50er-Inzidenz als Ziel

Schule in NRW: Klare Forderung von Eltern - „Wir können nicht länger...“

Die ersten Schulen in NRW haben geöffnet. Grundschulen und Abschlussklassen sind wieder im Präsenzunterricht. Eltern haben eine klare Forderung für weitere Klassen.

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

Schule in NRW: Eltern fordern mehr Präsenzunterricht

Die ersten Schulen in NRW sind wieder im Präsenzunterricht. Aber bisher nur Grundschulen und Abschlussklassen. Die Landeselternschaft der Gymnasien fordert nun täglichen Präsenzunterricht für alle Klassen in NRW. Mit einer Reduzierung der Unterrichtsstunden sowie Verteilung auf Vor- und Nachmittage wäre das möglich, sagte die Verbandsvorsitzende Jutta Löchner am Mittwoch in Düsseldorf.

Eine Umfrage der Landeselternschaft habe alarmierenden Handlungsbedarf zutage gefördert: Demnach erwarten mehr als 40 Prozent der über 41.000 Eltern, die geantwortet haben, mittelgroße bis schwerwiegende Wissenslücken durch den eingeschränkten Unterricht in der Corona-Pandemie. Fast 30 Prozent der Eltern mit Kindern im 5. Jahrgang gaben an, sich „nahe am Limit“ zu fühlen. Rund 40 Prozent beantworteten die Frage „Wie geht es ihrem Kind?“ mit: Frustriert die fehlenden Sozialkontakte setzen meinem Kind zu“ oder mit „nicht gut“. 1,6 Prozent der Eltern wollen sich sogar ärztliche oder psychologische Hilfe für ihre Kinder suchen.

Schulen in NRW: Schulmail erläutert Regelungen für die Primarstufe (Grund- und Förderschulen)

Update vom 11. Februar, 14.48 Uhr: Ab 22. Februar geht es an den Schulen in NRW weiter - zumindest teilweise. Wie von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) tags zuvor angekündigt, kehren die Grundschüler wie auch die Abschlussjahrgänge aus dem Distanzunterricht zurück. Vorgesehen ist ein Wechselmodell, über das das Ministerium die Schulen am Donnerstag in einer Schulmail informierte. Die Schulen hätten somit einen Vorlauf von zehn Tagen, um sich auf die neuen Regelungen vorzubereiten.

  • Alle Schülerinnen und Schüler erhalten möglichst im selben Umfang Präsenz- und Distanzunterricht. Dabei sind konstante Lerngruppen zu bilden.
  • Für das gesamte aus Präsenz- und Distanzunterricht bestehende Unterrichtsangebot gelten auch im Wechselmodell die jeweiligen Stundentafeln und Kernlehrpläne.
  • In den Präsenzphasen des Unterrichts sollte nach Möglichkeit der Unterricht in Deutsch, Mathematik sowie der Sachunterricht im Vordergrund stehen. Grundsätzlich können jedoch alle Fächer sowohl im Präsenz- als auch im Distanzunterricht erteilt werden.
  • Bei den festzulegenden Intervallen zwischen Präsenz- und Distanzunterricht erhalten die Schulen Gestaltungsspielräume und treffen die dafür notwendigen Abstimmungen wie zum Beispiel beim Schülerspezialverkehr mit dem Schulträger.
  • Angebote des Offenen Ganztags werden noch nicht regelhaft aufgenommen.
  • Zeitintervalle, bei denen Schülerinnen und Schüler länger als eine Woche lang keinen Präsenzunterricht erhalten, sind unzulässig.
  • Für Schülerinnen und Schüler, für die die Eltern an den Tagen des Distanzunterrichtes keine Betreuung ermöglichen können, ist eine pädagogische Betreuung in den Räumen der Schule oder anderen vom Schulträger bereitgestellten Räumen zu gewährleisten. Hierfür ist eine Anmeldung erforderlich.
  • Das Angebot steht Kindern mit OGS- bzw. Betreuungsvertrag zu den im Normalbetrieb üblichen Zeiten zur Verfügung. Für Kinder ohne OGS- bzw. Betreuungsvertrag kann sie im Rahmen der Unterrichtszeiten in Anspruch genommen werden. Individuelle Regelungen können vor Ort getroffen werden.
  • Es sollen möglichst konstante Betreuungsgruppen gebildet werden, Gruppenzusammensetzungen sind zu dokumentieren. Es ist möglich, dass die Kinder, die an den Betreuungsangeboten teilnehmen, durch die Teilnahme am Präsenzunterricht und an der Betreuung pro Tag zwei feste Bezugsgruppen haben.
  • Die erweiterte Betreuung – auf Initiative der Schule – kann weiterhin stattfinden. Das heißt, die Schule bietet Schülerinnen und Schülern, die zu Hause keine lernförderliche Umgebung haben, an, ihre Aufgaben in der Betreuung zu erledigen. Hierbei sollten insbesondere Schülerinnen und Schüler der ersten und vierten Klasse in den Blick genommen werden.
  • (Auszüge aus der Schulmail)

Zudem Yvonne Gebauer: Wenn die Inzidenz unter die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen sänken, dann würden zuerst die Grundschulen wieder in den vollen Präsenzunterricht gehen, sagte die Schulministerin in einer Sondersitzung des Landtags. Nächster Schritt sei dann, dass die anderen Jahrgänge in Wechselmodelle „oder gleich in den Präsenzunterricht“ gingen, berichtet msl24.de*.

Doch vorerst werden Schüler von weiterführenden Schulen auch nach dem 22. Februar weiter auf Distanz unterrichtet - Stichwort Homeschooling. Mit einem entsprechenden Antrag der Eltern werde jedoch für Schüler der Klassen 5 und 6 weiterhin eine pädagogische Betreuung ermöglicht.

Schule in NRW: Regelungen für die Abschlussklassen

Zurück in die Schulen dürfen derweil die Schüler, die vor Prüfungen stehen und die einen Abschluss ihrer bisherigen Schullaufbahn anstreben. Die Rückkehr in den Präsenzunterricht sei für Abschlussklassen auch in voller Klassenstärke möglich. „Mit dem Ziel der Kontaktreduzierung können Klassen und Lerngruppen jedoch auch geteilt werden, falls hierzu die personellen und räumlichen Voraussetzungen gegeben sind“, heißt es in der ausführlichen Schulmail des Landes NRW. Dabei kann es auch zu einem Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht kommen.

Im Falle von Abschlussjahrgängen der Sekundarstufe I sei zu prüfen, „ob Klassenarbeiten erst nach Ostern geschrieben werden können. In jedem Fall sollte ihnen eine längere Phase des Präsenzunterrichts vorausgehen.“ Für die gymnasiale Oberstufe gilt derweil, dass die notwendigen drei Vorabiturklausuren bis zu den Osterferien geschrieben werden müssen.

Schulmail in NRW: Klassenarbeiten werden reduziert - Klassenfahrten gestrichen

Für den Sportunterricht in der Corona-Pandemie gilt: Er findet grundsätzlich statt. Er soll jedoch im Freien stattfinden - „wann immer es die Witterung zulässt“. In der Sporthalle gilt eine Maskenpflicht. „Nur bei Phasen intensiver, körperlicher Ausdaueranstrengung soll auf das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden.“

Darüber hinaus ist eine Reduzierung der vorgeschriebenen Anzahl der Klassenarbeiten in diesem Jahr angedacht. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe I soll entsprechend angepasst werden. Im ersten Halbjahr ausgebliebene Klassenarbeiten müssen – sofern nicht bereits geschehen – nicht nachgeholt werden.

Klassenfahrten werden derweil aufgrund der Corona-Pandemie bis zum 5. Juli 2021 untersagt. Aktuell gilt die Regel für die Zeit bis zum 31. März 2021. Die Maßnahme wird angepasst.

Schule in NRW: Wechselmodell für Grundschüler - Plan für Präsenzunterricht steht

[Erstmeldung vom 10. Februar] Hamm - Wann dürfen die Kinder in Nordrhein-Westfalen wieder in die Schulen? Es war eine der großen Fragen auf dem Corona-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderchefs um NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Eine einheitliche Antwort gab es nicht.

Schulen in NRW: Öffnung am 22. Februar - Präsenzunterricht für Grundschüler und Abschlussjahrgänge

Wie Angela Merkel nach dem Corona-Gipfel verkündete, hätte sie sich eine Öffnung von Schulen und Kitas um den 1. März herum gewünscht. Doch bei den Bund-Länder-Beratungen wurde festgehalten, dass die Länder eigenständig über mögliche Öffnungen der Einrichtungen entscheiden. Sie habe bestimmte eigene Vorstellungen gehabt, sagte die Kanzlerin. Aber im Föderalismus gebe es tief verankerte Länderzuständigkeiten - und das seien Schule und Kita. „Und da ist es ganz einfach nicht möglich, dass ich als Bundeskanzlerin mich so durchsetzen kann, als hätte ich da ein Veto-Recht.“

NRW geht bei Schulen also einen eigenen Weg - und der sieht Teil-Öffnungen ab dem 22. Februar vor, wie Armin Laschet bei der Verkündung der Beschlüsse für Nordrhein-Westfalen erläuterte. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) habe in den vergangenen Wochen mehrere Gespräche geführt, um genau darauf nun vorbereitet zu sein, sagte der Landeschef.

Yvonne Gebauer erklärte, der Beschluss des Corona-Gipfels sei „für die Bildungschancen unserer Schülerinnen und Schüler die richtige Entscheidung.“ Die FDP-Politikerin sprach von einem „nötigen Spielraum für Präsenzzeiten für Unterricht in den Schulen“.

Schule in NRW: Wechsel-Modell für Grundschüler - Yvonne Gebauer betont Wichtigkeit für junge Schüler

Konkret bedeutet das für die Schulen in NRW: Ab dem 22. Februar startet an den Grundschulen der Unterricht im Wechsel-Modell. „Auch die Förderschulen der Primarstufen starten dann wieder“, erklärte Yvonne Gebauer: „Diese Schulen haben wir ganz besonders im Blick.“

Darüber hinaus werden auch die Jahrgänge, die in diesem Jahr ihre Prüfungen und Abschlüsse ablegen, aus dem Distanzunterricht wieder in die Schulen zurückkehren. Die NRW-Schulministerin erklärte, dass das Wechselmodell mit allen Beteiligten „umfangreich besprochen“ worden sei. Die höchste Zahl bis zu einem Wechsel betrage fünf Tage, über die Details werde das Ministerium die Schulen am Donnerstagvormittag informieren.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), und Yvonne Gebauer (FDP), Ministerin für Schule und Bildung von Nordrhein-Westfalen, erklären den Plan für die Schulen.

Für Yvonne Gebauer sei es nur „konsequent, dass die jüngsten unserer Schülerinnen und Schüler die ersten sein müssen, die wieder Unterricht in der Schule erhalten sollen - ganz besonders deshalb, weil diese jungen Schülerinnen und Schüler emotional, psychisch, aber auch sozial am meisten durch die Corona-Pandemie belastet sind und weil sie auch am meisten unter den drastischen Einschränkungen leiden“.

Schulen in NRW: Rückkehr zum Präsenzunterricht für alle bei einer Inzidenz von 50 und darunter

Die Schulministerin Nordrhein-Westfalens betonte, dass es der Anspruch der Landesregierung bleibe, „dass alle Schüler wieder schnellstmöglich in einen angepassten Präsenzunterricht in Corona-Zeiten zurückkehren können“. Daher stellte sich auch die Rückkehr der anderen Jahrgangsstufen an die Schulen in Aussicht. Liegt die Inzidenz über einen längeren Zeitraum bei 50 und darunter, werde es wieder Präsenzunterricht für alle geben. „Das ist die Perspektive, die ich allen geben möchte“, erläuterte Yvonne Gebauer.

Für die Öffnung der Schulen habe die NRW-Landesregierung aber auch entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet. Dieses „Schutzpaket“ beinhalte, dass es pro Tag zwei FFP2-Masken für Lehrer und OGS-Mitarbeiter gebe. Dazu sollen Lehrkräfte fortan das Angebot erhalten, zweimal pro Woche auf Corona getestet zu werden.

Yvonne Gebauer ist überzeugt: „Damit handeln wir sorgsam zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler, bleiben aber weiter achtsam was das Infektionsgeschehen und den Gesundheitsschutz angeht.“ *msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa

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