Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen in Echthausen 

Polizei findet Person in "psychischer Ausnahmesituation" - Gewahrsam

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[Update 10.40 Uhr] Echthausen - Die seit Freitag von der Polizei gesuchte Person in "psychischer Ausnahmesituation" ist am Samstagmorgen gegen 9.15 Uhr im Bereich Ense angetroffen und von Einsatzkräften in Gewahrsam genommen worden, vermeldet die Soester Polizei.

"Folgemaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ordnungsamt geprüft und umgesetzt", heißt es von Seiten der Behörde. Weitere Informationen und Hintergründe liegen bislang nicht vor. Erst am Montag will sich die Kreispolizeibehörde zu Einzelheiten äußern. Noch am frühen Samstagmorgen hatte es auch Nachfrage unserer Zeitung bei der Leitstelle der Soester Polizei geheißen: "Wir gehen einem Hinweis nach." Bereits zu diesem Zeitpunkt müssen die Einsatzkräfte vor Ort in Ense gewesen sein.

Am Freitag hatten gegen 15 Uhr offenbar SEK-Beamte mit schusssicherer Weste und gezückter Maschinenpistole Anwohner an der Straße „Marienhöhe“ zurück in die eigenen vier Wände verwiesen. "Gehen Sie sofort ins Haus, hier könnte geschossen werden“, sollen sie gesagt haben.

Etliche Einsatzkräfte arbeiteten sich Augenzeugen zufolge von der Straße „Am Sportplatz“ aus mit gezückter Maschinenpistole über die Grundstücke in östliche Richtung vor. 

Ein Hubschrauber kreiste über dem Einsatzgebiet, das sich dem Vernehmen nach über die Marienhöhe weiter in Richtung Höhenweg bewegte. 

Die Rede war von rund 20 bewaffneten Einsatzkräften auf der Straße, weitere Polizeibeamte, Rettungsdienst und die mobile Pressestelle richteten sich an der Gemeindehalle ein. 

Großeinsatz der Polizei in Echthausen

Anwohnern zufolge verlagerte sich der Einsatz in den Westen des Dorfes, den Bereich um den Bolzplatz. 

Ortsbekannter Mann in "psychischer Ausnahmesituation"

Erste Infos der Polizei deuten darauf hin, dass nach einem ortsbekannten Mann gesucht werde, der sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinde. Er verhalte sich atypisch. Bürger wurden aufgefordert, den Mann nicht anzusprechen bzw. zu versuchen, Kontakt zu ihm aufzunehmen, sondern die 110 zu wählen.  

Es sei nicht auszuschließen, dass der Mann mögliche Waffen mit sich trage, hieß es. Dennoch erklärte die Polizei, dass gegenwärtig eine Gefährdung der Bevölkerung nicht erkennbar sei.   

Nach Beobachtungen vor Ort trafen weitere Spezialkräfte in Echthausen ein, deren Kennzeichen auf ein Einzugsgebiet von bis zu 75 Kilometern hinweisen. Es wird vom Anrücken der Landeseinsatzbereitschaft gesprochen. 

Die Polizei ließ Anwohner zu ihren Häusern durch; in den Bereich Marienhöhe durch - es könne immer wieder zu kurzzeitigen Sperrungen von Straßen kommen, insgesamt aber sei das Dorf Echthausen nicht abgeriegelt, so ein Polizeisprecher.  

Einsatz begann gegen 12 Uhr

Nach weiteren Berichten begann der Einsatz bereits gegen 12 Uhr. Augenzeugen hatten später den Flüchtigen gesehen, wie er von der Straße "Am Knapp" und über den Hüttesweg  dann westlich des Friedhofes ins Feld abbog und Richtung Mittelstraße lief.     

Trotz massiver Präsenz gelang es der Polizei bis Mitternach nicht, den Flüchtigen zu fassen.  Im Laufe des Nachmittages hatten verschiedene Spekulationen über die Hintergründe des Großeinsatzes die Runde gemacht. Eine davon war, dass ein Mann von der Marienhöhe eine Todesdrohung gegen seinen Chef ausgesprochen haben soll. Vom Polizeisprecher hieß es dazu: "Das kann ich so nicht bestätigen".

"Keine Gefahr für die Bevölkerung"

Am Abend berichtete die Polizei, vor Ort sei eine   Durchsuchungsmaßnahme geplant gewesen. Im Rahmen der Vorermittlungen habe der psychisch in einer Ausnahmesituation befindliche Wohnungsinhaber gedroht, unter Anwendung von Waffengewalt sowie Selbsttötung die polizeiliche Maßnahme zu unterbinden.

"Zur Auffindung der Person sowie zur Gewährleistung der Sicherheit der Anwohner wurden durch die Polizei neben starken eigenen Kräften, Hubschrauber, Spezialeinsatzkräfte sowie Kräfte der Bereitschaftspolizei eingebunden. Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung konnte zu jedem Zeitpunkt ausgeschlossen werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnte die Person nicht angetroffen werden. Die Suchmaßnahmen werden bis auf Weiteres weitergeführt", so die abschließende Meldung.

Wir berichten weiter

Quelle: wa.de

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