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Tankstellen-Chaos vor Ende des Tankrabatts: Sprit-Preise schießen in die Höhe

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Von: Sebastian Schulz

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Wer am Mittwochabend noch tanken wollte, musste lange Wartezeiten einplanen. Es herrschte vielerorts Chaos. Der Grund: Alle fürchteten explodierende Preise ab Donnerstag - wohl nicht zu Unrecht.

Update vom 1. September, 7.28 Uhr: Sauerland - Es waren schier unglaubliche Bilder, die sich an den Tankstellen in der Region abspielten. Auf den Straßen stauten sich die Autos, weil sie auf die völlig überfüllten Tankstellengelände abbiegen wollten. Offenbar sagten sich viele: Heute Abend noch einmal den Tank voll machen. Aber mancherorts ging das schon gar nicht mehr.

Chaos an den Tankstellen: Den ersten geht schon der Sprit aus

Der Grund war der auslaufende Tankrabatt. Die Bundesregierung hat für den Zeitraum von Juni bis Ende August eine Senkung der Spritpreise um teilweise bis zu 35 Cent beschlossen. Das hat mit dafür gesorgt, dass die astronomischen Spritpreise aus dem Frühjahr von weit über 2 Euro pro Liter wieder auf ein Normal-Niveau zwischen 1,60 und 1,90 Euro gesunken sind.

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An etlichen Tankstellen, so wie hier in Plettenberg im Märkischen Kreis, herrschten lange Schlangen - nicht nur auf dem Gelände, sondern auch auf den Straßen. © Sebastian Schulz

So viel kostete auch Anfang dieser Woche der Sprit. Aber weil der Tankrabatt an diesem Donnerstag ausläuft, befürchten viele, dass sich der Spritpreis schlagartig verteuern wird. Die Folge: Alle wollten noch einmal an die Zapfsäule. Und das offenbar auch nicht zu Unrecht. Am Donnerstagmorgen kursieren bereits Fotos von Preisanzeigen an Tankstellen in den sozialen Medien. An einer Aral-Tankstelle im Märkischen Kreis kostet Diesel demnach 2,20 Euro, Super 2,12 Euro. Die Preise sind also in die Höhe geschossen. Eine Nutzerin kommentiert: „Bei BFT kurz nach 6 Uhr war der Diesel für 2,36 Euro“.

Und die Befürchtungen, die nun offenbar wahr geworden sind, sorgten im Märkischen Kreis, im Kreis Olpe, im Hochsauerlandkreis und in vielen anderen Teilen Deutschlands am Mittwochabend für Chaos. Aus dem Ort Marsberg bei Brilon im Hochsauerlandkreis wurde schon berichtet, dass an vereinzelten Tankstellen das Standard-Super E5 leergetankt worden ist. Auch andere Tankstellen befürchteten, dass ihnen noch am Abend der Sprit ausgehen könnte. Sie konnten nicht mehr alle Spritsorten vorhalten.

Hupende oder genervte Autofahrer, die auch schon mal eine halbe Stunde für ihre Tankfüllung anstehen, gab es dagegen an diesem Mittwochabend nicht nur vereinzelt. Immerhin: Viele Autofahrer trugen es mit Fassung - zumindest am späteren Abend, als der größte Ansturm schon durch war. Dafür war am Abend einiges los. „Von 17 bis etwa 20 Uhr standen die Autos nicht nur an den Zapfsäulen und auf dem Tankstellengelände, sondern sogar zeitweise bis zum Hotel Cordial“, hieß es zum Beispiel von der ARAL-Tankstelle an der Hundemstraße in Lennestadt-Altenhundem.  

Und auch die Shell-Tankstelle war durchgängig belegt. Gleiches galt für die Raiffeisen-Tankstelle in Kirchhundem-Würdinghausen.

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Lange Schlange an der SB-Tankstelle der Raiffeisen in Kirchhundem-Würdinghausen. © Hartmut Poggel

Mit Spannung blickten die Auto- und Lkw-Fahrer - egal, ob sie noch getankt haben oder nicht - auf den Donnerstag, an dem der Tankrabatt nicht mehr gilt. Und manch einer dürfte zu dem Schluss kommen, dass das Chaos an den Tankstellen am Mittwoch seine Berechtigung hatte.

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Geduld war auch in Lennestadt-Altenhundem gefragt. „Von 17 bis etwa 20 Uhr standen die Autos nicht nur an den Zapfsäulen und auf dem Tankstellengelände, sondern sogar zeitweise bis zum Hotel Cordial“, hieß es von der ARAL-Tankstelle an der Hundemstraße. © Hartmut Poggel

Was sich in dem Zusammenhang auch viele Autofahrer fragen: Ist es eigentlich erlaubt, Benzin in Kanistern abzufüllen und zu Hause zu lagern?

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