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Corona-Regeln im Sport: 2G für Aktive und Zuschauer? Was ab jetzt gilt

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Vielen Sportlern droht der persönliche Lockdown. Ab Mittwoch (24. November) gilt 2G im Freizeitbereich in NRW. Was die Corona-Regel für den Amateursport bedeutet.

Hamm - Die ersten Landesverbände haben den Spielbetrieb im Amateurfußball ausgesetzt. Die Corona*-Lage spitzt sich auch in Nordrhein-Westfalen immer weiter zu. Die 7-Tage-Inzidenz in NRW liegt mittlerweile über 200. Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gelten bereits ab Mittwoch (24. November) auch für den Amateursport strikte Zutrittsbeschränkungen - ab einem gewissen Schwellenwert. Um die „Infektionsdynamik zu brechen“, so heißt es in einem Beschluss von Bund und Ländern vom Donnerstag (18. November), soll die Hospitalisierungsrate - also die Anzahl von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner - zugrunde gelegt werden. Ungeimpfte dürfen dann im Sportbereich nicht mehr teilnehmen.

BundeslandNRW
MinisterpräsidentHendrik Wüst
Einwohner17.925.570 (31. Dez. 2020)

Neue Corona-Regeln im Sport: Ungeimpfte dürfen nicht mehr mitmachen

Die Fußballer im Osten der Bundesrepublik haben die Auswirkungen der vierten Corona-Welle deutlich zu spüren bekommen. Am Mittwoch (17. November) hatte der Sächsische Fußball-Verband (SFV) entschieden, den Spielbetrieb vorerst zu unterbrechen. Der Thüringer Fußball-Verband (TFV) zog einen Tag später nach. Thüringen hatte zuvor eine flächendeckende 2G-Regel beschlossen - nur der Kinder- und Jugendsport sowie der Profi-Bereich fallen dort nicht unter die Regelung.

In NRW wartete Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen, gespannt auf die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. „So richtig können wir nämlich auch nicht deuten, was der Ministerpräsident mit dem Amateurfußball vorhat“, sagte Schnieders vergangene Woche im Gespräch mit dem Hellweger Anzeiger.

Jetzt steht fest: Nicht nur Zuschauer, sondern auch Amateursportler selber sind von der neuen 2G-Regelung betroffen. Das bestätigte Laumann heute (23. November) auf Nachfrage von wa.de*. Nur Geimpfte und von Corona Genesene haben Zugang zum Sport. Das gilt für Trainingsbetrieb und Wettbewerb auf und in Sportstätten sowie außerhalb von Sportstätten im öffentlichen Raum, heißt es in der neuen Coronaschutzverordnung.

Im Beschluss von Bund und Ländern heißt es bereits, „wenn die für das Land ausgewiesene Hospitalisierungsrate den Schwellenwert 3 überschreitet“, soll der Zugang unter anderem zu Freizeitveranstaltungen, Sportveranstaltungen und -ausübungen auf Geimpfte und Genesene - flächendeckende 2G-Regelung - zu beschränken. Die Intensität der Umsetzung soll das regionale Infektionsgeschehen berücksichtigen. Sofern der Schwellenwert an fünf Tagen in Folge unterschritten wird, kann von den Regelungen wieder abgesehen werden. Die Politik diskutiert darüber hinaus über eine 2G-Regel für Profi-Sportler.

Neue Corona-Regeln im Sport: Hospitalisierungsrate in NRW

Die Einhaltung der Zugangsregelungen soll konsequenter und intensiver kontrolliert werden als bisher, heißt es in dem Beschluss. Wo möglich soll die Bereitstellung einer QR-Code-Registrierung angeordnet werden, um die Nachverfolgung und Unterbrechung von Infektionsketten zu erleichtern.

Ein Fußball liegt auf dem Rasen.
Bund und Länder planen harte Maßnahmen im Amateursport. Ab einem gewissen Corona-Grenzwert wird die 2G-Regel auch im Sport angewendet werden. © Tobias Hase/dpa

Sollte die Rate den Wert 6,0 überschreiten, soll sogar die 2G-Plus-Regelung in Kraft treten. Dann brauchen auch Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Corona-Test. Ab einem Wert von 9,0 können die Bundesländer schärfere Maßnahmen verhängen. Die Zugangsregeln gelten allerdings ausschließlich für Erwachsene. Da die Impfmöglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen eingeschränkt sind, sollen sie, ebenso wie Personen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, von den Regelungen ausgenommen sein.

„Wir müssen uns gedulden und abwarten, was die neue Corona-Schutzverordnung uns bringt“, sagte Manfred Schnieders in der vergangenen Woche. Er wollte sich noch nicht dazu äußern, ob er die 2G-Regel im NRW-Amateursport für zwingend notwendig hält. Die Anzahl Corona-bedingter Absagen im Seniorenbereich sei „konstant niedrig“. Viele Vereine blicken der Entscheidung allerdings entspannt entgegen. Vertreter von Vereinen aus Hamm sagten im Gespräch mit wa.de*, sie hätten bereits jetzt eine sehr hohe Impfquote unter den aktiven Sportlern.

Die Hospitalisierungsrate in NRW liegt derzeit bei 4,22 (23. November). Mit den neuen Regelungen sind Vereine mit einer hohen Impfquote innerhalb der Mannschaft im Vorteil, allen anderen Sportlern bleibt ab Mittwoch nicht mal mehr die Zuschauerrolle.

Auch in Fitnessstudios führen die strengeren Corona-Maßnahmen zu Zutrittsbeschränkungen: Doch was bedeutet die 2G-Regel für Fitnessstudios und dessen Mitglieder? Betroffene Mitglieder können kündigen und andere Maßnahmen treffen.

Neue Corona-Regeln im Sport: Appell vom Landessportbund

Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW) appellierte zuvor noch eindringlich an die Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene, bei den aktuellen Beratungen zur Corona-Pandemie, den Beitrag von Sport und Bewegung zur Gesunderhaltung der Bevölkerung zu berücksichtigen. „Der Sport in unseren 18.000 Sportvereinen trägt maßgeblich zur Gesunderhaltung der Menschen bei“, wird Stefan Klett, Präsident des LSB NRW, zitiert. „Mehr als eine 3G-Regel für aktives Sporttreiben draußen und 2G für drinnen lehnen wir deshalb ab. Eine erneute Beschränkung von Teilnehmerzahlen oder auf bestimmte Sportarten wäre nicht akzeptabel.“ Über den Appell haben sich Bund und Länder jetzt also hinweggesetzt.

Bund-Länder-Treffen: 3G im Büro, 2G in der Freizeit - die wichtigsten Entscheidungen im Überblick finden Sie hier. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

 

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