Mann muss reanimiert werden

Verpuffung in Werdohler Stadtklinik: Sauerstoff-Patient zündet Zigarette an - schwerste Verletzungen

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"Christoph Westfalen" im Einsatz: Die Verletzungen des Patienten waren so schwer, dass er in eine Spezialklinik nach Dortmund verlegt werden musste. 

Werdohl - Ein Sauerstoff-Patient der Werdohler Stadtklinik zündete sich am Montagabend in seinem Zimmer eine Zigarette an. Durch den Kontakt von Glut und reinem Sauerstoff kam es zu einer Verpuffung. Der 68-jährige Werdohler erlitt schwerste Verletzungen und musste reanimiert werden. 

Gegen 19.10 Uhr hatte die Brandmeldeanlage des Krankenhauses ausgelöst: Da es sich bei der Stadtklinik um ein Objekt handelt, bei dem im Ernstfall sehr viele Menschen auf einmal versorgt und betreut werden müssen, setzten sich wenige Momente später alle Züge der Feuerwehr Werdohl in Gang.

"Direkt bei Eintreffen bekamen wir die Info, dass es sich um ein bestätigtes Feuer im 3. Obergeschoss handelte", erklärte Werdohls Wehrführer Kai Tebrün.

Wehrführer lobt Krankenhauspersonal für schnelles Handeln

Unter Atemschutz und mit genügend Schlauchmaterial machten sich die ersten Einsatzkräfte auf den Weg dorthin. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Krankenhauspersonal den betroffenen Abschnitt bereits geräumt und alle Patienten in Sicherheit gebracht. "Das war wirklich vorbildlich", lobte Tebrün. 

Das Feuer war bereits aus, als die Retter das betroffene Zimmer betraten. Offenbar hatte es eine Stichflamme gegeben, nachdem ein Patient, der aufgrund seiner Sauerstofftherapie eine Atemmaske trug, sich eine Zigarette angezündet hatte. "Dafür hat er die Maske vermutlich ein Stück angehoben. Der Sauerstoff strömte weiter aus und entzündete sich", erklärte ein Sprecher der Polizei.

Werdohler auf Intensivstation verlegt

Durch die Stichflamme erlitt der 68-Jährige aus Werdohl schwerste Brandverletzungen, musste laut Informationen der Polizei sogar reanimiert werden. 

Zur weiteren Versorgung wurde der Mann auf die Intensivstation der Klinik verlegt. Dafür musste die Brandmeldeanlage schleunigst zurückgestellt werden. Durch ihr Auslösen werden alle Fahrstühle des Gebäudes blockiert und ins Erdgeschoss gefahren. Dies gelang schnell und so konnte der Schwerverletzte nach kurzer Zeit in Intensivbehandlung übergeben werden.

Rettungshubschrauber fliegt ihn in Spezialklinik

Doch die Verletzungen waren offenbar so immens, dass der Patient in eine Spezialklinik verlegt werden musste. Ein nachtflugtauglicher Rettungshubschrauber aus Münster flog ihn in eine Spezialklinik nach Dortmund.

"Christoph Westfalen" landete in Altena auf dem Hubschrauber-Landeplatz am Langen Kamp - der Patient wurde dorthin gebracht. Wie Patrick Slatosch, Pressesprecher der Feuerwehr Altena mitteilte, sicherten Kräfte der hauptamtlichen Feuerwache den Landeplatz ab und leuchteten diesen aus.

"Christoph Westfalen" landete in Altena, um den schwer verletzten Patienten aus der Werdohler Stadtklinik in eine Spezialklinik zu bringen.

Während die Landung eines Hubschraubers in Werdohl etwa auf einem Sportplatz tagsüber problemlos möglich gewesen wäre, seien die Anforderungen an einen Landeplatz nachts in der Dunkelheit nicht erfüllt gewesen, erklärte Slatosch. So sei die Wahl auf Altena gefallen.

Feuer richtet keinen großen Schaden an

Die Stichflamme hatte im Zimmer nicht für größere Schäden gesorgt, sodass der Betrieb des Krankenhauses nur für kurze Zeit eingeschränkt war. Die Feuerwehr befreite den betroffenen Bereich mit einem Hochleistungslüfter vom Brandrauch.

Das Zimmer ist laut Polizei bereits wieder bewohnbar. Im Einsatz waren etwa 70 Kräfte der Feuerwehr Werdohl.

Quelle: wa.de

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