150 Kräfte fast fünf Stunden im Einsatz

ABC-Alarm bei der Staatsanwaltschaft: "Pepperball" löste Großeinsatz aus

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[Update] Nun ist klar, was am Montagabend den ABC-Großalarm bei der Staatsanwaltschaft auslöste: Eine Pfefferkugel, ein sogenannter "Pepperball", der in einer Akte gelagert wurde, hatte für Atemwegsreizungen bei Mitarbeitern der Behörde gesorgt. Das teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit.

Update 29. Oktober, 9.27 Uhr: Die Experten der "Analytischen Taskforce" (ATF) der Feuerwehr Dortmund hatten die zunächst unbekannte Substanz am Abend in einem mobilen Labor untersucht und gegen 21 Uhr Entwarnung gegeben. "In einer Verfahrensakte war eine Pfefferkugel beigelegt worden", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei. 

Bei den sogenannten "Pepperballs" handele es sich demnach um mit Pfefferstaub gefüllte Kunststoffkugeln, die verschossen werden können und zur Tierabwehr dienen. Aus bislang unbekannten Gründen sei die Kugel in der Akte beschädigt worden, so dass der enthaltene Pfeffer ausgetreten sei, als ein Mitarbeiter diese geöffnet habe. 

"Insgesamt kamen sieben Personen mit dem Pfefferstaub in Kontakt. Sie klagten über leichte Atemwegsreizungen. Nach einer ärztlichen Untersuchung konnten alle Betroffenen entlassen werden", teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die etwa 150 Einsatzkräfte, die vor Ort waren, konnten gegen 22 Uhr wieder einrücken. 

Für die Polizei ist der Fall damit abgeschlossen, wie Sprecher Holger Glaremin auf Nachfrage erklärte. Da keinerlei kriminelle Energie im Spiel gewesen sei und kein Anschlag oder Attentat vorgelegen habe, gebe es auch keine weiterführenden Ermittlungen. 

Update, 21.04 Uhr: Das weiße Pulver, das am Montagnachmittag im Gebäude der Staatsanwaltschaft Arnsberg beim Sortieren von Akten entdeckt worden war und einen Großeinsatz für rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst hatte, war ungefährlich. Per Twitter gab die Polizei am Abend kurz nach 21 Uhr und damit nach fast fünf Stunden Entwarnung.

Die Zahl der Betroffenen - so die korrekte Sprachregelung - war im Laufe des Einsatzes von zunächst 14 auf 20 gestiegen. 

Sieben Personen hatten über Atemwegsreizungen geklagt, die anderen 13 waren in unmittelbarer Nähe der Substanz, die nach Informationen unserer Redaktion beim Sortieren in einer Akte entdeckt worden war.

Die sieben Leichtverletzten wurden ärztlich untersucht und dann nach Hause entlassen. "Die Polizei ermittelt nun, was die Reizungen auslöste und ob möglicherweise eine Straftat vorliegt", so die Ermittler in einem Tweet von 21.01 Uhr am Montagabend.

Um was es sich konkret bei der Substanz gehandelt hat, wurde nicht bekannt.

Hier lesen Sie unsere Ursprungsmeldung:

Die erste Alarmierung war gegen 16.15 Uhr bei der Feuerwehr eingegangen, nachdem Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft die unbekannte Substanz gefunden hatten.

Großeinsatz bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg: Unbekannte Substanz in Akte gefunden

Offenbar war beim Sortieren von Akten eine Art "Staubwolke" aus einer solchen Akte ausgetreten. Ein Feuerwehrsprecher sprach am Abend von einem weißen Pulver.

Klarheit darüber, um was es sich bei dem Stoff konkret handelt, sollten die Untersuchungen die Analytischen Task Force (ATF) der Feuerwehr Dortmund bringen.

Der "Probenahmetrupp" der ATF war ins Gebäude gegangen, hatte eine Probe genommen und den Raum untersucht, in dem die Substanz gefunden worden war. Die Probe wurde in einem mobilem Labor vor Ort analysiert.

Feuerwehrkräfte der Hauptwache Arnsberg hatten zuerst die Lage erkundet, um 17.05 Uhr war dann Großalarm ausgelöst worden.

Das Gebäude in der Eichholzstraße wurde evakuiert und abgeriegelt. 20 Personen klagten über Reizungen der Atemwege, es habe aber bei keiner einzigen Person eine gesundheitlich bedrohliche Situation vorgelegen.

Rettungskräfte waren aus Arnsberg und der Umgebung (Meschede, Sundern, Werl, Wimbern, DRK Neheim, Malteser Hilfsdienst) vor Ort - ebenso Kreisbrandmeister Bernd Krause.

Dekontaminations-Station wird vorbereitet

Feuerwehrkräfte sammelten sich vor dem Katastrophenschutz-Container. Dabei handelte es sich um eine vorbereitende Maßnahme: Falls es eine Kontamination mit einem gefährlichen Stoff gegeben haben sollte, werden die betroffenen Personen dort abgeduscht.

Der unmittelbare Bereich um die Staatsanwaltschaft Arnsberg war nicht nur für den Fahrzeugverkehr, sondern auch für Fußgänger komplett gesperrt. 

Den Bereich um den Neumarkt in Arnsberg sollten Autofahrer möglichst meiden, weil sich hier die Rettungskräfte sammelten. Später wurde der Neumarkt ebenfalls für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Pulver rieselt in Sachsen aus Postsendungen

In Sachsen waren am Montag in mehreren Ministerien und im Landtag in Dresden verdächtige Briefe mit einer bisher unbekannten Substanz eingegangen. 

In den betroffenen Poststellen seien gleichartige Sendungen geöffnet worden, aus denen jeweils eine pulvrige Substanz gerieselt sei, teilte das sächsische Landeskriminalamt mit. In den Briefen wurde zudem mit Gesundheitsschäden für die Personen gedroht, die mit dem Pulver in Kontakt kämen. 

Polizei und Feuerwehr "in entsprechender Schutzausrüstung" stellten die verdächtige Substanz sicher, erklärte ein Sprecher der Einsatzleitung. Eine konkrete Gefahr habe hier zunächst ausgeschlossen werden können.

Einsatz bei der Oberjustizkasse am 4. Oktober in Hamm

Erst am 4. Oktober war in einem Gebäude der Oberjustizkasse in Hamm ein weißes Pulver entdeckt worden. Spezialkräfte der Analytischen Task Force aus Dortmund waren auch hier angerückt und hatten das Pulver als Waschmittel identifiziert.

Großeinsatz wg "weißem Pulver" in OLG Justizkasse an der Gutenbergstraße

Quelle: wa.de

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