ist Kontaktvermeidung. Also muss auch der Kontakt etwa zu Paketboten oder Essenslieferanten vermieden werden.

Leben mehrere Personen in einem Haushalt und nur einer steht unter Quarantäne, muss sich diese Person innerhalb der Wohnung/des Hauses von den anderen isolieren. Diese Regel bedeutet: Einzelzimmer und, wenn möglich, auch ein eigenes Badezimmer. Die Person sollte Abstand von den anderen Haushaltsmitgliedern halten.

Das RKI rät bei der häuslichen Quarantäne:

  • die Hygieneregeln einzuhalten.
  • bei neu auftretenden Symptomen umgehend das Gesundheitsamt zu informieren.
  • Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde zu bitten, einzukaufen und die Lebensmittel vor die Tür zu stellen.
  • auch die seelische Gesundheit zu pflegen und weiterhin Kontakte „nach außen“ zu pflegen.

Für weitere Informationen und Tipps hat das RKI ein Merkblatt veröffentlicht.

Corona-Regeln in NRW: Wie lange muss ich in häusliche Quarantäne und wann werde ich entlassen?

In der Regel gilt: 14 Tage Quarantäne. Das hat den Hintergrund, dass die maximale Zeitspanne zwischen einer Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen 14 Tage beträgt. Eine Entlassung ist frühestens nach zehn Tagen möglich. Das alles entscheidet aber immer das örtliche Gesundheitsamt in NRW.

Bei nachweislich Infizierten dürfen mindestens 48 Stunden keine Krankheitszeichen mehr aufgetreten sein. Bei schweren Covid-19-Verläufen muss zudem ein negativer Test vorliegen. Erst dann kann die Person die - in dem Fall - Isolierung verlassen.

Das RKI hat extra Entlassungskriterien entwickelt, nach denen die Behörden entscheiden.

Was passiert, wenn ich mich nicht an die Quarantäne in NRW halte?

Das wird teuer: Wer sich nicht an die Quarantäne-Regeln in NRW hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit - und die kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Rubriklistenbild: © Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

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