Ruhrverband präsentiert Zahlen

Dieser Sommer war der trockenste seit fast 100 Jahren - darum sind unsere Seen trotzdem voller

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2018 war es um die Talsperren - wie hier am Möhnesee - deutlich schlimmer bestellt.

Nach dem Rekord-Sommer 2018 hat die warme Jahreszeit auch in diesem Jahr neue Bestmarken in Sachen Wetter aufgestellt. So waren Juni, Juli und August im Einzugsgebiet der Ruhr so trocken wie seit mehr als 90 Jahren nicht mehr. Die Talsperren mussten wieder Schwerstarbeit verrichten.

NRW - Laut einer Mitteilung des Ruhrverbands habe es in den drei Sommermonaten Juni, Juli und August in diesem Jahr deutlich weniger geregnet als im langjährigen Mittel: "Im Juni und Juli fiel etwa 55 Prozent und im August knapp 40 Prozent weniger Niederschlag als sonst in diesen Monaten üblich", heißt es. Mit 143 Millimetern und damit sogar noch drei Millimetern weniger als im Vorjahr sei der Sommer 2019 somit neuer Rekordhalter: der trockenste Sommer seit 1927 - also seit mehr als 90 Jahren. 

Auch die Temperaturen stellten in den vergangenen drei Monaten neue Rekorde im Ruhreinzugsgebiet auf. Die Monatsmitteltemperaturen waren laut Ruhrverband wärmer als im langjährigen Mittel, wobei der Juni mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,6 Grad der wärmste Sommermonat in diesem Jahr und sogar der wärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (1881) gewesen sei. Die Hitzewelle Ende Juli habe zudem vielerorts neue Temperaturrekorde und tropische Nächte beschert. "Sogar am Kahlen Asten wurde mit 31,9 Grad ein neuer Temperaturrekord verzeichnet sowie eine tropische Nacht, in der die Temperatur nicht unter 25 Grad fiel", berichtet der Ruhrverband. 

Talsperren geben 99 Millionen Kubikmeter Wasser ab

Aufgrund der Witterungsbedingungen mussten die Talsperren des Ruhrverbands in diesem Sommer erneut Schwerstarbeit leisten. "Zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabflüsse am Pegel Villigst bei Schwerte mussten die Talsperren der Nordgruppe (Möhne-, Henne-, Sorpetalsperre) an 81 Tagen Wasser zuschießen. Die Wasserführung an der Ruhrmündung wurde an 75 Tagen mit Wasser aus den Talsperren gestützt", teilt der Ruhrverband mit. An der Mündung sei das die größte und in Villigst die drittgrößte Anzahl zuschusspflichtiger Tage in einem Sommer seit Einführung des Ruhrverbandsgesetzes im Jahr 1990. Die vorgeschriebenen Mindestabflüsse seien somit zu jeder Zeit eingehalten worden. Allerdings wäre die Ruhr bei Schwerte ohne die "Hilfe" der Talsperren an 38 Tagen und an der Mündung an fünf Tagen trockengefallen. 

Die Wasserführung der Ruhr und ihrer Nebenflüsse wird in der Talsperrenleitzentrale des Ruhrverbands genau überwacht, um die Abgaben der Talsperren bedarfsgerecht zu steuern.

Aufgrund der Zuschusspflichten nahm der Gesamtfüllstand aller Talsperren laut Ruhrverband von 91,6 Prozent am 1. Juni kontinuierlich über den gesamten Sommer ab  - am 31. August lag er demnach bei 70,7 Prozent und damit um knapp 8 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Damit hatten die Talsperren rund 99 Millionen Kubikmeter weniger Stauinhalt als zu Sommerbeginn. Wie im Sommer 2018 lag die Gesamtabgabe zeitweise bei bis zu 18 Kubikmetern pro Sekunde. 

Darum sind die Seen voller als nach dem Sommer 2018

Dass die Seen augenscheinlich dennoch deutlich voller waren als im vergangenen Sommer, als sie vielerorts zu regelrechten Trockenwüsten mutiert waren, hat laut Ruhrverbandssprecher Markus Rüdel zwei Gründe. Zum einen habe man nur "sehr vorsichtig" Wasser aus den Talsperren in die Ruhr geleitet - eben nicht mehr als nötig, um die vorgegebenen Mindestabflüsse einzuhalten. Hier habe man Schlüsse aus den Erfahrungen des Sommers 2018 gezogen. Zum anderen seien die Stauseen mit einem größeren Inhalt in den Sommer gegangen als im vergangenen Jahr: "Im Dezember, Januar und März hat es überdurchschnittlich viel geregnet, sodass mehr Wasser in den Talsperren war", berichtet Rüdel.

Auch wenn die Dürre in den nächsten Monaten weiter anhalten sollte, ist das Talsperrensystem nach Angaben des Ruhrverbands für eine mögliche Fortsetzung der Zuschusspflicht weiterhin noch ausreichend gefüllt.

Quelle: wa.de

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