Frontal-Crash auf der "Rennstrecke"

Feuerwehr muss Mann nach Unfall aus Auto befreien - Polizei stellt Handys von Gaffern sicher

Bei einem Unfall auf der L776 ("Rennstrecke") bei Nuttlar wurde am Freitag ein Mann schwer verletzt. Die Polizei ermittelt nun gegen zwei mutmaßliche Gaffer.
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Bei einem Unfall auf der L776 ("Rennstrecke") bei Nuttlar wurde am Freitag ein Mann schwer verletzt. Die Polizei ermittelt nun gegen zwei mutmaßliche Gaffer.

Der schwere Frontal-Unfall auf der "Rennstrecke" (L776) zwischen Bestwig-Nuttlar und Rüthen-Kallenhardt könnte für einen Mann und eine Frau ein unangenehmes Nachspiel haben: Die beiden sollen "gegafft" und die Rettungsmaßnahmen mit ihren Handys gefilmt haben.

  • Bei einem Unfall auf der L776 ("Rennstrecke) bei Bestwig-Nuttlar wurde am Freitag ein Mann (77) schwer verletzt.
  • Die Feuerwehr musste den Fahrer aus seinem Auto befreien.
  • Für zwei Gaffer könnte der Frontal-Crash ein juristisches Nachspiel haben.

Bestwig-Nuttlar - Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Polizei am späten Freitagnachmittag gegen 17.30 Uhr. Demnach war eine 31-jährige Frau aus Rüthen mit ihrem Auto auf der die L776 - im Volksmund "Rennstrecke" gennant - in Richtung Kallenhardt unterwegs. 

"In einer Linkskurve kam sie aus bislang ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn ab und stieß frontal mit dem Pkw eines entgegenkommenden 77-jährigen Mannes aus Bestwig zusammen", schildert die Polizei den Unfallhergang. 

Unfall auf der L776 ("Rennstrecke"): Zeugen melden Gaffer der Polizei

Die Feuerwehr musste den 77-Jährigen aus seinem Fahrzeug befreien. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die 31-jährige Frau wurde bei dem Unfall bei Nuttlar leicht verletzt. 

Wie die Polizei am Montag mitteilte, könnte der Unfall für zwei Unbeteiligte ein juristisches Nachspiel haben: Im Rahmen der Unfallaufnahme hätten sich demnach Zeugen bei der Polizei gemeldet, die Gaffer beobachtet hatten. Ein 40-jähriger Mann und eine 41-jährige Frau sollen die Rettungsmaßnahmen mit ihren Handys gefilmt haben. 

Unfall auf der L776 ("Rennstrecke"): Ermittlungsverfahren eingeleitet

Der Verdacht gegen die beiden hätte sich "im Zuge der Befragung" erhärtet, erklärte die Polizei. Daher stellten die Beamten die Handys der beiden sicher. Gegen den 40-Jährigen und die 41-Jährige wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. 

Wie Polizeisprecher Holger Glaremin auf Nachfrage berichtete, können Unfallgaffer zum einen wegen unterlassener Hilfeleistung und zu anderen wegen einer "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" verurteilt werden. Für letzteres steht laut Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahre.

Probleme mit Gaffern gab es auch bei einem schweren Unfall in Neuss: Dort war ein Auto gegen eine Straßenbahn gekracht, die Polizei sprach rund 40 Platzverweise gegen Schaulustige aus. Auf der A1 sorgten Gaffer nach einem Unfall dafür, dass es in der Gegenrichtung noch einmal krachte.

Quelle: wa.de

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