Bandidos MC Hohenlimburg/Witten

Rockergruppierung verboten: Durchsuchungen auch im Ruhrgebiet und Märkischen Kreis

Polizeieinsatz in Altena-Dahle.
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Rockergruppierung verboten: Einsatz in Altena-Dahle.

Großeinsatz im Morgengrauen: Fast 500 Polizisten haben am Morgen, teils schwer bewaffnet, das Verbot eines Bandidos-Chapters im Ruhrgebiet durchgesetzt.

[Update] Hagen/Märkischer Kreis - Das NRW-Innenministerium hat am Donnerstag eine weitere Rockergruppierung verboten. Der Verein „Bandidos MC Hohenlimburg/Witten“ und die dazu gehörende Teilorganisation „Los Compadres Hagen“ sei am Donnerstag untersagt worden, teilte das Innenministerium in Düsseldorf mit. Im Zusammenhang mit dem Verbot standen am Morgen mehrere Hausdurchsuchungen, unter anderem im Märkischen Kreis.

Als Grund für das Verbot gibt das Innenministerium in einer Mitteilung an, Mitglieder der Rockergruppierungen stünden im Verdacht, schwere Straftaten verübt und eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Der jetzt verbotene Verein mit 28 Mitgliedern sei die Nachfolgeorganisation des Bandidos-Chapters MC Hagen, der sich im März 2019 selbst aufgelöst habe.

Rockergruppierung verboten: Versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung

Innenminister Herbert Reul sagte in Düsseldorf: „Auf das Konto der Mitglieder gehen versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung sowie zahlreiche Verstöße gegen das Waffengesetz. Es gab Schießereien auf offener Straße. Die Rocker spielen mit dem Leben von unschuldigen Menschen und bedrohen die öffentliche Sicherheit. Es ist die Pflicht des Staates, hier durchzugreifen und die Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Brutal ausgetragene Feindschaften duldet die Polizei nicht. Das Gewaltmonopol hat der Rechtsstaat, nicht die Rocker.“

Am Landgericht Hagen sitzen zurzeit in zwei Prozessen mehrere Bandidos-Rocker aus der Region wegen Schießereien in Köln und Hagen sowie wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung auf der Anklagebank. Im November 2018 und Januar 2019 kam es laut Anklage in Köln zu zwei Attentaten mit Schusswaffen auf verfeindete Rocker der „Hells Angels“. Eines der Opfer erlitt dabei schwere Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Im zweiten Fall sollen „Bandidos“-Rocker auf ein Lokal geschossen haben, das sie den „Hells Angels“ zurechneten. Mehrere Schüsse durchschlugen die Eingangstür, verletzt wurde niemand.

Rockergruppierung verboten: Durchsuchungen in 28 Objekten

In Altena-Dahle, „Auf der Ebene“ war die Polizei Dortmund seit 6 Uhr mit einem Großaufgebot im Einsatz. Wie an den anderen Orten, die am Morgen durchsucht werden, soll dort die Verbotsverfügung des Innenministeriums zugestellt, außerdem das Vereinsvermögen und Beweismaterial sichergestellt werden.

Die Polizei ist zeitgleich auch in Hagen, Dortmund, Lünen, Lüdenscheid, Schwerte und Köln im Einsatz. 28 „Objekte“ wurden und werden durchsucht, wie die Polizeipressestelle Dortmund mitteilt. 488 Polizeibeamte sind nach Angaben des Innenministeriums im Einsatz, darunter Kräfte der Spezialeinheiten und der Bereitschaftspolizei. Sichergestellt wurden demnach bisher unter anderem mehrere Motorräder, Kutten und geringe Mengen Betäubungsmittel.

Das Verbot sei Bestandteil der konsequenten Null-Toleranz-Strategie von Innenminister Herbert Reul, heißt in der IM-Mitteilung. „Ich danke allen, die diesen Einsatz unter strenger Geheimhaltung geplant und so professionell durchgeführt haben“, wird Reul zitiert. - dpa/eB

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