Testpflicht oder Distanzunterricht?

Schule in NRW: Wie geht es nach den Ferien weiter?

Nach den Osterferien geht es an den Schulen in NRW doch nicht mit Wechselunterricht weiter. Zumindest nicht für alle, wie Yvonne Gebauer nun mitgeteilt hat.

Update vom 8. April, 17.48 Uhr: Nach den vielen Diskussionen um die Testpflicht und den Distanzunterricht hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag bekanntgegeben, wie es nach den Osterferien an den Schulen in NRW weitergehen soll. Demnach ist die Rückkehr vom Wechselunterricht in den Distanzunterricht geplant.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Einwohner17.947.221 (31. Dezember 2019)

Update vom 8. April, 10.59 Uhr: Wie geht es an den Schulen weiter? Die Kultusminister der Länder um NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer beraten heute (16 Uhr) über das weitere Vorgehen. In neun der 16 Bundesländer gehen am Sonntag die Osterferien zu Ende - darunter auch Nordrhein-Westfalen.

In Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz ist bereits wieder Unterricht, in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland beginnt er an diesem Donnerstag. Hamburg hatte keine Osterferien, und in Hessen und Schleswig-Holstein dauern die Ferien noch bis Ende kommender Woche. Das Gespräch der Kultusministerinnen und -minister diene auch der Vorbereitung des nächsten Corona-Krisengipfels der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag, hieß es vorab von der Kultusministerkonferenz

Schule in NRW: Wie wird die Testpflicht zu Unterrichtsbeginn nach den Ferien umgesetzt?

Update vom 7. April, 17.35 Uhr: Kurz vor dem Ende der Osterferien gibt es viel Wirbel um die Corona-Schnelltests für Schulen in NRW. Ob die Testpflicht klappt, könnte zur Zitterpartie werden. Die Lieferungen verzögern sich, und es gibt Zweifel, ob die Menge an Tests reicht. Der Beginn der Lieferungen verschiebt sich auf Donnerstag und Freitag. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Erlass der Ministerien für Schule und Kommunales an die Schulleitungen hervor. Am Donnerstag solle nun mit der Belieferung von Grund- und Hauptschulen begonnen werden. Am Freitag sollen dann alle anderen Schulen folgen. Sollten sich weitere Verzögerungen im Logistikablauf ergeben, könne auch eine Auslieferung am Samstag nicht ausgeschlossen werden.

Geht es nach der Prognose der Grünen, werden sich aber gar nicht alle Schüler in NRW nach den Osterferien testen lassen können. Laut Zahlen aus dem Haushalts- und Finanzausschuss scheint die Landesregierung zu wenig Tests bestellt zu haben. Das Land habe in seinen Beschaffungsplänen vor den Osterferien mit 31, Millionen Tests pro Woche gerechnet, es sind jedoch gut 2,5 Millionen Schüler, die zweimal in der Woche getestet werden sollen. Die Grund- und Förderschulen seien da noch nicht einbezogen gewesen - inzwischen sollten aber auch sie testen. Schon in der zweiten Woche nach den Ferien ab dem 19. April könne die Landesregierung ihre Testpflicht mit den Plänen nicht mehr einhalten, erklärte die Grünen-Bildungspolitikerin Sigrid Beer gegenüber dpa.

Das Schulministerium wies Zweifel zurück und erklärte, dass allein schon in dieser Woche geplant sei, 5,5 Millionen Selbsttests an die Schulen zu versenden. Die Landesregierung gehe für den Schulbereich von einem wöchentlichen Bedarf von 5,5 Millionen Tests aus. Die entsprechende Kapazität für die nächsten Wochen sei bestellt worden und werde den Schulen zur Verfügung gestellt.

Ursprungsmeldung: Schule in NRW - so soll es nach den Osterferien weiter gehen

NRW - Lange war Rätselraten angesagt, wie es an den Schulen in Nordrhein-Westfalen nach den Osterferien 2021 weitergehen würde. Durch die einberufene Testpflicht steht inzwischen offenbar fest: Ein Teil der Schüler wird ab Montag (12. April) schon wieder in die Bildungseinrichtungen zurückkehren. Es gilt aufgrund von Corona weiterhin das Modell Wechselunterricht, wonach sowohl Elemente des Präsenzunterrichts als auch des Distanzunterrichts zur Geltung kommen werden. (News zum Coronavirus)

Schule in NRW: Wechselunterricht nach Osterferien 2021 - Gebauer kündigt Testpflicht an

Der große Unterschied zum Wechselunterricht vor den Osterferien 2021, an denen ja auch schon Corona-Schnelltests durchgeführt wurden, ist die neue Verbindlichkeit, die NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer mit einer Testpflicht schaffen will. Demnach soll es zwei verpflichtende Corona-Tests pro Woche für jeden Schüler in Nordrhein-Westfalen geben. Wie die Tests genau umgesetzt werden, ist noch unklar. Wie auch Ruhr24.de* berichtet, will die NRW-Landesregierung das Testpflicht-Konzept kurz vor dem Schulstart bekanntgeben.

Es mehren sich die kritischen Stimmen. Der Städtetag Nordrhein-Westfalen zweifelt etwa an, dass überhaupt genügend Corona-Tests für Schüler zur Verfügung stehen. Tatsächlich ist die Frage nach der Kapazität die entscheidende. Der Zeitpunkt der eingeführten Testpflicht lässt jedoch hoffen, dass die notwendigen Corona-Tests auch wirklich zur Verfügung stehen werden. Schließlich bieten die Osterferien derzeit die richtige Voraussetzung, um Lieferungen in die Wege zu leiten und organisatorische Fragen zu klären.

Schule in NRW mit Testpflicht: Armin Laschet nennt Bedingungen für Wechselunterricht

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet pries zuletzt den Einsatz von flächendeckenden und eng getakteten Tests in den Schulen an. Seine Worte waren drastisch: „Eines ist für mich klar: Schule kann nur öffnen, wenn überall das Testen funktioniert. Zweimal die Woche Testen ist die Bedingung dafür, dass überhaupt etwas geschieht“, so Laschet, der anfügte: „Mein Plädoyer war ja: Wir brauchen bundeseinheitliche Antworten.“

Nordrhein-Westfalen ist nicht das erste Bundesland, das auf den verbindlichen Einsatz von Corona-Tests setzt. Auch in Niedersachsen sind jene Tests bereits auf dem Vormarsch. Die niedersächsische Landesregierung hat dabei ein Konzept für die Testpflicht ausgearbeitet, das in dieser oder ähnlicher Form bald auch in NRW Realität werden könnte. Das Konzept setzt voraus, dass genügend Testkits vorhanden sind.

Schule in NRW: So könnte die Testpflicht auch in Nordrhein-Westfalen aussehen

  • Jeder Schüler, jede Schülerin, jeder Beschäftigte und jede Beschäftigte testen sich ab dem 12. April 2021 zweimal wöchentlich selbst.
  • Die Tests sind verpflichtend.
  • Getestet wird selbst und zuhause - vor Unterrichtsbeginn und nur an Präsenztagen.
  • Eltern und Erziehungsberechtigte müssen das negative Testergebnis (analog oder digital) schriftlich am Testtag bestätigen. Schulen können auch die Vorlage des benutzten Testkits verlangen.
  • Ohne ein negatives Testergebnis können Schülerinnen und Schüler nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.
  • Zuhause versäumte Tests können ausnahmsweise in der Schule nachgeholt werden – die Schulen stellen für diese Nachtests dort einen geeigneten Raum und Aufsichtspersonal zur Verfügung. Aber auch hier testen sich die Schülerinnen und Schüler selbst.
  • Bei einem positiven Testergebnis bleiben die Betroffenen zu Hause, informieren die Schule und nehmen Kontakt zu einem Arzt oder einem Testzentrum auf, um einen PCR-Test zu veranlassen. Die Schule informiert das Gesundheitsamt. Bei einem Positivtest in der Schule muss die Schülerin oder der Schüler unverzüglich nach Hause fahren oder abgeholt werden.

Schule in NRW: Yvonne Gebauer berät sich mit Verbänden - Testpflicht muss sich einpendeln

Ob die Testpflicht in NRW genauso umgesetzt wird, bleibt zunächst offen. Yvonne Gebauer (FDP) will noch am Mittwoch mit den Verbänden klären, wie genau es nach den Osterferien an den Schulen weitergehen soll. Auch Armin Laschet verwies auf das Treffen der Kultusministerkonferenz, das am Donnerstag stattfindet: „Was in den Schulen in Nordrhein-Westfalen passiert, wird die Schulministerin in Kürze darstellen“, so der Landeschef.

In jedem Fall wird sich die Testpflicht in der Realität zunächst noch einpendeln müssen. Zumal weitere Fragen ungeklärt bleiben, ehe sie nicht ausprobiert wurden. Wie viele Nachtests müssen beispielsweise in den Schulen bereitstehen, um den versäumten Corona-Tests nachzukommen? Wie groß ist die Bereitschaft bei Eltern und Schülern, sich der Testpflicht ohne Veto zu fügen? Und können Testergebnisse als Selbsttests nicht zu leicht gefälscht werden?

Abi-Prüfungen 2021 werfen Fragen auf - SPD sieht NRW-Schulen nach Vorstoß von Armin Laschet in Schwebezustand

Außerdem häufen sich die unbeantworteten Fragen beim Thema Schulen in NRW, die mit der Testpflicht nichts zu tun haben. Gibt es etwa in den Schulen Nordrhein-Westfalens ein Abitur 2021 ohne Prüfungen, so wie es die Lehrergewerkschaft GEW fordert? Zuletzt verwies NRW-Ministerpräsident Armin Laschet darauf, die Abschlussprüfungen so abhalten zu wollen wie im vergangenen Jahr. Für abweichende Konzepte gebe es derzeit keinen Anlass. Je nach Entwicklung der Corona-Fallzahlen könnte sich der NRW-Ministerpräsident aber zu einem Kurswechsel gezwungen sehen.

Zeitgleich sorgte Armin Laschet mit seinem Brücken-Lockdown-Vorstoß für Verunsicherung. Er habe gefordert, Schulen müssen sich fortan auf „das Notwendige“ fokussieren. Ob der Wechselunterricht weitergehen kann oder Laschet unter Umständen eine zeitnahe Rückkehr in den Distanzunterricht meint, ließ der CDU-Parteivorsitzende offen.

Deshalb hat die SPD-Opposition nun reagiert. Sie sieht die Schulen in einem Schwebezustand. „2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und natürlich auch die Lehrkräfte wollen wissen, ob es für sie nach den Ferien nun mit dem Wechselunterricht weitergeht oder ob erneut Distanzunterricht an den NRW-Schulen angeordnet wird“, sagte SPD-Fraktionsvize Jochen Ott und übte Druck auf NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer auf.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth

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