Am Berufskolleg in Gelsenkirchen-Buer

Schüler sprengen Kloschüssel - faustgroße Keramikstücke fliegen meterweit

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[Update 17.40 Uhr] Gelsenkirchen - Vier Schüler des Eduard-Spranger-Berufskollegs in Gelsenkirchen-Buer stehen im Verdacht, in dem Gebäude am Dienstag eine Kloschüssel mit einem illegalen Böller buchstäblich in die Luft gesprengt zu haben. Teile der Keramikschüssel flogen meterweit durch den Raum, verletzt wurde durch die Explosion zum Glück niemand. Der vermeintliche Streich wird für das Quartett natürlich trotzdem Folgen haben.

"Die Toilettenschüssel als solche ist nicht mehr zu erkennen, die ist bei der Detonation in alle Einzelteile zerlegt worden. Da sieht man nur noch Trümmer", sagt Thomas Nowaczyk, Sprecher der Polizei Gelsenkirchen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Er sitzt an seinem Schreibtisch und hat ein Foto vor sich, das den Ort des Geschehens nach dem großen Knall zeigt. Veröffentlichen möchten die Ermittler dieses Motiv nicht, um den Nachahmungseffekt nicht anzufachen.

Trümmer fliegen bis unter die Decke

Und Nowaczyk wird sofort sehr ernst: "Man darf sich nicht ausmalen, was hätte passieren können - sowohl bei der Detonation selbst als auch unmittelbar danach, als faustgroße Keramikteile durch die Luft geflogen sind." 

Teile der weggesprengten Kloschüssel flogen meterweit und beschädigten unter anderem eine Deckenlampe. Verletzt wurde niemand, weil sich zum Zeitpunkt der Explosion niemand im Toilettenraum aufgehalten hatte.

Polizei: Kein Jugendstreich mehr

Das Fazit der Polizei ist klar: "Das, was vier Schüler eines Berufskollegs in Gelsenkirchen-Buer getan haben, geht deutlich über einen Jugendstreich hinaus."

Die jungen Männer im Alter von 17 und 18 Jahren stehen nach ersten Erkenntnissen im Verdacht, am Dienstag einen illegalen Sprengkörper gezündet und in die Toilettenschüssel geworfen zu haben.

Tatverdächtiges Quartett festgehalten

"Zeugen beobachteten die vier um kurz vor 11 Uhr beim Verlassen der Toilette und alarmierten nach einer heftigen Detonation die Lehrkräfte. Diese hielten die Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei fest", so die Polizei.

Die ermittelt gegen das Quartett wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Welche Konsequenzen das kaufmännische Berufskolleg gegen die Schüler zieht, ist noch nicht bekannt.

Das sagt der Leiter des Berufskollegs

Ralf Niebisch, Leiter des Gelsenkirchener Berufskollegs mit aktuell 2480 Schülern, sagte auf Anfrage: "Natürlich muss das intensiv schulisch aufgearbeitet werden. Zum Glück ist nur Sachschaden entschaden, wir sind alle erleichtert, dass keine Person zu Schaden gekommen ist." Glück im Unglück: Der Gebäudeteil, der jetzt betroffen war, soll ohnehin saniert werden. 

Die Schülerinnen und Schüler wurden am Mittwoch allesamt im Unterricht über die Vorkommnisse informiert. Niebisch betonte, er wolle niemanden vorverurteilen und die polizeilichen Ermittlungen abwarten.

"Lebensgefährlich Geschosse"

Die Polizei warnt ausdrücklich: "Illegale Sprengkörper ohne die notwendigen CE-Prüfzeichen sind potenziell lebensgefährlich. Gegenstände, die durch Böller zur Explosion gebracht werden, können zu lebensgefährlichen Geschossen werden. 

Mitunter zünden diese Böller schon ohne den Kontakt mit Feuer. Wer nicht zertifizierte Knaller herstellt oder zündet, dem drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Privatpersonen dürfen Feuerwerk aller Art grundsätzlich nur zum Jahreswechsel erwerben und zünden."

Quelle: wa.de

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