Nicht in Deutschland zugelassen

Bis zu 80 km/h schnell: E-Scooter-Unfall endet für Frau (27) mit Strafanzeige

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Die Liste der Vergehen wurde immer länger: Eine E-Scooter-Fahrerin hat sich bei einem Unfall verschiedene Verletzungen zugezogen. Bei der Unfallaufnahme und weiteren Recherchen erfuhr die Polizei jedoch, dass die 27-Jährige diverse Verstöße begangen hatte.

Attendorn - Nach Polizeiangaben hat sich der Verkehrsunfall - der erste im unter Beteiligung eines E-Scooters im Kreis Olpe -  in der Straße „Zum langen Acker“ in Attendorn bereits am 29. August ereignet: „Dabei erlitt die 27-jährige Fahrerin verschiedene Verletzungen.“ Nach eigenen Angaben befuhr die Frau den Fahrradweg neben der Straße „Zum langen Acker“ in Richtung Benzstraße. Vermutlich stürzte sie dann aufgrund eines Fahrfehlers. 

Bei der Unfallaufnahme  konnte die Frau jedoch keine vorgeschriebene Drosselung auf 20 km/h für den E-Scooter vorweisen. Zudem trug sie keinen Schutzhelm. Ein Rettungswagen brachte sie in ein Krankenhaus, das sie aber nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte. Doch es kam noch schlimmer für die 27-Jährige.

Weitere Recherchen des Verkehrskommissariats ergaben nämlich, dass ihr Roller, ein „SXT Ultimate Pro 7“ keine Betriebserlaubnis in Deutschland hat und somit nicht für die Benutzung im öffentlichen Verkehrsraum zugelassen ist. Weiterhin kann dieses Modell nach Herstellerangaben eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erreichen - die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit für E-Scooter beträgt jedoch 20 km/h. Außerdem war kein Versicherungskennzeichen angebracht, sodass der Roller ohne die erforderliche Pflichtversicherung genutzt wurde. 

Daher schrieben die Beamten Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz und einer Straftrat gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz.

Polizei klärt über E-Scooter auf

Die Polizei rät aus diesem Anlass, sich vor der Nutzung mit den entsprechenden Hinweisen und Voraussetzungen vertraut zu machen: „E-Scooter sind Elektrokleinstfahrzeuge (EKF) und damit Kraftfahrzeuge, für die eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h bis 20km/h gilt.“ Sie müssen eine Vorder- und eine Hinterradbremse, eine Klingel und Beleuchtung haben. Zudem müssen die Roller eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) besitzen, um auf öffentlichen Wegen genutzt zu werden. 

Ein Führerschein wird zwar nicht gebraucht, aber der Fahrer muss mindestens 14 Jahre alt, der E-Scooter darf bauartbedingt nicht schneller als 20 km/h fahren, benötigt ein Versicherungskennzeichen sowie eine entsprechende Haftpflichtversicherung inklusive selbstklebender Versicherungsplakette. Zudem dürfen Gehwege, Busspuren und Fußgängerzonen nicht befahren werden

Da es selbst bei Stürzen mit geringer Geschwindigkeit zu schwersten Kopfverletzungen kommen kann, ist es ratsam -  aber keine Pflicht - einen Helm zu tragen. Zudem gelten dieselben Promillegrenzen wie bei Autofahrern. Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Polizei

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Quelle: wa.de

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