Durchsuchungen in Dortmund und Wenden

Mehrere Festnahmen bei Razzia gegen Geldautomaten-Aufbrecher - halbe Million Euro Beute

Bei einer Razzia unter anderem in Dortmund und Wenden hat die Polizei am Donnerstag sieben Geldautomaten-Aufbrecher festgenommen.
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Bei einer Razzia unter anderem in Dortmund und Wenden hat die Polizei am Donnerstag sieben Geldautomaten-Aufbrecher festgenommen.

Der Polizei ist am Donnerstag ein großer Schlag gegen eine Gruppe von Kriminellen gelungen, die mehr als 30 Geldautomaten aufgebrochen und geplündert haben sollen. Sieben Männer wurden unter anderem in Dortmund und im Sauerland festgenommen. Noch in der Nacht waren die Täter aktiv.

  • Die Polizei hat am Donnerstag in NRW und Hessen eine große Razzia durchgeführt.
  • Vorausgegangen waren Ermittlungen gegen eine Gruppe von Geldautomaten-Aufbrechern.
  • Unter anderem in Dortmund und Wenden (NRW) hab es sieben Festnahmen.

Dortmund/Wenden (NRW) - In den Morgenstunden haben am Donnerstag Einsatzkräfte der Polizei unter Federführung der Staatsanwaltschaft Dortmund und der Polizei Dortmund zehn Wohnungen in NRW und Hessen durchsucht. Die Razzia ist demnach das Ergebnis "sehr umfangreicher" Ermittlungen, die seit dem Herbst 2019 laufen , wie Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt mitteilten. 

Die Tätergruppe sei "dringend tatverdächtig, in mindestens 32 Fällen Geldautomaten im SB-Bereich von Banken und Sparkassen aufgebrochen zu haben". Bei einigen Taten seien die Männer nicht über den Versuch hinaus gekommen, in vielen Fällen seien sie allerdings erfolgreich gewesen, wie sauerlandkurier.de* berichtet. Polizei und Staatsanwaltschaft sprechen nach aktuellem Erkenntnisstand von mindestens 500.000 Euro Beute. "Da die Täter sehr brachial vorgingen, wird alleine der Sachschaden auf einen sechsstelligen Bereich geschätzt", berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. 

Razzia in Dortmund und Wenden: Tatorte in NRW und anderen Bundesländern

Die bekannten Tatorte liegen demnach im Rheinland, im Bergischen Land, aber auch in Rheinland-Pfalz, in Sachsen-Anhalt und in Baden-Württemberg. Im Laufe der ersten Ermittlungen fand die Polizei heraus, dass einige der Hauptverdächtigen sich schwerpunktmäßig in Dortmund aufhalten und die Taten von dort aus planten. Daraufhin setzte die Polizei Dortmund im vergangenen Jahr in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Dortmund eine Ermittlungskommission ein, die "aufgrund der sehr umfangreichen Ermittlungen und der überregionalen Streuung der Tatorte" durch Ermittler anderer Polizeibehörden unterstützt worden sei.

Am Donnerstag erfolgte nun bei einer Razzia der Zugriff durch Einsatzkräfte der Polizei. Durchsucht wurden nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft zehn Objekte in Dortmund, Leverkusen, Wenden und Weiterstadt (Hessen).

Besonders pikant: Noch während der Einsatzvorbereitungen in den frühen Morgenstunden erfuhren die Ermittler, dass die gesuchte Tätergruppe offensichtlich nach einem aktuellen Geldautomaten-Aufbruch gerade auf der Rückreise nach Dortmund war. "Tatsächlich hatten fünf Verdächtige aus der bekannten Tätergruppe in der Nacht einen Geldautomaten im SB-Bereich einer Volksbank in Iserlohn aufgebrochen und das Bargeld erbeutet", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. 

Razzia in Dortmund und Wenden: Festnahmen bei Aufteilung der Beute

Lange freuen konnten die Männer sich über ihren "Erfolg" aber nicht: Noch während die fünf Täter ihre Beute - laut den Ermittlern ein sechsstelliger Bargeldbetrag - aus der Nacht in einer Wohnung in Dortmund untereinander aufteilten, nahmen Polizisten die Männer fest. Ein laut Polizei "überaus athletischer" Beschuldigter versuchte noch, über die Außenfassade des Hauses flüchten, wurde aber durch Einsatzkräfte, die das Gebäude umstellt hatten, ebenfalls festgenommen. Bei den geplanten Wohnungsdurchsuchungen in Dortmund stellte die Polizei dann neben der Beute aus Iserlohn auch Tatwerkzeug und Autos sicher.

Vor einer weiteren Durchsuchung in Wenden im Sauerland war ein Tatverdächtiger, der den Ermittlern nach eigenen Angaben "völlig unbekannt" war, zunächst mit einem Fahrzeug geflüchtet und hatte einen Verkehrsunfall verursacht. Daraufhin setzte er seine Flucht zu Fuß fort und entkam. Eine Fahndung nach dem Mann läuft noch, wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten. Eigentlich suchten die Einsatzkräfte in Wenden einen anderen Tatverdächtigen, den sie vor Ort auch festnahmen. 

Bei der Razzia in Wenden flüchtete ein Tatverdächtiger und verursachte einen Unfall.

Razzia in Dortmund und Wenden: Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Die Ermittlungen sind laut Polizei und Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen. "Daher können weitere Details zum laufenden Verfahren nicht bekannt gegeben werden", heißt es. 

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange lobte die über Monate andauernde akribische Ermittlungsarbeit: "Ich bin sehr froh, dass wir diese Tatserie mit sehr hohen Schadenssummen jetzt beenden konnten. Die Staatsanwaltschaft und die Ermittlungskommission der Dortmunder Polizei haben in den letzten Monaten in enger Abstimmung zum Teil rund um die Uhr an der Aufklärung gearbeitet. Dass jetzt sieben Beschuldigte in Haft gegangen sind, werte ich als einen großen Erfolg. Und die aktuelle Tat zeigt, wie wichtig es war, diese Bande zu stoppen." 

Zuletzt hatte es in NRW auch eine Razzia gegen sogenannte Reichsbürger gegeben. Bei einer Razzia in zwölf Shisha-Bars unter anderem in Hagen, dem Märkischen Kreis und Siegen stellten die Ermittler kiloweise unverzollten Tabak sicher.

*sauerlandkurier.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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