Drei Ganoven in Dortmund festgenommen

Spezialkräfte schlagen zu: "Falsche Polizisten" vor 240.000-Euro-Coup geschnappt

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Erfolg im Kampf gegen bundesweit operierende "falsche Polizisten"! Dortmunder Spezialkräfte haben nach umfangreichen Ermittlungen des Polizeipräsidiums Mannheim drei Männer (18/23/26) festgenommen. Ihnen wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen.

"Die Ermittlungen in einem konkreten Fall führten die Beamten aus Baden-Württemberg nach Dortmund. Dort sollte am 8. August ein Opfer den Tätern 240.000 Euro übergeben. Wenige Meter vor der Wohnung des Opfers schlugen Spezialkräfte der Polizei Dortmund zu und nahmen zwei Personen fest. Ein dritter Täter konnte im Rahmen der Fahndung festgenommen werden", so die Ermittler.

Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Polizeipräsidium Mannheim gemeinsam mitteilten, stehen die drei Männer im dringenden Verdacht, Teil einer überregionalen Betrugsbande zu sein.

"Hierzu sollte mindestens ein Bandenmitglied in einer Vielzahl von Fällen telefonisch Kontakt mit meist hochbetagten Geschädigten im gesamten Bundesgebiet aufnehmen und diesen vorspiegeln, er sei Polizeibeamter. Unter einem Vorwand sollten sodann hohe Geldsummen oder sonstige Wertsachen gefordert werden. 

Sollte das Opfer auf den Schwindel hereinfallen und sich bereit erklären, dem angeblichen Staatsbeamten Geld zur Verfügung zu stellen, würde der Täter seinem Opfer die weitere Vorgehensweise mitteilen, an deren Ende jeweils die Übergabe des Bargeldes oder der Wertsachen an ein weiteres Bandenmitglied stehen würde", so die Ermittler.

Über eine Woche lang älteren Mann "bearbeitet"

Im konkreten Fall aus Dortmund soll eines der Bandesmitglieder im Zeitraum vom 1. bis 8. August einen älteren Mann in Dortmund dazu bewegt haben, insgesamt 240.000 Euro von seinem Konto abzuheben, um es an einen Abholer zu übergeben.

"Aufgrund intensiver Ermittlungen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg wurden in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Dortmund die 18- und 26-jährigen Beschuldigten in Dortmund, wenige Meter von der Wohnung des getäuschten Mannes entfernt und vor Übergabe des Geldes mit Hilfe von Spezialeinheiten festgenommen. Durch eine sofort eingeleitete Fahndung konnte wenig später der 23-jährige Beschuldigte ebenfalls vorläufig festgenommen werden.

Am Freitagmittag wurden der 18- und der 26-Jährige der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Heidelberg vorgeführt. Diese erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg Haftbefehl. Anschließend wurden die beiden deutschen Staatsangehörigen in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. 

Der 23-jährige wurde in Nordrhein Westfalen einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ ebenfalls Haftbefehl. Anschließend wurde der serbische Staatsangehörige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert", so die Ermittler.

Millionen-Erfolg im Juli in Dortmund

Im Juli hatten in Dortmund "falsche Polizisten" in einem einzigen Fall Goldbarren, Schmuck und Wertgegenstände im Wert von einer Million Euro erbeutet. 

"Fast täglich melden sich dutzende Bürger beim Notruf der Polizei Dortmund und geben an, von falschen Polizisten oder Enkeltrickbetrügern angerufen worden zu sein. Misstrauen und Wachsamkeit sind die besten Methoden, den Betrügern keine Chance zu geben. Informieren Sie auch unbedingt Ihre älteren Angehörigen über diese Betrugsmaschen", so die Polizei. - eB

Die Polizei gibt diese fünf Tipps

  • Die Polizei bewahrt für die Bürgerinnen und Bürger keine Wertgegenstände oder Bargeld auf.
  • Werden Sie misstrauisch, wenn sich eine Person am Telefon als Polizist vorstellt und mit Ihnen über Geld oder andere Werte sprechen möchte.
  • Informieren Sie unter dem Notruf 110 sofort die Polizei, wenn Sie den Verdacht haben, dass Betrüger am Werk sind.
  • Erwähnt der Anrufer die Festnahme von Einbrechern und den Fund eines Zettels mit der Anschrift des Angerufenen, ist äußerste Vorsicht geboten.
  • Betrüger bauen Druck auf und nutzen die von ihnen erzeugte Angst als Arbeitsgrundlage, um ihre Opfer weiter zu beeinflussen. Lassen Sie sich nicht einschüchtern.

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Quelle: wa.de

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