Wieder Kind am Steuer

Achtjähriger Rennfahrer aus Soest wird Fall fürs Jugendamt

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Beim zweiten Mal ist der Junge gegen einen Lkw gekracht.

Soest – Gibt’s da gerade einen Trend? Vergangene Woche berichteten wir über einen achtjährigen Knirps aus Soest, der sich zweimal nachts die Autoschlüssel seiner Eltern schnappte und mit dem Wagen über die Autobahn bretterte – angeblich mit 140 Sachen.

Jetzt hat die Polizei in Lippstadt einen 15-Jährigen gestoppt, der mit dem Audi der Familie und einem 16-jährigen Freund auf dem Beifahrersitz abfuhr. Beim Rückwärtssetzen rammte er ein anderes Fahrzeug und flüchtete. Doch die Polizei kam dem Jugendlichen schnell auf die Spur, denn bei der Kollision war das Kennzeichen des Wagens abgefallen.

Derweil hat das Ermittlungsverfahren wegen der zwei Touren des Achtjährigen aus Soest noch gar nicht richtig Fahrt aufgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Arnsberg auf Anfrage mitteilt. Landen die Polizeiakten dort, so Oberstaatsanwalt Thomas Poggel, werde die Sache geprüft, ob womöglich den Eltern des Jungen der Vorwurf des Duldens gemacht werden müsse.

Das war der erste Fall: "Nur ein bisschen Autofahren"

Sollte das so sein, stelle sich die nächste Frage: Was ist daran möglicherweise strafbar? Muss der Fall angeklagt und vor Gericht verhandelt werden? Reicht womöglich die Einstellung? Oder sind die Eltern durch den großen Schaden an den Autos und den anstehenden Stress mit der Versicherung schon gestraft genug?

Schon wieder ein Junge hinterm Steuer

Gegen den Achtjährigen selber werde nicht ermittelt, so Poggel, der Junge ist wegen seines Alters strafunmündig. Um ihn wird sich das Jugendamt kümmern, sagt Meinhard Esser, Leiter der Abteilung Jugend / Soziales im Rathaus. Den genauen Fall kennt er nur aus den Medien. Bei von Kindern verübten Delikten gehe es um erzieherische Gespräche und Hilfen sowie um die Frage: Ist weiterer erzieherischer Bedarf nötig?

Vergleichsmaßstab fehlt

So oder so: Bei der Reaktion auf die nächtliche Autotouren des Achtjährigen dürften dem Jugendamt die Vergleichsmaßstäbe fehlen. Esser jedenfalls kann sich nicht daran erinnern, in seiner jahrzehntelangen Praxis schon mal über autofahrende Achtjährige befunden haben zu müssen.

Quelle: wa.de

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