Polizei ermittelt wegen "Störung des öffentlichen Friedens"

Nach angekündigter Amoktat: Schüler ist wieder auf freiem Fuß - Motiv unklar

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Einen Amok-Alarm hatte die Schule am Mittwoch nicht ausgelöst (Symbolfoto).

[Update] Hüsten - Die Ermittlungen der Polizei nach der angekündigten Amoktat am Franz-Stock-Gymnasium in Hüsten laufen weiter. Mittlerweile ist aber klar: Der 17-Jährige, der angekündigt hatte, die Schule "reinigen" zu wollen, hatte offenbar keine solche Tat geplant. Sein Motiv ist allerdings weiterhin unklar.

Update vom 28. März, 11.43 Uhr: Der 17-jährige Schüler, der am Dienstag angekündigt hatte, eine Sportstunde des Franz-Stock-Gymnasiums "reinigen" zu wollen, und daraufhin am Mittwochmorgen festgenommen wurde, hat laut Polizei keine Amoktat geplant. "Wir haben das Zuhause des jungen Mannes durchsucht und keine Waffen oder ähnliche gefährliche Gegenstände gefunden", erklärte Polizeisprecher Holger Glaremin auf Nachfrage.

Es habe daher "zu keiner Zeit" eine Gefahr bestanden. Der 17-Jährige sei am Mittwochnachmittag an seine Eltern übergeben worden. Gegen ihn werde nun wegen einer "Störung des öffentlichen Friedens durch Ankündigung einer Straftat" ermittelt. Der entsprechende Paragraf 126 des Strafgesetzbuches sieht eine bis zu dreijährige Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vor.

Unklar ist weiterhin, warum der Schüler die Amok-Tat in einem WhatsApp-Chat angekündigt hat. Wie Glaremin berichtete, tat er das übrigens nicht nur einmal, sondern mehrfach. "Möglicherweise war es ein schlechter Scherz", sagte der Polizeisprecher. Aber auch mangelnde Aufmerksamkeit sei ein mögliches Motiv.

Der 17-Jährige wurde während des Unterrichts festgenommen (Symbolfoto).

Lesen Sie hier unsere ursprüngliche Berichterstattung:

Große Aufregung am Franz-Stock-Gymnasium in Hüsten: Ein Schüler hatte in einem Chat gedroht, die Schule "reinigen" zu wollen. Die Polizei nahm den 17-Jährigen am Mittwochmorgen fest.

Wie die Polizei mitteilte, wendeten sich Schüler des Gymnasiums zu Schulbeginn an die Schulleitung. "In einem WhatsApp-Chat hatte der Mitschüler angekündigt, im Verlauf des Vormittags in der Sporthalle die Sportstunde zu 'reinigen'", berichtete die Polizei. 

Die Schulleitung informierte daraufhin direkt die Polizei. Allerdings löste sie keinen offiziellen "Amok-Alarm" aus, wie Polizeisprecher Holger Glaremin im Gespräch mit der Redaktion erklärte.

Schüler leistet bei Festnahme keinen Widerstand

Da sich der Schüler im Unterricht befand, nahmen die alarmierten Beamten ihn im Schulgebäude fest. Der 17-jährige leistete nach Polizeiangaben keinen Widerstand. Waffen führte er nicht mit. "Das lief alles sehr geordnet ab", berichtete Glaremin.

Die Polizei durchsuchte anschließend die Sporthalle. Waffen oder andere gefährliche Gegenstände wurden dabei aber ebenfalls nicht gefunden. "Eine Gefahr für die Schülerinnen und Schüler bestand nicht", betont die Polizei. Momentan laufen die weiteren Ermittlungen. "Wir sind derzeit mit den Befragungen und Vernehmungen beschäftigt", sagte Glaremin.

Polizei nimmt Warnungen grundsätzlich ernst

Daher könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zweifelsfrei gesagt werden, ob der junge Mann seine Drohung ernst meinte oder ob es sich um einen schlechten Scherz handelte. Grundsätzlich nehme die Polizei solche Vorfälle sehr ernst. "Man sollte sich gut überlegen, was man in sozialen Netzwerken vebreitet", meinte Glaremin.

Der Polizeisprecher kündigte aufgrund der "gründlichen und sorgfältigen Ermittlungen" an, dass sich die Behörde erst am Donnerstag wieder zu dem Vorfall äußern werde.

Hier wurde der Schüler festgenommen:

Quelle: wa.de

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