Chaos im Skigebiet

Schnee und Touristen-Ansturm: Keine Alternativen mehr im Sauerland - aber trotzdem gute Nachrichten

Der Winter ist im Sauerland angekommen - viele Touristen wollen in den Schnee rund um Winterberg. Dort herrschte absolutes Chaos. Gibt es Alternativen für Ausflüge?

  • Der Schnee lockt aktuell viele Touristen ins Sauerland.
  • Besonders Winterberg ist für einen Ausflug beliebt, wegen der Corona-Lage sollte man jedoch von einem Besuch absehen.
  • Es gibt aber viele Alternativen zu dem beliebte Skigebiet am Kahlen Asten. (News zum Coronavirus)

Update vom 4. Januar, 11.29 Uhr: Nach dem Touristen-Chaos am Wochenende im gesamten Sauerland (und in der Eifel) sind auch die Alternativen keine Alternativen mehr. Willingen ist überfüllt, der Kreis Olpe ebenso, an der Nordhelle wurden über 600 Parkverstöße festgestellt. Von Besuchen in all diesen Regionen ist derzeit abzuraten - viele Parkplätze sind gesperrt, es sind zu viele Menschen vor Ort und der Verkehr staut sich. Aber gute Nachrichten: Ab Mittwoch soll es in fast ganz Nordrhein-Westfalen schneien.

BergKahler Asten
Höhe841,87 Meter
Lagebei Winterberg (Hochsauerlandkreis)
GebirgeRothaargebirge

Ansturm auf Winterberg: Es gibt Alternativen mit Schnee im Sauerland

Hamm - Viel Schnee und richtige Winter-Stimmung: Trotz Corona nutzen viele Touristen die Tage zwischen Weihnachten und dem ersten Wochenende in 2021. Besonders beliebt ist dabei die Skigebiete in Winterberg. An mehreren Tagen kam es hier zum Chaos durch die vielen Besucher. Doch es gibt Alternativen zum Spazierengehen und Rodeln im Sauerland.

Die Straßen zu den beliebtesten Ausflugzielen im Sauerland waren am Montag nach Weihnachten vollkommen dicht, auch am Dienstag kommt es wieder zu Staus auf der B 480 - der wichtigsten Verbindung nach Winterberg. Und auch am Samstag sind die Skigebiete in und um Winterberg wieder komplett voll. Die Polizei rät dringend zum Umdrehen.

Und auch die Stadt versucht, Tagestouristen regelrecht abzuwehren und bittet Ausflügler, nicht anzureisen. Auch in anderen Skigebieten im Sauerland gab es einen regelrechten Besucher-Ansturm - obwohl die Lifte und Pisten wegen Corona noch bis mindestens 10. Januar geschlossen sind. In Sundern-Wildewiese hatte das bereits Konsequenzen: Die Stadt hat das örtliche Skigebiet am Montag gesperrt.

Aktuell ist die Chance auf Schnee in Lagen über 600 Metern besonders hoch - und das trifft auf einige Orte im Sauerland zu. Alternativen zum Spazierengehen, Wandern und Rodeln. Natürlich ist im Lockdown von Ausflügen allgemein abzusehen. Wenn er jedoch dringend gebraucht wird, sollten Touristen darauf achten, nicht an belebte Orte zu fahren, sondern möglichst einsam spazieren gehen. Denn das Infektionsrisiko in Menschenmassen ist hoch - und der Lockdown dafür eingerichtet, diese zu verhindern.

Schnee im Sauerland: Fachwerkstädtchen und Gebirge in Hallenberg

Die südlichste Stadt des Hochsauerlandes ist das historische Fachwerkstädtchen Hallenberg. Auf dem Aussichtsturm am Heidekopf kann man auf das Rothaargebirge und das hessische Bergland blicken. Der Heidekopf hat eine Höhe von 704,1 Metern. An dem Berg finden sich Wandererparkplätze, der Gipfel ist nur zu Fuß zu erreichen.

Rund um Brilon Winterzauber - auf zum höchsten Berg des Sauerlands, dem Langenberg

Brilon liegt im östlichen Sauerland. Die Stadt liegt in einer Höhe von 450 Metern - hier sind auf Webcam-Aufnahmen bereits Schnee zu sehen. Die Landschaft rund um Brilon und Olsberg weist die größten Höhenunterschiede im Sauerland auf. Der Langenberg ist der höchste Berg von NRW. Mit 843,2 Metern liegt er an der Grenze zu Hessen. Er liegt südlich von Bruchhausen auf dem Rothaarkamm, der Anstieg bis zum Gipfel ist eine Herausforderung für Wanderer.

Wallanlage und Wandern im Schnee: der Borberg bei Petersborn

Der Borberg nahe Petersborn ist 670,2 Meter hoch. Der Gipfel des Bergs im Rothaargebirge liegt knapp 2,5 Kilometer südwestlich von Petersborn, einem Ortsteil von Brilon. Besichtigenswert für Touristen ist auch die frühmittelalterliche Wallanlage, die auf einer Höhe von etwa 602 Metern liegt. Wanderparkplätze finden sich an der B 251 von Gudenhagen-Petersborn und der B480 von Olsberg.

Der Himberg bei Lennestadt als Ziel für Wanderer

Der Himberg ist 688,5 Meter hoch und damit der höchste Berg der Saalhauser Berge im Sauerland. Über seinen Gipfel verläuft die Grenze zwischen Hochsauerlandkreis und Kreis Olpe. Über den Himberg können Wanderer über den Christine-Koch-Weg und den Homertweg gelangen.

Berg im Stadtgebiet von Lüdenscheid: Wandern an der Homert

Die Homert im Ebbegebirge erreicht eine Höhe von 538,3 Metern und liegt im Westen des Sauerlands, im Märkischen Kreis. Sie ist der höchste Berg im Stadtgebiet von Lüdenscheid. Auf dem Aussichtsturm „Homertturm“ können Touristen über das Sauerland bis zum Ruhrgebiet blicken. Wanderwege führen an der Versetalsperre und an der Jubachtalsperre vorbei.

Mühlenkopfschanze, Wanderungen und hohe Berge rund um Medebach

Nahe Medebach, das direkt neben Winterberg liegt, gibt es zahlreiche hohe Berge, darunter der Bollerberg, Winterkasten, Alte Grimme, Hohe Pön, Schlossberg und Emmet. Der Hohe Pön ist etwa 795 Meter hoch und benachbart zum Mühlenkopf - bekannt für die Skisprungschanze Mühlenkopfschanze - derzeit die größte Großschanze weltweit. Zum Bollerberg (759,7 Meter hoch) lockt der Bollerbergturm, die über den Buchenhagenweg zu erreichen ist. Es gibt mehrere Aussichtspunkte zur Medebacher Bucht und einen Wandererparkplatz.

Hohe Bracht bei Lennestadt: Der berühmteste Aussichtsturm im Kreis Olpe wegen Corona geschlossen

Die Hohe Bracht bei Bilstein im Kreis Olpe liegt fast bei 600 Metern: 57,9 Meter ist der Berg im Südsauerländer Bergland hoch. Der Aussichtsturm mit Gastronomie ist aufgrund des Lockdowns derzeit geschlossen. Der Berg bei Lennestadt hat zwei Kuppen, dazwischen liegt auf einem Bergsattel ein Parkplatz. Auf der Hohe Bracht gibt es eine Skipiste mit Lift und Langlauf-Strecken - jedoch sind aufgrund von Corona Lifte und sonstige Anlagen derzeit geschlossen.

Winterberg warnte am Montag Touristen vor der Anreise: Es kam zu Chaos.

Chaos im beliebten Skigebiet: Auch Olpe-Fahlenscheid rät von Besuchen ab

Abzuraten ist von einem Besuch im ebenfalls beliebten Skigebiet in Olpe-Fahlenscheid. Derzeit ist es keine geeignete Alternative zu Winterberg, da auch hier mit vielen Touristen trotz Corona-Pandemie zu rechnen ist.

Das Skigebiet teilt auf seiner Facebook-Seite mit, dass Ski- und Rodelpisten nicht geöffnet werden dürfen, obwohl Schnee liegt. Auch die Parkplätze würden deswegen nicht für Besucher geräumt werden.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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