"Trump-Effekt": Mitgliederzuwächse bei NRW-Parteien

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Düsseldorf - Die meisten Parteien haben in Nordrhein- Westfalen 2017 Mitgliederzuwächse verzeichnet. Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten sowie die Bundestagswahl im September werden dafür als Faktoren gesehen.

Aber auch der Brexit und die Nominierung von Martin Schulz zum SPD-Kanzlerkandidaten werden als Faktoren genannt, warum Bürger gerade in den zurückliegenden Monaten Parteimitglieder geworden sind.  Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Landesverbänden. Politische Großereignisse führen häufig dazu, dass sich Menschen politisch stärker engagieren.

Die NRW-SPD hatte im Herbst 2017 knapp 111.000 Mitglieder, rund 3000 mehr als Ende 2016. "Zum Jahresbeginn mit dem Start der Amtszeit Trump und der Benennung von Martin Schulz als Kanzlerkandidaten hatten wir Rekordeintritte", teilte Pressesprecher Marcel Atoui mit. Ein weiteres Hoch hätte die Zahl der Neumitglieder nach der Bundestagswahl erreicht. Die größten Zuwächse entfielen insgesamt auf die Städte Bonn, Wuppertal, Krefeld, Köln, Düsseldorf und Münster.

Leichte Rückgänge verzeichnete hingegen die NRW-CDU, die aber mitgliederstärkste Partei im Bundesland bleibt. Sie hatte Ende November 128.876 Mitglieder. Das über 2500 Mitglieder weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die meisten Mitglieder habe der Landesverband durch Tod, nicht durch Austritte verloren, hieß es. Das Durchschnittsalter der CDU-Mitglieder betrage knapp 61 Jahre.

Die NRW-FDP hat Ende November die Marke von 17.000 Parteimitgliedern überschritten. Das sind rund 1000 Mitglieder mehr als vor der Bundestagswahl im September. Insgesamt traten 2017 rund 2700 Bürger der FDP in NRW bei. Neben dem Brexit-Votum der Briten habe sich vor allem die Nominierung von Schulz zum SPD-Kanzlerkandidaten positiv auf die Mitgliederentwicklung ausgewirkt, hieß es von der Partei.

Auch die Grünen verzeichneten einen Mitgliederzuwachs in NRW. Parteiangaben zufolge stieg die Zahl der Mitglieder im Dezember 2017 auf 13.191 im Vergleich zu 12.461 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Fast 400 neue Mitgliedsanträge erreichten die Partei dabei allein im Zeitraum August bis November, in dem auch Bundestagswahl stattfand. Die Landesvorsitzenden Mona Neubaur und Sven Lehmann nannten "Brexit, Trump, Klimakrise und den Rechtsruck in Deutschland" als Faktoren.

Die Linke erzielte einen Mitgliederzuwachs auf 7828 im Dezember. Das sind über 1000 Mitglieder mehr als ein Jahr zuvor. Nach der Bundestagswahl habe es über 400 Eintritte in nur drei Tagen gegeben.

Die AfD blieb 2017 in NRW ohne einen nennenswerten Mitgliederzuwachs. Wie der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Keith im Rahmen des NRW-Parteitages im Dezember verkündete, hatte die Partei zum Ende des Jahres rund 4300 Mitglieder in Nordrhein-Westfalen. Möglicherweise hätten manche Interessenten Angst vor beruflichen Nachteilen aufgrund einer AfD-Mitgliedschaft, erklärte Keith beim Parteitag. - dpa/lnw

Quelle: wa.de

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