Fenster sollen geschlossen bleiben

Schadstoffwolke über Oberhausen: Behälter mit Schwefelsäure gebrochen

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Zwischenfall in einem Chemiebetrieb

[Update 13 Uhr] Oberhausen - Der Zwischenfall mit einer großen Säurewolke in Oberhausen ist nach Angaben des betroffenen Chemiebetriebs durch einen Fehler beim Entladen eines Schiffes ausgelöst worden. Es sei Salzsäure in einen Tank mit Schwefelsäure eingeleitet worden, sagte "Hamm Chemie"-Betriebsleiter Axel Knauber.

Das Unternehmen "Hamm Chemie" gehört zum Unternehmensverbund "Wocklum Gruppe", der seinen Sitz in Balve im Sauerland hat.

Über Stunden war die Säurewolke über Teile der Stadt gezogen. Rund 150 Menschen meldeten sich nach Polizeiangaben mit Atemwegsbeschwerden beim Rettungsdienst. Anwohner wurden aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und Fenster und Türen geschlossen zu halten. 

Aus dem Tank sei keine Flüssigkeit ausgetreten, betonte Knauber. Knauber sprach von "menschlichem Versagen" und bat die Menschen in Oberhausen um Entschuldigung. "Ich sage Ihnen, wie das ist: Sie müssen Super tanken und tanken Diesel." Die Kriminalpolizei kläre derzeit die Details und spreche mit den erfahrenen Mitarbeitern, die alle seit mindestens zehn Jahren im Unternehmen arbeiteten. Knauber schätzte den materiellen Schaden am Tank auf rund 1,5 Millionen Euro. 

Der rund 3000 Tonnen fasende Tank sei zur Zeit des Unfalls mit ungefähr 300 bis 400 Tonnen gefüllt gewesen. Die Stadt Oberhausen richtete einen Krisenstab ein, sagte der Beigeordnete für öffentliche Ordnung, Frank Motschull. Trinkwasser sei durch den Säureaustritt nicht gefährdet. 

Es werde auch Wasser in Kläranlagen gespült. Krankenhäuser seien informiert worden. Die sichtbare Säurewolke hatte sich am Vormittag über mehrere Hundert Metern ausgedehnt und war in Richtung Nordost gezogen. Die Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer ein, um sie zu bekämpfen. 

Die Säurewolke über Oberhausen ist nach Angaben der Feuerwehr inzwischen "weitestgehend niedergeschlagen" worden. Es werde aber noch ein bis zwei Stunden dauern, bis es gesicherte Informationen gebe, ob von dem gebrochenen Säuretank weiterhin eine Gefahr ausgehe, sagte Feuerwehrleiter Gerd Auschrat. 

Der geborstene Tank in einer Chemiefabrik wird nun mit Tanklastwagen geleert. Das werde noch viele Stunden dauern. Insgesamt seien rund 130 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Die Stadt Oberhausen richtete ein Bürgertelefon ein, an das sich Anwohner mit Fragen zu der Schadstoffwolke wenden können: 0208/825-3168. Die Behörden sicherten den Bereich weiträumig ab. 

Dadurch kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. "Mehrere Hauptverkehrsadern sind gesperrt", sagte ein Polizeisprecher. 

Auch der Verkehr auf der Autobahn 42 war stark beeinträchtigt. Eine nahegelegene Abfahrt der Autobahn wurde gesperrt. In den nahegelegenen Stadtteilen von Oberhausen wurde der Bus- und Bahnverkehr eingestellt. Auf dem Rhein-Herne-Kanal wurde der Schiffsverkehr gestoppt. 

Die Deutsche Bahn rechnete damit, dass auf der Linie von Wesel nach Düsseldorf und Koblenz zwischen Oberhausen Hauptbahnhof und Sterkrade bis zum Nachmittag keine Züge fahren können.

Quelle: wa.de

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