Das hilft gegen die Insekten

Video: Riesige Blattlaus-Bevölkerungen gefährden Pflanzen in heimischen Gärten

Halingen - Eindrucksvolle Szenen in einem Garten im Mendener Ortsteil Halingen. Zigtausend, wenn nicht sogar millionen von Blattläusen tummeln sich auf dem Rasen und in der Luft im Lichte der Abendsonne. Diese riesige Anzahl und ihre Folgen sind leicht erklärt.

Manch einem dürfte bei diesen Bildern ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Unzählige Blattläuse belagern den Garten von Susanne Wiemer aus Menden-Halingen.

Ein Phänomen, das laut Frank Bruse leicht zu erklären ist. "Nach einem - von den Temperaturen her - normalen Winter, sind die Temperaturen sehr schnell angestiegen."

Sprungartige Bevölkerungsexplosion

Diese warmen Temperaturen seien für Blattläuse perfekt, um nach dem Winter, den sie im Ei überstanden haben, zu schlüpfen und sich zu vermehren. Durch die Wärme seien die Bevölkerungen "sprungartig explodiert", erklärt der Baumschulmeister aus Hamm.

Zudem würden die natürlichen Feinde der Blattlaus, Bruse nennt sie Gegenspieler, sich erst zu einem späteren Zeitpunkt im Frühjahr vermehren. Ein Gegenspieler der Blattlaus ist beispielsweise der Marienkäfer. Für die Blattlaus sei derzeit nur die Meise gefährlich. "Und die freut sich natürlich."

Pflanzen werden geschwächt

Die Pflanzen gehen durch diese riesige Anzahl an Insekten geschwächt ins weitere Frühjahr. "Die Blattlaus saugt den Saft aus der Pflanze, diese kann dann durchaus verkümmern."

Dass so viele Blattläuse in diesem Frühjahr fliegen können, sei keineswegs selbstverständlich. Vielmehr liegt das daran, dass bereits die Generation zuvor überbevölkert gewesen sein muss. "Die Laus ist nicht dumm", sagt Bruse. 

Wenn die Anzahl an Läusen in einer Bevölkerung zu groß werde, um auf einer Pflanze Platz zu finden, würde die Folgegeneration mit Flügeln zur Welt kommen, um sich auf andere Pflanzen verteilen zu können.

Das kann gegen Blattläuse unternommen werden

Im Idealfall leisten Gartenbesitzer laut Frank Bruse gewisse Präventionsmaßnahmen. "Das fängt schon beim Standort einer einzelnen Pflanze an." Jede Pflanze hat unterschiedliche Ansprüche an den Ort, an dem sie gepflanzt wird. "Je perfekter der Ort, desto widerstandsfähiger die Pflanze."

Zudem können die sogenannten "Nützlinge", also die Feinde der Blattlaus, gefördert werden. "Der Marienkäfer überwintert. Durch ein kleines Insektenhotel im Garten kann ihm das natürlich erleichtert werden." Als Gegenleistung kümmert er sich dann im die Blattläuse.

Bei der Anwendung von Hausmitteln rät Bruse zur Vorsicht: So gibt es einen alten Tipp, die Pflanzen mit Seifenlauge zu beregnen. "Doch stimmt dort das Mischverhältnis nicht, wird vor allem die Pflanze geschädigt."

Quelle: wa.de

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