Kinder vermutlich erstickt

Tod von fünf Kindern in Solingen: Eine Stadt trauert - Ermittlungen gehen weiter

Solingen (NRW) steht unter Schock: Eine 27-Jährige soll fünf ihrer Kinder getötet haben. Das jüngste war erst eineinhalb. Nur der älteste Bruder lebt noch. Die Mutter wollte sich umbringen. Ihr Motiv: unklar.

  • In Solingen sind am Donnerstag (3. September) fünf tote Kinder entdeckt worden.
  • Dabei handelt es sich um drei Mädchen (1/2/3) und zwei Jungen (6/8). Ein Elfjähriger überlebte.
  • Unter Tatverdacht steht die Mutter (27), die sich anschließend am Hauptbahnhof Düsseldorf das Leben nehmen wollte.

Update, 7. September, 10.15 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod von fünf kleinen Kindern in Solingen gehen heute die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Im Mittelpunkt steht dabei die mordverdächtige Mutter (27), die die Kinder erst betäubt und dann erstickt haben soll. Genaueres dazu soll eine toxikologische Untersuchung ergeben. Die Beerdigung der fünf Kinder ist erst möglich, wenn die Leichen freigegeben worden sind. Gewissheit über das Motiv kann aber nur eine ausführliche Vernehmung der Mutter bringen. Am Freitag galt sie noch als nicht vernehmungsfähig.

Solingen: kreisfreie Großstadt in NRW
Einwohner:158.726 (Stand 2016)
Regierungsbezirk:Düsseldorf

Offen ist zu Wochenbeginn auch das weitere Schicksal des elfjährigen Sohnes, des einzig überlebenden Kindes der 27-Jährigen. Er ist derzeit bei seiner Großmutter in Mönchengladbach, müsste aber theoretisch am Montag in Solingen wieder in die Schule. Er könne sich kaum vorstellen, dass der Junge in die Schule gehen werde, sagte ein Solinger Stadtsprecher. Die Entscheidung liege allerdings bei den Jugendämtern in Solingen und Mönchengladbach.

Nach Tod von fünf Kindern: Solingen trauert um Melina, Leonie, Sophie, Timo und Luca

Update, 6. September. 21.01 Uhr: Melina, Leonie, Sophie, Timo, Luca steht auf den bunten Ballons, die eine Nachbarsfamilie mitgebracht haben. Fünf Namen, fünf Kinder, die in Solingen einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Der Oberbürgermeister Tim Kurzbach kommt dazu, jeder nimmt einen Ballon. Schweigend schauen sie sich an, dann lassen sie die Ballons in den Himmel steigen. Solingen trauert. Am Samstagabend folgten schätzungsweise 800 Menschen einem Aufruf des Stadtteils Hasseldelle, um mit Kerzen und einer Schweigeminute der toten Kinder zu gedenken. „Der Einzelne ist ja gar nicht in der Lage, so zu trauern, seiner Trauer Ausdruck zu verleihen. In der Gemeinschaft kann man das, in der Gemeinschaft ist das intensiver“, sagte der Vorsitzende des Nachbarschaftsvereins, Hans-Peter Harbecke, dem WDR. Es war ein stilles Gedenken, berichteten Teilnehmer. Viele schwiegen.

Solingen trauert: Zusammen mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach (l) lassen Nachbarn als Ausdruck ihrer Trauer fünf Luftballons mit den Namen der fünf getöteten Kinder vor dem Haus der Familie steigen.

Update, 5. September, 13.21 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod von fünf Kindern in Solingen will die Stadt am Montag ein Spendenkonto einrichten, mit dem unter anderem die Beerdigung bezahlt werden soll. Über die sozialen Medien hätten sich zahlreiche Spendenwillige gemeldet, sagte am Samstag ein Stadtsprecher.

Nach Tod von fünf Kindern in Solingen: Nachbarn trauern mit einer Schweigeminute

Update, 4. September, 22 Uhr: Nachbarn der Familie mit fünf getöteten Kindern in Solingen wollen am Samstagabend mit einer Lichterkette und einer Schweigeminute um die Toten trauern. Dazu rief der Nachbarschaftsverein „Wir in der Hasseldelle“ am Freitag auf. Um der Trauer Raum zu geben, seien alle Anwohner gebeten, um 18.50 Uhr vor die Tür zu treten und eine Lichterkette zu bilden. 

Update, 4. September 20.20 Uhr: Die Familie soll auch der Polizei bekannt gewesen sein. So habe es vor einiger Zeit einen Einsatz wegen eines Streits gegeben. Die Mutter habe ihren ehemaligen Lebensgefährten zudem wegen Diebstahls angezeigt. Zudem habe es in den vergangenen Monaten zwei Rettungseinsätze in der Wohnung gegeben, zu denen sich die Ermittler nicht näher äußern wollten.

Nachbar Kasim Ayten und andere Menschen legen Plüschtiere, Blumen und Kerzen vor dem Haus nieder, in dem fünf Kinder tot aufgefunden worden sind. Solingen trauert um fünf gewaltsam zu Tode gekommene Kinder.

Update, 4. September, 17.30 Uhr: Die Ermittler geben an, dass es im Fall Solingen keine Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung gegeben habe. „Wir haben keinerlei Anhaltspunkte für irgendeine Auffälligkeit in der Familie“, sagte Heribert Kaune-Gebhardt von der Staatsanwaltschaft Wuppertal am Freitag. Die Familie der fünf getöteten Kinder war dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt, hat die Stadt mitgeteilt (Update 16.49 Uhr).

Aktuelle Pressekonferenz in Solingen: Haftbefehl gegen Mutter erlassen - fünf Kinder getötet

Update, 4. September, 17.24 Uhr: Der Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt teilt mit, dass der Haftbefehl gegen die Mutter erlassen wurde. Ob die 27-Jährige nun in ein Justizvollzugskrankenhaus kommt, sei noch ungewiss.

Update, 17.22 Uhr: Nur der älteste Sohn der 27-Jährigen hat überlebt. Möglicherweise der Schulbesuch hat dem elfjährigen Jungen das Leben gerettet: Eventuell sei der 11-jährige Sohn nicht ums Leben gekommen, weil der Junge zum Tatzeitpunkt eventuell in der Schule gewesen sei, sagte der Leiter der Mordkommission, Marcel Maierhofer, am Freitag in Solingen. Die Vermutung sei aber noch nicht gesichert. Elfjährige aus rechtlichen Gründen noch nicht befragt werden. Das teilten die Ermittler am Freitag mit. Seine Mutter habe Beschuldigtenstatus, deshalb sei eine Befragung nicht ohne Weiteres möglich.

Pressekonferenz in Solingen: Kinder vermutlich erstickt - Mutter möglicherweise emotional überfordert

Update, 4. September, 17.16 Uhr: Gegen die 27-jährige Mutter haben die Ermittler einen Haftbefehl beantragt. Sie soll fünf ihrer sechs Kinder am Mittwoch oder am Donnerstag getötet haben. Der Vorwurf laute auf Mord in fünf Fällen, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt am Freitag in Solingen. Die 27-Jährige sei nach einem mutmaßlichen Suizidversuch weder vernehmungs- noch haftfähig - deshalb könne das zuständige Gericht über den beantragten Haftbefehl noch nicht entscheiden.

Bei der Pressekonferenz gibt es neue Details zu dem schrecklichen Fall in Solingen, bei dem eine Mutter fünf ihrer Kinder getötet haben soll. 

Die Mutter habe die Tat ihrer eigenen Mutter in einem Whatsapp-Chat gestanden und sich dann in Düsseldorf vor einen Zug geworfen. Das sagte der Leiter der Mordkommission Marcel Maierhofer am Freitag vor der Presse. Dabei habe sie schwere, aber nicht lebensgefährliche innere Verletzungen erlitten. Die dringend verdächtige Mutter der fünf toten Kinder von Solingen hat die Tat wohl in einem Zustand der emotionalen Überforderung begangen, so Maierhofer. Zuvor habe sie ein Jahr von ihrem letzten Mann, dem Vater von vier ihrer Kinder, getrennt gelebt.

Tragödie in Solingen: Sohn vermeldet in Gruppenchat vom Tod der Geschwister

Update, 4. September, 17.08 Uhr: Das einzige überlebende Kind der 27-jährigen Mutter, ihr elfjähriger Sohn, soll in  einem schulischen Gruppenchat mitgeteilt haben, dass alle seine Geschwister tot seien, berichtet Einsatzleiter Gereci. Der Junge wurde von den Einsatzkräften noch nicht ausfindig gemacht.

Update, 4. September, 17.08 Uhr: Nach Angaben der Ermittler sind die fünf tot gefundenen Kinder aus Solingen vermutlich erstickt. Es gebe auch Hinweise, dass sie sediert worden seien, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt am Freitag in Solingen, ohne Details zu nennen. Das habe die Obduktion der Leichen ergeben.

Tragödie in Solingen: Pressekonferenz zu den fünf getöteten Kindern

Update, 4. September, 17.04 Uhr: Im Fall der fünf getöteten Kinder in Solingen haben die Ermittler „keine Anzeichen auf scharfe oder stumpfe Gewalt am Tatort entdeckt“. Das berichtete der Leiter der Mordkommission, Marcel Maierhofer, am Freitag in Solingen. Die fünf Kinderleichen seien in ihren Kinderbetten liegend aufgefunden worden. Als Grund für die Tat werde die zerrüttete Beziehung vermutet. Es sei davon auszugehen, dass die 27-jährige Mutter „die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen“ habe, berichtet dpa.

Update, 4. September, 17 Uhr: Bei der Pressekonferenz teilt der Ermittler mit, dass „die einzige Tatverdächtige“ die 27-jährige Mutter sei. Ein elfjähriger Sohn habe überlebt, sagte Einsatzleiter Robert Gereci am Freitag in Solingen. Keiner der drei Väter der insgesamt sechs Kinder sei tatverdächtig.

Drama in Solingen: Mutter soll fünf ihrer Kinder getötet haben - aktuelle Pressekonferenz

Update, 4. September, 16.49 Uhr: Die Familie der fünf getöteten Kinder aus Solingen war dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt. „Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet“, teilte die Stadt am Freitag mit, ohne Details zu nennen. Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potenziellen Gefährdung der Kinder habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Weitere Angaben könnten mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Familienmitglieder nicht gemacht werden, schrieb die Stadtverwaltung.

Update, 4. September, 16.35 Uhr: Kriminalexperte Axel Petermann ist der Meinung, dass der Fall auf Hilf- und Perspektivlosigkeit der Mutter hindeutet. Wegen der Coronavirus-Pandemie seien mögliche Warnzeichen für die Tat zudem womöglich nicht rechtzeitig erkannt worden, sagte Petermann der Deutschen Presse-Agentur. So sei beispielsweise denkbar, dass durch das Ausfallen von Schulunterricht und Kindergartenbetreuung Mechanismen nicht greifen konnten, die sonst Hilfe oder Unterstützung ermöglicht hätten. Um 16.45 Uhr beginnt die Pressekonferenz der Polizei und der Staatsanwaltschaft über die Ermittlungen.

Tragödie in Solingen: Mutter soll fünf Kinder getötet haben - Pressekonferenz am Nachmittag

Update, 4. September, 15.25 Uhr: Bundesfamilien Franziska Giffey reagiert nach der Tragödie in Solingen betroffen: Der Fall mache „traurig, wütend und fassungslos zugleich“, hieß es am Freitag in einer Reaktion der SPD-Politikerin. „Fünf kleine Leben sind gestern ausgelöscht worden - das übersteigt unsere Vorstellungskraft von dem, was Menschen imstande sind zu tun.“ Eine 27-jährige Mutter steht im Verdacht, fünf ihrer sechs Kinder getötet zu haben. Anschließend soll sie sich im nahe gelegenen Düsseldorf vor einen Zug geworfen und schwer verletzt überlebt haben.

„Jetzt gilt es, die Ermittlungen der Polizei abzuwarten und zu prüfen, ob es Hinweise auf Probleme innerhalb der Familie gegeben hat. Hier sollten wir nicht vorschnell urteilen“, so Giffey. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen ab 16.45 Uhr in Solingen über ihre Ermittlungen informieren.

Update, 4. September, 09.26 Uhr: Fünf Kinder tot, ihre Mutter unter Verdacht: Nach dem Verbrechen von Solingen rückt nun die Aufklärung in den Mittelpunkt. Die Ermittler wollen Nachbarn befragen und bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag über die Hintergründe des Falls informieren.

Update, 4. September, 09.12 Uhr: Die Ermittler der Mordkommission vermuten, dass die Mutter ihre fünf Kinder vergiftet hat, berichtet die Bild Zeitung. Die Leichen hätten keine sichtbaren Verletzungen aufgewiesen. Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung stehe aber noch aus.

Familiendrama in Solingen: Stille Trauer vor dem Wohnhaus - Nachbarn zünden Kerzen an

Update, 4. September, 07.14 Uhr: Nach dem erschütternden Verbrechen in Solingen sind in der Nacht zu Freitag die fünf getöteten Kinder aus dem Wohnhaus gebracht worden. In zwei Autos wurden die Leichen von einem Beerdigungsinstitut abtransportiert, wie ein dpa-Reporter berichtete. Am Donnerstagabend und in der Nacht versammelten sich viele Menschen vor dem Mehrfamilienhaus. Nachbarn stellten Kerzen auf, sie legten Blumen und ein Kuscheltier als Zeichen der Trauer ab. Mittlerweile ist vor dem Wohnhaus Stille eingekehrt. Am frühen Freitagmorgen waren kaum noch Menschen vor Ort. Die Polizei baute die Absperrungen um das Haus in Solingen-Hasseldelle zurück.

Solingen: Teddybären, Kerzen und Blumen liegen und stehen vor einem Haus. Die Nachbarn der getöteten Kinder trauern.

Familiendrama in Solingen: Die Ereignisse am Donnerstag

Solingen - Erschütternder Fund in Solingen (NRW): Eine Mutter soll fünf ihrer sechs Kinder getötet haben. Die Kinder wurden am Donnerstag (3. September) in einer Wohnung in der Stadt im Bergischen Land gefunden, wie die Polizei bestätigte. Die tatverdächtige 27-jährige Mutter hatte sich später laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen und schwer verletzt überlebt.

Die Mutter begleitet hatte zunächst ein weiteres Kind (11), das wohlauf sei. Die toten Kinder seien 8, 6, 3, 2 Jahre beziehungsweise ein Jahr alt gewesen.

Familiendrama in Solingen: Mutter soll fünf ihrer sechs Kinder getötet haben

Der Tatort liegt im Solinger Stadtteil Hasseldelle. Die Leichen wurden in einem Mehrfamilienhaus an der Hasselstraße entdeckt. Die Großmutter, die im 60 Kilometer entfernten Mönchengladbach lebt, habe die Polizei kurz vor 14 Uhr informiert, teilten die Einsatzkräfte mit. Kurz zuvor habe sie noch Kontakt mit ihrer Tochter gehabt.

Vor dem Haus in Solingen waren am Nachmittag zahlreiche Polizei- und Rettungswagen zu sehen. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt.

Familiendrama in Solingen: Frau warf sich in Düsseldorf vor einen Zug

Bei den toten Kindern handelt es sich nach mittlerweile bestätigten Angaben um drei Mädchen im Alter von eineinhalb, zwei und drei Jahren sowie um zwei sechs und acht Jahre alte Jungen. Der elfjährige Sohn, der überlebt hat, befinde sich inzwischen „im sicheren Familienumfeld“. Zum Vater konnte die Polizei nach eigenen Angaben Kontakt aufnehmen, näher äußerten sich die Ermittler zu ihm aber vorerst nicht. Die Frau ist laut Polizei Deutsche.

Die Spurensicherung betritt das Mehrfamilienhaus in Solingen, wo die Polizei zuvor fünf tote Kinder aufgefunden hatte.

Die tatverdächtige Mutter sei mit dem Elfjährigen zum Düsseldorfer Hauptbahnhof gefahren, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Von dort aus sei der Junge allein mit einem anderen Zug Richtung Mönchengladbach zur Großmutter weitergefahren. Die 27-Jährige warf sich den Angaben der Ermittler zufolge um 13.47 Uhr vor eine S-Bahn der Linie 1. Laut einem Feuerwehrsprecher wurde die Frau zwischen zwei Gleisbetten geborgen und verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Frau ist laut Polizei Deutsche. Gegen 14 Uhr fanden die Einsatzkräfte die Leichen der fünf Kinder.

In einem Mehrfamilienhaus in Solingen sind fünf Kinderleichen gefunden worden.

Familiendrama in Solingen: Frau steht unter Polizeischutz

„Wir nehmen eine Straftat an und werden die Mutter dazu befragen müssen, im Moment ist sie aber noch nicht vernehmungsfähig“, sagte Polizeisprecher Stefan Weiand in Solingen. „Was wann genau warum passiert ist, wissen wir noch nicht, nur, dass es eine sehr tragische Situation ist.“ Auf Gerüchte, wonach die Kinder mit Tabletten getötet worden sein könnten, gingen die Ermittler nicht ein. „Wir wissen nicht, wie sie ums Leben gekommen sind“, sagte ein Sprecher. Eine Obduktion soll die Todesursache klären.

Bis in den Abend war die Spurensicherung in Solingen vor Ort. Die Leichen waren bis dahin noch nicht abtransportiert. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) war nach einem Besuch am Tatort sichtlich schockiert. „Heute ist ein Tag, an dem wir in Solingen sehr traurig sind, weil eine Tat geschehen ist, die uns tief ins Herz getroffen hat“, sagte Kurzbach gegenüber Journalisten vor Ort. Abend fanden sich Kurzbach und weitere Politiker verschiedener Parteien schweigend zu einer Trauerminute ein.

NRW-Innenminister Herbert Reul sagte in Düsseldorf: „Das Familiendrama von Solingen erfüllt mich mit großer Trauer und im Moment bin ich mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet bei fünf kleinen Kindern, die so furchtbar früh aus dem Leben gerissen wurden.“ Der für Solingen zuständige Wuppertaler Polizeipräsident Markus Röhrl sagte: „Das ist eine erschütternde Dimension.“ Seines Wissens sei „bei uns im Bergischen noch nie zuvor je so etwas vorgekommen.“

Familiendrama in Solingen: Mutter soll fünf Kinder getötet haben - Nachbarn schockiert

Nachbarn und weitere Bewohner der Straße in Solingen, in der sich der tragische Vorfall ereignete, sind schockiert: Ein Nachbar aus dem Haus gegenüber reparierte gerade sein Auto, als plötzlich Polizeiautos und Rettungswagen vorfuhren. Seine Schwester kennt die Familie, eine ruhige Familie mit sechs Kindern, wie sie sagt. „Ich selbst bin schockiert. Ich bin auch eine Mama.“

Eine 27-jährige Mutter soll in Solingen fünf Kinder umgebracht haben.

In dem erschütternden Fall sind noch viele Fragen offen, Gerüchte kursieren in der eng bebauten Straße. Wo der Vater steckt, war am Donnerstag zunächst unklar. Die Mordkommission ermittelt, gut 40 Beamte sind vor Ort im Einsatz. Auch die Polizei ist fassungslos: „Wie konnte so was nur passieren?“, sagt Sprecher Stefan Weiand. Solingen liegt im Bergischen Land, rund 35 Kilometer von Düsseldorf entfernt.

Immer wieder lösen Fälle, bei denen Elternteile ihre Kinder töten, Entsetzen aus. In Nordrhein-Westfalen hatte im vergangenen April ein 41-Jähriger seine Frau sowie drei Kinder getötet und sich von einer Brücke in den Tod gestürzt.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion