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SEK-Einsatz im Sauerland: Mann kündigt Amoklauf via WhatsApp an - neue Details

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Von: Marco Twente, Hannah Decke, Daniel Großert

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SEK Einsatz Polizei Symbolbild
Das SEK nahm am Donnerstagabend einen Mann in Schmallenberg fest. (Symbolbild) © Daniel Schröder

Ein Mann aus Schmallenberg soll via WhatsApp einen Amoklauf angekündigt haben. Das SEK nahm den Mann in seiner Wohnung fest. Die Polizei nannte neue Details.

[Update] Schmallenberg - SEK-Einsatz im Sauerland: Am Donnerstag wurde gegen 18 Uhr ein Mann in seiner Wohnung in Schmallenberg festgenommen. Laut Polizei hatte der 35-Jährige via WhatsApp einen Amoklauf angekündigt.

StadtSchmallenberg
LandkreisHochsauerlandkreis
Einwohner24.806

Wie die Polizei am Abend mitteilte, meldete sich am Donnerstag gegen 12.30 Uhr eine Frau bei der Polizei in Dortmund. Ihr Sohn habe ihr über eine WhatsApp-Nachricht mitgeteilt, er wolle einen Amoklauf verüben. Die Dortmunder Polizei informierte die Kollegen in Meschede.

SEK-Einsatz in Schmallenberg: Mann kündigt Amoklauf via WhatsApp an

Sofort wurde ein Spezialeinsatzkommando zu der Wohnung des jungen Mannes in der Straße „In der Tränke“ geschickt. Dort erfolgte gegen 18 Uhr die Festnahme. Es ist laut Polizei niemand verletzt worden.

„Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen der Ankündigung einer Straftat gegen den 35-Jährigen aufgenommen“, hieß es am Abend. Wie Polizeipressesprecher Volker Stracke mitteilte, wurde zunächst die Wohnung des Mannes nach Waffen oder Hinweisen auf einen geplanten Amoklauf durchsucht.

Der SEK-Einsatz spielte sich in der Straße „In der Tränke“ in Schmallenberg ab.
Der SEK-Einsatz spielte sich in der Straße „In der Tränke“ in Schmallenberg ab. © Marco Twente

Dabei sei aber lediglich eine zulassungsfreie Schreckschusswaffe gefunden worden, wie Stracke am Freitag auf Nachfrage erklärte: „Eine solche PTB-Waffe ist für einen Amoklauf sicher nicht geeignet.“ Darüber hinaus hätten die Ermittler in der Wohnung in Schmallenberg „keine Schriftstücke oder Datenträger und auch keine Waffen oder Sprengstoff“ entdeckt. „Nach jetzigen Erkenntnissen bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung“, sagte der Polizeisprecher. Einen genauen Ort oder eine konkrete Einrichtung, wo er den Amoklauf verüben wollte, nannte der 35-Jährige übrigens nicht.

SEK-Einsatz in Schmallenberg: Mann nach Amok-Ankündigung eingewiesen

Der Mann aus Schmallenberg hat nach Polizeiangaben psychische Probleme. Deshalb sei er noch am Donnerstagabend durch das Ordnungsamt und einen Arzt in eine psychiatrische Einrichtung „zwangseingewiesen“ worden, wie Stracke berichtete. Diese Einweisung müsse nun noch richterlich bestätigt werden.

Doch unabhängig davon, wie lange der 35-Jährige in der Psychiatrie bleibt, werde die Polizei den Mann „im Auge behalten“, kündigte der Sprecher an. Zudem werde es eine sogenannte „Gefährderansprache“ geben. Das Ermittlungsverfahren gegen den Schmallenberger werde nun an die Staatsanwaltschaft weitergegeben, die darüber entscheide, ob weitere Schritte unternommen werden.

Erst kürzlich hatte es an einer Schule in Arnsberg einen Amok-Alarm gegeben: Ein Schüler hatte mit einer Softair hantiert und gedroht, mit einer scharfen Waffe zurückzukommen. Die Polizei war im Großeinsatz.

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