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Strom in NRW wird teurer – Preise werden in einigen Orten sogar verdoppelt

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Von: Marcel Guboff

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Zum Jahresbeginn steht eine Preiserhöhungswelle an. Viele Stadtwerke in NRW erhöhen die Preise – einige verlangen bald sogar doppelt so viel wie zuvor.

Hamm - Kaum ein Haushalt in Nordrhein-Westfalen dürfte davon verschont geblieben sein. Wegen der Energiekrise und den daraus resultierenden Folgen sind zuletzt Preiserhöhungen des jeweiligen Stromversorgers – oft die Stadtwerke – ins Haus geflattert. Die Anhebungen fielen teils drastisch aus.

Beispiel gefällig? Das Kölner Unternehmen Rheinenergie verlangt ab Januar in der Grundversorgung pro Kilowattstunde mehr als doppelt so viel wie bisher: Rund 55 Cent werden dort künftig fällig. Das sind knapp 130 Prozent mehr als zuvor.

Strom in NRW wird teurer – Preise werden in einigen Orten sogar verdoppelt

Dabei ist Rheinenergie kein Einzelfall. Thorsten Storck, Energieexperte des Vergleichsportals Verivox, sagt: „Das neue Jahr beginnt mit einer massiven Preiserhöhungswelle beim Strom.“ Grundversorger müssten die höheren Marktpreise jetzt nach und nach an ihre Kunden weitergeben.

Um beim Beispiel Rheinenergie zu bleiben: Das Unternehmen verweist beim Preisanstieg auf die hohen Beschaffungskosten, die sich immer stärker in der langfristigen Einkaufsstrategie des Unternehmens niederschlügen. Zur Begründung heißt es: „Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise an den Strombörsen um mehr als 300 Prozent gestiegen, in der Spitze hatten sie sich mehr als verzehnfacht. Zusätzlich steigen auch die Netzentgelte.“

Bundesweit sind dem Vergleichsportal Check24 schon mehr als 580 Fälle von Strompreiserhöhungen in der Grundversorgung zum Jahreswechsel bekannt geworden. Im Schnitt betrügen die Erhöhungen 60,5 Prozent. Verivox kommt wegen einer anderen Datengrundlage auf ein durchschnittliches Plus von 54 Prozent.

Strompreise in NRW steigen: Neukundentarife meist teurer als die Grundversorgung

„Die Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel fallen teils drastisch aus“, sagt auch der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding. „Leider sind die Neukundentarife über die Vermittlungsportale noch höher, so dass ein Anbieterwechsel in den meisten Tarifgebieten keine Ersparnis bringt.“ Dies dürfte sich erst im Laufe der nächsten Monate ändern. Kunden in der Grundversorgung hätten momentan daher keine Wahl.

Der Verbraucherschützer rät: „Kunden außerhalb der Grundversorgung sollten bei Preiserhöhungen sogar in Erwägung ziehen, vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen und sich in die Grundversorgung fallen zu lassen.“ Früher galt der Grundversorgungstarif als eher teurer Tarif. Mancherorts liegt er schon jetzt unterhalb von Sondertarifen anderer Anbieter. Ein Wechsel in den Grundversorgungstarif außerhalb des eigenen Grundversorgungsgebiets ist allerdings nicht möglich, betont die Verbraucherzentrale.

In NRW fallen die Preiserhöhungen zum Jahresbeginn sehr unterschiedlich aus. Einige Beispiele im Überblick:

Die vom Bund eingeführte Strompreisbremse soll die Belastungen durch die hohen Strompreise dämpfen. Dabei soll bei Haushalten und kleineren Unternehmen für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs der Preis gedeckelt werden – und zwar auf 40 Cent je Kilowattstunde. Verbraucht der Kunde mehr, zahlt er den normalen Vertragspreis. Dies soll einen Sparanreiz geben. Die Versorger sollen die Strompreisbremse ab März in den Abschlägen berücksichtigen. Rückwirkend soll die Bremse dann auch für Januar und Februar gelten. Viele Details müssen noch geklärt werden, bevor das entsprechende Gesetz verabschiedet werden kann. (mg/dpa)

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