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Ohne Maske im Unterricht? Das sagt NRW-Ministerin zur Corona-Regel in Schulen

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Von: Simon Stock

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Fällt die Maskenpflicht an den Schulen in NRW? Schulministerin Yvonne Gebauer spricht über das Ende der Corona-Regel nach den Herbstferien. Bayern macht es vor.

Hamm - Unterricht ohne Maske? Das ist für viele Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen kaum mehr vorstellbar. Seit der Frühphase der Corona-Krise gilt diese Regel an Schulen. Doch schon bald könnte die Maskenpflicht fallen. Bayern macht es vor. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

Maskenpflicht im Unterricht: Corona-Regel an NRW-Schulen vor dem Aus?

Die sinkenden Corona-Zahlen in NRW fachen die Diskussion um ein Ende der Maskenpflicht an Schulen und dort insbesondere auch im Unterricht an. Der Mund-Nasen-Schutz gehört seit eineinhalb Jahren zur Grundausstattung einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers im Klassenzimmer. Womöglich nicht mehr lange.

Die NRW-Landesregierung will in der kommenden Woche Klarheit schaffen, wie es mit dem Unterricht und der Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen nach den Herbstferien weitergeht. Alles scheint nach jüngsten Äußerungen der Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) möglich: ein „Weiter so“ ebenso wie das Aus für eine der langlebigsten Corona-Regeln. In anderen Bereichen des Alltags wird die Maskenpflicht in NRW abgeschafft, wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am selben Tag ankündigte.

Das Thema sei schwierig, da einerseits die Zahl der Corona-Neuinfektionen zurückgehe, andererseits vor einer neuen Infektionswelle gewarnt werde, sagte Yvonne Gebauer am Mittwoch in Düsseldorf im Schulausschuss des Landtags. Virologe Christian Drosten etwa sieht eine große Corona-Welle im Herbst und Winter kommen.

Aus für Maskenpflicht an Schulen: NRW-Ministerin Yvonne Genauer äußert sich

Ein Ende der Maskenpflicht dürfe in NRW nicht dazu führen, dass durch die Gesundheitsämter wieder mehr Quarantäne-Anordnungen erlassen würden, warnte Yvonne Gebauer. Rechtzeitig vor den am 11. Oktober startenden Herbstferien würden die Schulen Anfang nächster Woche informiert. Dazu werde es auch einen Brief an die Eltern geben, so die Schulministerin.

Nordrhein-Westfalen wäre nicht das erste Bundesland, das die Maskenpflicht kippt: Knapp drei Wochen nach dem Start des neuen Schuljahres in Bayern dürfen Schülerinnen und Schüler ab Montag dort wieder ohne Schutzmaske im Unterricht sitzen. Dies gilt auch für den Sportunterricht. Im Schulgebäude muss dagegen weiter Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Coronavirus - Nachhilfeschulen
Eine Schülerin sitzt mit Mund-Nasen-Schutz im Unterricht. Die Maskenpflicht an NRW-Schulen könnte bald kippen. © Uwe Anspach/dpa

Die Überlegungen spielen sich auch vor dem Hintergrund der jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) ab. Demnach ist jeder zweite Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren in NRW mindestens einmal geimpft. Die Quote der vollständig geimpften Jugendlichen liegt bei fast 40 Prozent (Stand: 27. September).

Maskenpflicht nach den Herbstferien? Entscheidung fällt bald

Yvonne Gebauer machte noch keine Andeutungen, ob die Maskenpflicht im Klassenzimmer auch in NRW endet und die Schüler ab dem 25. Oktober ohne diesen Schutz im Unterricht sitzen dürfen. „Infektionen werden von außen in die Schulen getragen, aber wir haben keine Corona-Ausbrüche in den Schulen, und da ist die Maske sicherlich ein Mittel. Aber die Maske ist für die Kinder auch eine Zumutung“, sagte Gebauer.

Insgesamt zeigten die rückläufigen Infektions- und Quarantänezahlen, dass der Präsenzunterricht im Klassenraum in NRW weiter zu verantworten sei, sagte Gebauer. „Unsere Schulen sind auch weiterhin ein sicherer Lernort.“ Derzeit sei keine einzige Schule vollständig wegen Corona geschlossen. Der Anteil der Schüler und Lehrkräfte, die wegen der Pandemie nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, liege unter einem Prozent. Die Zahl der Schüler in Quarantäne habe sich zum Stichtag 22. September im Vergleich zur Vorwoche auf 7.581 fast halbiert.

Corona-Tests an Schule in NRW auch nach den Herbstferien

Sicher ist: Die Corona-Testungen an den Schulen in NRW werden laut Gebauer auch nach den Herbstferien weitergeführt. An Grund- und Förderschulen in NRW gibt es zweimal wöchentlich sogenannte Lolli-Pooltests, an weiterführenden Schulen dreimal wöchentlich Antigen-Selbsttests.

Zum Thema Klassenfahrten stellte die Schulministerin klar: Nicht nur vollständig geimpfte und genesene, sondern auch negativ getestete Schulkinder müssen zugelassen werden. Eine Begrenzung nur auf Geimpfte und Genesene sei „nicht zulässig“.

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