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Seniorin (76) in Borchen getötet: Tochter (46) auch an Tat beteiligt?

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© picture alliance / dpa

[Update 14.40 Uhr] Die Staatsanwaltschaft Paderborn und die Mordkommission des Polizeipräsidiums Bielefeld haben am Freitagnachmittag weitere Ergebnisse der Ermittlungen zum Tötungsdelikt aus Borchen von Sonntagabend mitgeteilt. Eine Seniorin (76) war hier umgebracht worden.

Bielefeld - Nach aktuellen Angaben konnte inzwischen endlich auch die Ehefrau des tatverdächtigen Schwiegersohns des Opfers vernommen werden.

Zur Erinnerung: Die Frau (46) war nach einem Unfall auf der A3 bei Nürnberg plötzlich auf die Gegenfahrbahn gelaufen, war dort von einem Fahrzeug erfasst und schwer verletzt worden.

"Die Ermittlungen der Bielefelder Mordkommission 'Trift' ergaben inzwischen, dass auch eine Tatbeteiligung der Ehefrau des Tatverdächtigen nicht auszuschließen ist.

Ermittler konnten die schwer verletzte 46-jährige Frau nun im Krankenhaus vernehmen, wobei sie Angaben zur Sache machte. Ihre Aussagen werden derzeit mit den weiteren Ermittlungsergebnissen abgeglichen.

Die möglichen Hintergründe der Tat sind weiterhin Gegenstand umfangreicher Ermittlungen", so Staatsanwaltschaft und Polizei.

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Ermittler hätten den Tatort über die gesamte Nacht von Sonntag auf Montag auf Spuren untersucht. Am Montag sei dann der Leichnam durch Rechtsmediziner obduziert worden.

"Die Obduktion bestätigte, dass die Frau durch Fremdeinwirkung ums Leben kam und es sich somit tatsächlich um ein Tötungsdelikt handelt", so Staatsanwaltschaft und Polizei.

Der Schwiegersohn (53) des Todesopfers, der in einem Hotel nahe Nürnberg festgenommen worden war, war am späten Montagnachmittag dem Haftrichter in Nürnberg vorgeführt worden, der die Untersuchungshaft anordnete und ihn dem dortigen Justizvollzug übergab.

"Der Tatverdächtige wird anwaltlich vertreten und macht derzeit keinerlei Angaben zur Sache. Weitere Angaben zum Obduktionsergebnis sowie den weiteren Ermittlungen können zurzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden", hieß es am Dienstag abschließend.

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Es klingt wie ein fiktives Familiendrama, ist aber das wahre Leben! Nachdem im Kreis Paderborn die Leiche eine 76-Jährigen entdeckt wird, geraten deren Schwiegersohn (53) und Tochter (46) ins Visier der Ermittler. Die werden auf der A3 bei Nürnberg in einen Unfall verwickelt. 

Im Anschluss daran rennt die Frau plötzlich über die Autobahn, wird dort erfasst und schwer verletzt. Der Mann quartiert sich in einem Hotel ein, wo ihn dann in der Nacht Spezialkräfte der Polizei festnehmen.

In einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Paderborn und der Polizei Bielefeld hieß es am Montagnachmittag, dass Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags beantragt worden sei.

Der Tatverdächtige werde im Laufe des Tages dem Amtsgericht Nürnberg vorgeführt. "Die Ermittlungen der Bielefelder Mordkommission werden durch Beamte der Kripo Nürnberg unterstützt.

Spurensicherung abgeschlossen - Motivlage offen

Hintergründe zu der Tat, die Motivlage und der Tathergang sind derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Nähere Informationen liegen hierzu noch nicht vor.

Die Spurensicherung am Tatort konnte inzwischen abgeschlossen werden. Aufschluss über die Todesursache soll eine für heute anberaumte Obduktion ergeben", so die Ermittler.

Angehörige macht sich Sorgen und ruft Feuerwehr

Sehr ausführlich äußerten die sich bereits zu den Vorkommnissen rund um den Fund der Leiche der 76-Jährigen in Borchen bis hin zum Unfall auf der A3 und der Festnahme de Mannes.

So habe am Sonntag (22. September) in den Abendstunden eine Angehörige die Rettungsleitstelle der Feuerwehr verständigt, weil sie sich Sorgen gemacht habe, da sie die 76-jährige Frau nicht erreichen konnte. 

Hinweise auf ein Tötungsdelikt entdeckt

"Die Rettungskräfte fanden im Haus in Borchen schließlich den leblosen Körper vor und informierten die Polizei. Es wurden Verletzungen festgestellt, die auf ein Tötungsdelikt hinwiesen.

Durch das Polizeipräsidium Bielefeld wurde eine 12-köpfige Mordkommission aus Bielefelder und Paderborner Ermittlern unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Alexander Scholz eingerichtet.

Spuren deuten auf Schwiegersohn hin

Bei der Tatortaufnahme wurden Spuren gesichert, die darauf hindeuten, dass der 53-jährige Schwiegersohn der Frau in das Tatgeschehen verwickelt sein könnte, der gemeinsam mit seiner Ehefrau ebenfalls in dem Haus lebt.

Es lagen Hinweise vor, dass das Ehepaar bereits am Morgen des 22. September 2019 mit dem Auto weggefahren war. Es wurde eine Fahndung eingeleitet.

Leitplanke überquert und von Fahrzeug erfasst worden

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass der Pkw des Ehepaares gegen 11 Uhr auf der A3 bei Nürnberg in einen schweren Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen verwickelt war, bei dem auch ein Pkw-Fahrer ums Leben kam.

Der Wagen des Ehepaares aus Borchen kam dabei auf dem Seitenstreifen zum Halten. Nach Berichten des PP Mittelfranken stieg aus diesem Fahrzeug unvermittelt eine Frau aus, lief über die Autobahn, überquerte die Mittelleitplanke und wurde schließlich auf der Gegenfahrbahn von einem Fahrzeug erfasst. 

Mann im Hotel in der Nähe des Krankenhauses

Die Frau wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass sich der Ehemann der schwer verletzten Frau in einem Hotel in der Nähe des Krankenhauses aufhielt.

In enger Abstimmung mit der Bielefelder Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Paderborn konnte der 53-jährige Borchener aufgrund des Verdachtes, an der Tötung seiner Schwiegermutter an der gemeinsamen Wohnanschrift beteiligt gewesen zu sein, durch Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Mittelfranken aus Nürnberg heute Nacht gegen 1 Uhr in dem Hotel festgenommen werden." - eB

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