Blaupause für mehr?

Kehrtwende: NRW kündigt Corona-Impfungen in Schulen an - der Plan

Die Ferien sind in NRW fast zu Ende, doch noch lange sind nicht alle Schüler gegen Corona geimpft. Deshalb will das Land nun Impf-Angebote direkt an Schulen anbieten.

NRW – Nordrhein-Westfalen wird nach den Ferien Schülern an Berufskollegs gezielte Impfangebote gegen das Coronavirus machen. Dies teilte die Landesregierung am Dienstag mit. Ähnliche Aktionen auch an anderen Schulformen schloss sie in NRW nicht aus. „Ob weitere besondere Impfaktionen erforderlich sind, wird fortlaufend geprüft“, hieß es auf Anfrage von wa.de. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

NRW plant Corona-Impfungen in Schulen - So soll das Angebot aussehen

In zwei Wochen enden die Sommerferien in NRW. Deshalb werden Forderungen nach mehr Corona-Schutz-Maßnahmen laut. Die Impfangebote sollen in den 53 nordrhein-westfälischen Impfzentren durch die Kreise und kreisfreien Städte organisiert werden. Dabei können, wie das Land ausführte, in Abstimmung mit den jeweiligen Schulträgern und der Schulleitung auch sogenannte aufsuchende – mobile – Impfangebote an oder in den Berufskollegs geschaffen werden. Damit kommt die schwarz-gelbe Landesregierung den Fraktionen von SPD und Grünen im Landtag entgegen, die bereits seit längerem niedrigschwellige Impfangebote auch an den Schulen fordern. Genau das hatten sowohl NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) als auch Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bislang abgelehnt.

Die Kehrtwende dürfte eine Reaktion auf den schleppenden Impffortschritt und den Beschluss der Gesundheitsminister der Bundesländer sein, die Impfungen für 12- bis 17-Jährige forcieren zu wollen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) dagegen empfiehlt Impfungen von Kindern trotz politischen Drucks nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko etwa wegen chronischer Erkrankungen wie Diabetes.

Kehrtwende: NRW plant mobile Corona-Impfungen in Schulen

„Wir haben sehr gute Erfahrungen mit den vielfältigen niedrigschwelligen Aktionen der Impfzentren seit der Woche des Impfens gemacht. Mit dem Impfangebot an Schülerinnen und Schüler und Beschäftigte von Berufskollegs gehen wir nun noch einen Schritt weiter“, sagte Gesundheitsminister Laumann. Gebauer wurde unter anderem mit diesen Worten zitiert: „Bei der weiteren Bekämpfung der Pandemie wird es künftig immer stärker auf solche pragmatischen Angebote ankommen, wie wir sie jetzt mit den mobilen Impfungen an unseren Berufskollegs umsetzen.“

Mobile Impfangebote sollen Impfungen an Berufsschulen in NRW ermöglichen.

Kehrtwende: Corona-Impfungen in NRW-Schulen - Noch lange nicht alle Schüler geimpft

Welche Rolle spielt nach den Ferien die Impfquote der 12- bis 17-Jährigen für die Durchführung eines sicheren Schulbetriebs und für einen regulären Präsenzbetrieb? Schließt das Land bei Corona eine Impfpflicht, wie es sie bei Masern gibt, als Voraussetzung für den Schulbesuch aus? Auf diese Fragen gaben sowohl das Schul-, als auch das Gesundheitsministerium am Dienstag keine Antworten.

Stattdessen verwies man darauf, dass die strengen Vorgaben für die Hygiene und den Infektionsschutz auch nach den Ferien in zwei Wochen weiter fortgelten werden. So bleibe vorerst die Testpflicht in der Schule bis zu den Herbstferien bestehen. Und: „Rechtzeitig vor dem Start ins Schuljahr 2021/22 werden die Schulen weitere konkrete Informationen zum Unterrichtsbetrieb erhalten.“ Die Landesregierung arbeite daran, dass das neue Schuljahr mit größtmöglicher Normalität beginnt. Geplant sei, mit Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler in das neue Schuljahr zu starten.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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