Stauseen nur noch zu 47 Prozent gefüllt

Um Talsperren zu schonen: Ministerium senkt Durchfluss-Grenzwerte in der Ruhr

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Am Hennesee in Meschede wird derzeit besonders deutlich, wie wenig Wasser viele Talsperren im Einzugsgebiet der Ruhr führen.

Essen - Dass die anhaltende Trockenheit den Talsperren im Einzugsgebiet der Ruhr zu schaffen macht, ist seit mehreren Wochen deutlich zu sehen. Doch damit die Pegel nicht noch weiter exorbitant sinken, hat das NRW-Umweltministerium die Grenzwerte für die gesetzlich vorgeschriebene Mindestwasserführung der Ruhr abgesenkt. Das teilte der Ruhrverband am Dienstag mit.

"Das Ruhreinzugsgebiet hat 2018 sein zehntes zu trockenes Abflussjahr in Folge erlebt. Von Februar bis Oktober sind zwischen Duisburg und Winterberg nur knapp 60 Prozent des mittleren langjährigen Niederschlags gefallen", heißt es in der Mitteilung. Wegen dieser lang anhaltenden Trockenheit müssten die Talsperren des Ruhrverbands seit Monaten Schwerarbeit leisten, um die gesetzlichen vorgeschriebenen Mindestabflüsse in der Ruhr einzuhalten. "Ohne das zusätzliche Wasser aus den Talsperren wäre die Ruhr in Villigst bei Schwerte ab Juli 2018 an drei Vierteln aller Tage trockengefallen", so der Ruhrverband. 

Wie viel Wasser der Ruhrverband aus den Talsperren im Sauerland ablassen muss, regelt das Ruhrverbandsgesetz von 1990: Darin sind Mindestabflüsse am Ruhrpegel Villigst (bei Schwerte) und in der Gewässerstrecke von Hattingen bis zur Ruhrmündung vorgeschrieben. 

164.000 Kubikmeter Einsparung pro Tag

Aufgrund der hohen Wasserabgaben zur Aufrechterhaltung dieser Mindestabflüsse liege der Gesamtfüllstand der Ruhrverbandstalsperren aktuell noch bei rund 47 Prozent vom Vollstau – Tendenz weiter fallend. Doch damit der in den Talsperren zur Verfügung stehende Wasserschatz länger vorhält, wenn die Phase unterdurchschnittlicher Niederschläge sich in den kommenden Wochen fortsetzen sollte, hat der Ruhrverband beim nordrhein-westfälischen Umweltministerium einen Antrag auf Absenkung der Grenzwerte für die gesetzlich vorgeschriebene Mindestwasserführung gestellt. 

"Diesem Antrag wurde am 2. November 2018 stattgegeben", teilt der Ruhrverband mit. Vorübergehend darf der Verband die Talsperren zur Schonung des Wasserschatzes, der der Trinkwasserversorgung von rund 4,6 Millionen Menschen diene, nun folgendermaßen bewirtschaften: Der durchschnittliche Abfluss an fünf aufeinanderfolgenden Tagen darf nie niedriger als 11,0 (statt 15,0) Kubikmeter pro Sekunde am Pegel Hattingen und 6,5 (statt 8,4) Kubikmeter pro Sekunde am Pegel Villigst sein. Der niedrigste Tageswert darf dabei 9,0 (statt 13,0) Kubikmeter pro Sekunde in Hattingen und 5,5 (statt 7,5) Kubikmeter pro Sekunde in Villigst nicht unterschreiten. 

"Der Ruhrverband rechnet durch diese Maßnahme mit einer Einsparung von bis zu 164.000 Kubikmetern Wasser pro Tag, die dazu beiträgt, die in den Talsperren vorhandenen Wasservorräte länger bewirtschaften zu können", heißt es abschließend.

Quelle: wa.de

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