Pläne stehen fest

Schulen in NRW: Gebauer verrät Corona-Pläne nach den Sommerferien

Die Sommerferien in NRW stehen vor der Tür. Viele Eltern und Schüler fragen sich bereits, wie es danach in den Schulen weitergehen. Yvonne Gebauer (FDP) macht jetzt erste Ankündigungen.

NRW – So viel Präsenzunterricht gewährleisten wie möglich – seit Beginn der Pandemie war dieses das erklärte Ziel von NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP). Bei aktuell sinkender Corona-Zahlen soll es daher auch nach den Sommerferien in NRW auf jeden Fall mit Präsenzunterricht weitergehen. Das kündigte die Ministerin am Freitag (25. Juni) in Düsseldorf an. Gleichzeitig gab sie einen Ausblick auf das kommende Schuljahr, berichtet RUHR24.*

Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-WestfalenSchul- bzw. Bildungsministerium des deutschen Landes Nordrhein-Westfalen
Sitz Düsseldorf
BehördenleitungYvonne Gebauer (FDP)

Schulen in NRW: Die Maskenpflicht in Innenräumen bleibt nach den Ferien bestehen

Trotz aktuell niedriger Inzidenzen hat die Corona-Pandemie das Schulgeschehen weiter fest im Griff. So warnt Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger derzeit vor einem vorschnellen Aussetzen der Maskenpflicht und fordert, in den Sommerferien mehr für den Infektionsschutz in Schulen zu tun.

In NRW-Schulen gilt bereits jetzt vor den Sommerferien keine Maskenpflicht mehr im Freien.* In den Innenräumen müssen Schüler ihren Mund-Nasen-Schutz aber weiterhin tragen. Und das soll nach den neuesten Ankündigungen von Yvonne Gebauer zunächst auch nach den Ferien so bleiben (weitere News aus NRW* auf RUHR24).

NRW: Gebauer stellt Masken nach den Sommerferien „auf den Prüfstand“

So erklärte die Bildungsministerin am Freitag (25. Juni), man starte nach den Sommerferien zunächst mit „Tagen der Vorsicht“. Demnach bliebe die Maske in Innenräumen zunächst verpflichtend – diese Regelung stünde aber von Beginn an „auf dem Prüfstand“.

Mit anderen Worten: Bei weiter und dauerhaft sinkenden Corona-Zahlen behält sich die Ministerin vor, die Pflicht zu kippen. Konkret erklärte die Bildungsministerin dazu, man werde schauen, wie sich das Infektionsgeschehen nach den ersten Wochen entwickele.

Danach könne man vermutlich absehen, ob die Urlaubsreisen sich negativ auf das Infektionsgeschehen auswirkten. Oder aber, ob die Masken weggelassen werden können.

Schüler mit Maske im Unterricht: In NRW bleibt die Maskenpflicht drinnen zum Start in das neue Schuljahr bestehen (Symbolbild).

Yvonne Gebauer: Schuljahr 2021/2022 startet so, wie das alte endet

Grundsätzlich, so Yvonne Gebauer (FDP) starte man das neue Schuljahr 2021/2022 ab dem 18. August „genauso wie wir das aktuelle Schuljahr nächste Woche verabschieden werden.“ Demnach werde es weiterhin vollen Präsenzunterricht in allen Fächern geben.

Dabei bestünden die aktuell geltenden Hygieneregeln wie Abstandsregeln oder regelmäßiges Lüften weiterhin fort. Ebenso würden auch die Corona-Tests in den Klassen beibehalten.

Schule nach den Sommerferien: Testpflicht bleibt, Klassenfahrten sind erlaubt

Und zwar ebenso wie derzeit zweimal pro Woche. An den Grundschulen werde es dabei weiterhin Lollitests geben – an den weiterführenden Schulen die Selbsttests mit Nasenabstrich.

Wichtig für die neuen Erstklässler und ihre Eltern: Die Einschulungsfeiern sollen auch ohne vorherige Tests stattfinden können. Ebenso sollen auch Abschlussfeiern und Klassenfahrten nach derzeitigem Stand möglich sein.

Corona-Regeln unter Vorbehalt? Verbreitung der Delta-Variante in Schulen macht Experten Sorge

Sämtliche Ankündigungen sind aber scheinbar noch mit Vorsicht zu genießen. So verwies die Bildungsministerin darauf, Unterricht in vollen Umfang fände statt – es sei denn in NRW gäbe es „einen dramatischen Anstieg der Infektionszahlen“.

Zum Problem könnte nach Expertenmeinung dabei noch die Delta-Variante des Coronavirus werden. Da diese mittlerweile auch in Deutschland auf dem Vormarsch ist, geht beispielsweise der Chef des Robert Koch-Institut (RKI) Robert Wieler aktuell von einem steigenden Infektionsgeschehen in Schulen aus.

Unterrichtsstoff schnell aufholen: NRW stellt Millionensumme für Nachhilfe bereit

Die NRW-Bildungsministerin dankte zugleich allen Schülern des Landes. Sie hätten das Schuljahr mit „Bravour“ gemeistert – und „hoffentlich Einmaliges geleistet“.

Und sie kündigt finanzielle Hilfe an: Um in der Zeit des Distanz- und Wechselunterrichts entstandene Bildungslücken zu schließen und Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, Verpasstes nachzuholen, werde Nordrhein-Westfalen insgesamt 430 Millionen Euro bereitstellen,* so Gebauer.

Die insgesamt 215 Millionen Euro, die im Zuge des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ vom Bund bereitstünden, würden dazu vom Land NRW aufgestockt. Mit dem „Aufholprogramm“ sollen befristet arbeitslose Lehrer, Studierende oder Quereinsteiger als Nachhilfelehrer eingestellt werden, um Unterrichtsstoff nachzuholen.

Kritik an Gebauer: NRW-SPD vermisst ein klares Aufhol-Konzept

Kritik an den Plänen der Ministerin kommt von der SPD-Landesfraktion. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, fordert der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Jochen Ott von Yvonne Gebauer (FDP) ein „klares Konzept“ dazu, wie genau Lernrückstände aufgeholt werden sollen. Zugleich mahnte Ott, Schulen dürften nach den Sommerferien auf keinen Fall mehr geschlossen werden.

Konkrete Konzepte gäbe es aber bislang nicht, so sein Vorwurf. Weiter haben der Vize-Fraktionschef der NRW-SPD erklärt, es müsse ein Aufholprogramm – insbesondere in den Kernfächern – in kleinen Gruppen gestartet werden. Gleichzeitig dürften die Kinder aber nicht bis in die Abendstunden mit zusätzlichen Maßnahmen belastet werden.

Dass die Kinder nicht nur „büffeln“, sondern auch im Freizeit- und Sportbereich „aufholen“ sieht das Aktionsprogramm der Bundesregierung durchaus vor. Die große Herausforderung für Eltern, Lehrer und Erzieher wird es in den kommenden Monaten sein, Lernstoff nachzuholen – ohne die Kinder zugleich mit immer neuem Stress und Leistungsdruck zu belasten. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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