Stalkerin von Mescheder Pfarrer muss nicht ins Gefängnis

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Justitia

Hamm - Die Stalkerin eines katholischen Pfarrers aus Meschede-Freienohl muss nicht ins Gefängnis.

Das Oberlandesgericht Hamm hob am Dienstag eine Urteil des Amtsgerichts Meschede auf, das eine viermonatige Ordnungshaft verhängt hatte. 

Die Frau sei unzurechnungsfähig, teilte das Oberlandesgericht Hamm am Dienstag zur Begründung mit. Die Frau hatte sich nicht an das Kontaktverbot gegenüber dem Geistlichen gehalten und war deshalb in erster Instanz verurteilt worden. 

Der Fall hatte deutschlandweit bereits in den Jahren 2014 und 2015 für großes Aufsehen gesorgt. Die inzwischen 73-Jährige stellt seit mehr als 15 Jahren dem Pfarrer der katholischen Sankt-Nikolaus-Gemeinde in Meschede-Freienohl nach. 

Sie schreibt ihm SMS, E-Mails und Liebesbriefe, schickt Blumen und macht anzügliche Geschenke in Form von Phallussymbolen. Zudem läuft sie "halbnackt" in Reizwäsche durch den Pfarrgarten und ruft dem Geistlichen auf offener Straße Obszönitäten zu. 

2014 war sie deshalb zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Auch das Urteil wurde damals vom Landgericht Arnsberg in einem Berufungsverfahren aufgehoben. Der Richter entschied "im Zweifelsfall für die Angeklagte". Laut vorgelegter psychiatrischer Gutachten könne die Steuerungsfähigkeit und damit die Schuldfähigkeit der Frau eingeschränkt sein, hieß es damals zur Begründung. 

Der Pfarrer hatte immer wieder bekundet, in der Gemeinde weiterarbeiten zu wollen. Als Opfer müsse er sich nicht verstecken. Zudem wäre dies eine völlig falsche Reaktion, da Stalker ihre Nachstellungen auch andernorts fortsetzten.

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Quelle: wa.de

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