Nach Flucht von Vergewaltiger: Strafanzeige gegen zwei Beamte

+
Das Hauptgebäude der Justizvollzugsanstalt in Aachen. Der bei einem Ausgang in Köln entkommene Straftäter ist weiter auf der Flucht. Untergebracht war er in einem Teil der JVA Aachen.

Aachen - Nach der Flucht eines verurteilten Vergewaltigers bei einem überwachten Brauhausbesuch hat die JVA Aachen Strafanzeige gegen zwei Justizvollzugsbeamte gestellt. Sie gründe sich auf den Verdacht, dass sie ihren Dienstpflichten nicht hinreichend nachgekommen seien, sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums.

Es gehe dabei auch darum zu prüfen, ob möglicherweise der Straftatbestand der Gefangenenbefreiung erfüllt sei. "Letzten Endes muss es auch zum Schutz der Bediensteten aufgeklärt werden", sagte die Leiterin der JVA, Reina Blikslager. Sie halte dieses Vorgehen daher für ihre Pflicht.

Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte den Eingang der Anzeige am Freitag. Nun werde geprüft, ob ein Anfangsverdacht vorliege. 

Zuvor hatten WDR, "Bild" und "Express" von Augenzeugen berichtet, die die Flucht des Vergewaltigers anders beschrieben, als bisher von den beiden Aufpassern geschildert. 

Nach Angaben der Augenzeugen war der 58-Jährige bei seinem von den Beamten bewachten Ausflug in ein Kölner Brauhaus ohne Begleitung auf die Toilette gegangen.

Die JVA hatte bislang mit Verweis auf die Aussagen ihrer Mitarbeiter mitgeteilt, einer der beiden habe den Mann auf die Toilette begleitet. Erst dort habe er ihn aufgrund einer Unaufmerksamkeit aus den Augen verloren. Der verurteilte Vergewaltiger ist seitdem auf der Flucht.

Die Polizei hat auf der Suche nach ihm am Freitag einen Park in Bonn durchkämmt. Ein Jogger habe die Beamten alarmiert, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag und bestätigte damit Medienberichte. "Er sagte, er habe einen Mann gesehen, auf den die Beschreibung passt", sagte die Sprecherin. Auch ein Hubschrauber sei im Einsatz. - dpa

Lesen Sie zum Thema auch:

Verurteilter Vergewaltiger weiter auf der Flucht

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.