Unterfahrschutz, Kunststoffpoller und Rüttelstreifen

Mit diesen Maßnahmen will Straßen.NRW Motorradfahrer besser schützen

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Unter anderem mit Unterfahrschutz an Leitplanken will Straßen.NRW die "passive Sicherheit" der Motorradfahrer verbessern.

NRW - Die Temperaturen werden wärmer und immer mehr Motorradfahrer unternehmen die ersten Ausfahrten. Um die "passive Sicherheit" der Biker zu erhöhen, ergreift der Landesbetrieb Straßen.NRW mehrere Maßnahmen. Am Ende sind die Motorradfahrer aber selbst für sich und ihr Schicksal verantwortlich.

"Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wächst auch wieder die Lust, mit dem Motorrad eine Runde zu drehen. Besonders beliebt - und gefährlich - sind die kurvenreichen Strecken in der Eifel sowie im Sieger- und Sauerland", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung von Straßen.NRW. Der Landesbetrieb lege daher bereits seit Jahren ein verstärktes Augenmerk auf die "passive Sicherheit" der Biker. "Vorsichtig fahren müssen sie allerdings selbst", heißt es.

Zu den Maßnahmen gehöre unter anderem der sogenannte Unterfahrschutz an Leitplanken. "Er verhindert, dass Motorradfahrer, die in Kurvenbereichen stürzen, unter der Leitplanke hindurchrutschen und an scharfkantigen Pfosten verletzt werden", erklärt Straßen.NRW.

500 Kurven in NRW mit Schutzvorrichtung ausgestattet

In Vorbereitung auf die bevorstehende Motorradsaison habe der Landesbetrieb nun zwei weitere Kurven-Kilometer im Land mit einem solchen Schutz ausgestattet. Damit verfügten in NRW mittlerweile etwa 500 Kurven auf einer Länge von insgesamt 68 Kilometern über eine solche Schutzvorrichtung für Motorradfahrer.

In einer Pilotanwendung stelle Straßen.NRW zudem seit zwei Jahren flexible Poller aus Kunststoff auf, um die passive Sicherheit der Motorradfahrer weiter zu erhöhen. "Sie kommen vor allem in anspruchsvollen Kurven auf jenen Landstraßen um Einsatz, die Motorradfahrer gerne für eine Spritztour nutzen", erläutert der Landesbetrieb und nennt die L637 bei Brilon-Büren oder die L427 im Raum Velbert als Beispiele. 

In der Region hat es bereits zu Beginn der Saison die ersten Tödlichen Motorradunfälle gegeben (Symbolfoto).

"Die rot-weißen Poller, die keine scharfen Kanten haben, machen den Kurvenverlauf deutlich sichtbar. Dabei stellen die 105 Zentimeter hohen Begrenzungspfeiler selbst keine Gefahr dar: Wenn ein Motorrad gegen einen Poller fährt, knickt er um und richtet sich anschließend wieder auf. Das Risiko von Verletzungen für die Fahrer wird so deutlich minimiert", heißt es weiter.

Sperrungen "als letzte Maßnahme"

Um rasende Biker regelrecht "wachzurütteln", seien zudem elf Straßen in Nordrhein-Westfalen mit sogenannten Rüttelstreifen sowie mit Warnhinweisen und einer Geschwindigkeitsbegrenzung versehen. Sie erhöhen laur Straßen.NRW die Aufmerksamkeit der Fahrer und bringen Raser dazu, vom Gas zu gehen. Aber: "Wenn auch all dies nichts mehr nützt, können besonders gefährliche Straßen zudem - als letzte Maßnahme - komplett für Motorräder gesperrt werden", berichtet der Landesbetrieb.

Übrigens: Motorradfahrer in NRW können aktiv dazu beitragen, potenzielle Gefahrenorte noch besser zu identifizieren. Straßen.NRW hat dafür eine E-Mail-Adresse eingerichtet, über die aufmerksame Biker Stellen melden können, die ihnen kritisch erscheinen: kontakt@strassen.nrw.de.

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Quelle: wa.de

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