Es fehlen aber 110 Millionen Kubikmeter gegenüber langjährigem Mittel

Regenfälle füllen die Talsperren: Pegelstände steigen deutlich

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Der Möhnesee ist unverändert die Talsperre mit dem prozentual geringsten Füllstand. In der letzten Woche hat sich der aber immerhin um mehr als fünf Prozent erhöht.

Sauerland - Die starken Regenfälle zeigen Wirkung: Die Füllstände von Möhnesee, Biggesee, Sorpesee und Hennesee haben sich im letzten Monat deutlich verbessert. So lag der Gesamt-Füllstand aller Talsperren am Montagmorgen nach Angaben des Ruhrverbandes bei 57,1 Prozent - Tendenz steigend. Klar ist aber auch nach der langen Trockenzeit: Von den statistisch üblichen Januar-Werten sind die Talsperren noch weit entfernt.

Von "vorsichtigem Optimismus" spricht Britta Balt, stellvertretende Pressesprecherin des Ruhrverbandes in Essen im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Situation entwickele sich in die richtige Richtung.

Sie schränkt aber auch direkt ein: "Wir liegen noch weit unter dem jahreszeit-üblichen Stand. 110 Millionen Kubikmeter fehlen aktuell gegenüber dem, was üblicherweise in einem durchschnittlichen Jahr aufgestaut wäre. Wir merken also immer noch die Auswirkungen des langen, heißen Jahres 2018", so Balt.

Biggesee fast bei 70 Prozent, Möhne bei 43,4 Prozent

In der sogenannten "winterlichen Aufstauphase" sei es völlig normal, dass die Wassermenge in den Talsperren im Sauerland anschwelle.

Am besten gefüllt ist von den vier großen Talsperren die Bigge (67,4 Prozent), unverändert am schlechtesten die Möhne (43,4/+5,4% seit dem 31.12.2018). Sorpe und Henne haben die 50-Prozent-Marke inzwischen wieder überschritten.

Pro Sekunde 83,8 Kubikmeter mehr rein als raus

So flossen beispielsweise am Montagmorgen um 8 Uhr pro Sekunde 88,2 Kubikmeter Wasser in die Talsperren hinein, aber nur 4,4 Kubikmeter pro Sekunde wieder hinaus.

"Dieser Zufluss ist natürlich positiv, aber auch eine Momentaufnahme durch den starken Regen der letzten Tage, vor allem von Sonntag. Es bleibt nicht dabei, das wird sich zwischen 10 und 15 Kubikmeter pro Sekunde einpendeln. Wir haben aber auch über Monate hinweg das 10, 12 oder sogar 15-fache von dem unten aus den Talsperren abgegeben, was oben reingekommen ist", erläutert Britta Balt weiter.

Das Niedrigwasser in den Talsperren in Bildern

Von oben gesehen: Niedrigwasser in den Talsperren des Märkischen Kreises

Imposante Eindrücke: Der (fast) leere Möhnesee aus der Luft

Versunkene "Schätze": Niedrigwasser am Sorpesee

Stausee als "Trockenwüste": Niedrigwasser am Hennesee

Unproblematisch ist die Situation nach den ergiebigen Regenfällen im Einzugsgebiet der Ruhr samt Lenne und Volme: Von den neun Pegeln hat nur der Ruhr-Pegel in Bachum die Meldegrenze überschritten (2,29 Meter).

In Altena beispielsweise liegt die Meldegrenze (von der Bezirksregierung Arnsberg festgelegter Wert) bei 1,90 Meter, der gemessene Wert am Montagmittag lag bei 1,38 Meter.

Füllstände (in Prozent) im Vergleich

Möhne

Henne

Sorpe

Bigge

3.12.2018

32,0

34,7

46,2

48,5

7.1.2019

43,4

55,4

51,7

67,4

Ruhr, Lippe, Volme und Lenne führen zwar deutlich höhere Wasserstände, aktute Hochwassergefahr aber besteht nach Angaben des Hochwassserwarndienstes der Bezirksregierung Arnsberg nirgendwo.

Hier gibt es die aktuellen Werte der Möhne

Grafik zur Stauhöhe

Grafik zum Stauinhalt

Hier gibt es die aktuellen Werte der Henne

Grafik zur Stauhöhe

Grafik zum Stauinhalt

Hier gibt es die aktuellen Werte der Sorpe

Grafik zur Stauhöhe

Grafik zum Stauinhalt

Hier gibt es die aktuellen Werte der Bigge

Grafik zur Stauhöhe

Grafik zum Stauinhalt

Quelle: wa.de

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